Der katalanische DJ, Produzent und Labelinhaber hat sich in den letzten zehn Jahren zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten der internationalen House- und Technoszene gemausert. Dazu beigetragen hat auch sein Label Suara, das seit vielen Jahren sehr erfolgreich agiert. Seine große Liebe gilt den Katzen, was sich nicht nur in der Corporate Identity seines Labels widerspiegelt – er betreibt in seiner Heimatstadt die „Suara Foundation“, die sich um Straßenkatzen kümmert, und wird auch „The Big Cat“ genannt. Mitte Dezember erschien seine EP „Coyu Raw Tracks Vol. 3“. Hier stellt uns Iván Ramos Salinas, so sein bürgerlicher Name, seine wichtigsten Platten vor.

COYU by Sandra Blanquez

Aphex Twin – Selected Ambient Works 85–92 (1992)
Könnt ihr euch einen 14-jährigen Jungen vorstellen, der in einer britischen, ländlichen Gegend lebt und Ambient, Dub, IDM oder 2-Step macht? Nun, meine Damen und Herren, hier haben Sie das größte Genie, das die elektronische Musikszene je hervorgebracht hat: Richard D. James alias Aphex Twin.

DJ Shadow – Endtroducing….. (1996)
Ich bin ein DJ, der zum Produzenten wurde, der das Sampling liebt. Shadows Debütalbum „Endtroducing…..“ wurde nur mit Samples produziert. Von Björk bis Tangerine Dream, von Giorgio Moroder bis zu jedem Hip-Hop-Künstler, den du dir vorstellen kannst. This is a beast!

The Chemical Brothers – Exit Planet Dust (1995)
The Chemical Brothers sind meine Lieblings-Elektronikband und „Exit Planet Dust“ ist das beste Album, das sie je veröffentlicht haben. Sie haben die Rave-Kultur in etwas Neues und Spannendes verwandelt … sogar für Menschen über 40.

Ricardo Villalobos – Alcachofa (2003)
Ich traf ihn beim Monegros Desert Festival im Sommer 2004. Er spielte in einem kleinen Zelt für nur 50 Personen gegen 9:00 Uhr morgens. „Ricardo, du bist mein Gott“, das habe ich ihm gleich nach seinem Set gesagt. Und „Alcachofa“ ist meiner Meinung nach sein bestes Werk überhaupt, es hat Microhouse bis zum Maximum getrieben!

Massive Attack – Mezzanine (1998)
Ich bin ein Trip-Hop-Enthusiast und Massive Attack sind der beste Repräsentant dieses Genres und echte Pioniere. Diese Platte wurde vor 20 Jahren aufgenommen – und was soll ich sagen: „Mezzanine“ klingt immer noch frisch und modern. Ein dunkles, deepes, ungefiltertes und aggressives Album.

Moby – Play (1999)
Das ist wahrscheinlich das Album, das ich in meinem ganzen Leben am meisten gehört habe. Für mich sind alle Tracks Hymnen: „Natural Blues“ – mein liebster Song überhaupt –, „Porzellan“, „Why Does Your Heart Feel So Bad?“, „Bodyrock“, „Honey“, „Find Me Baby“ … ein absolutes Meisterwerk!

Ø – Metri (1994)
Ich habe dieses Album von Mika Vainios Projekt Ø ausgewählt, aber ich hätte mir jede aus den Dutzenden majestätischen Produktionen aussuchen können, die dieses finnische Genie in den 90er-Jahren gemacht hat. Ich liebe Jeff Mills, Robert Hood oder Plastikman, aber Vainio ist mein liebster minimalistischer Künstler überhaupt und sein Label Sähkö hatte den größten Einfluss auf meine Karriere.

Richie Hawtin – DE9, Closer To The Edit (2001)
Richie brachte Techno auf eine neue Ebene. Alles, was er in den Neunzigern und Nullerjahren als Plastikman, F.U.S.E., Circuit Breaker Robotman, unter seinem echten Namen sowie mit seinen Labels Plus 8 und M_nus gemacht hat, war ausgezeichnet und ist perfekt, um zu verstehen, was Techno war, ist und was wir in Zukunft von Techno erwarten können.

Michael Mayer – Fabric 13 (2003)
Ich erinnere mich, dass ich seinen „Fabric 13“-Mix hunderte Male gehört habe, und das in nur ein paar Monaten. Kölns minimalistischer Trance-Sound wurde Anfang/Mitte der Nullerjahre in Barcelona zu einem großen Hype und Mayer war sein bester Vertreter. Ich liebte diesen Sound, genauso wie Kompakt Records, sein Label. Und ich liebte die Sets von Herrn Mayer.

Kraftwerk – Aerodynamik (2003)
Ich kann meine Top Ten der elektronischen Dancemusic-Erinnerungen nicht beenden, ohne Kraftwerk zu nennen. Ich hatte die Möglichkeit, einmal eines ihrer Live-Konzerte zu genießen, und es war herrlich. A-e-ro … dy-na-mik.

 

Noch mehr Wegweiser:
Emmanuel Top
Dusty Kid
DJ Tennis
The Mover aka Marc Acardipane
Nick Höppner
H.P. Baxxter/Scooter

 

www.soundcloud.com/coyu
www.suara-music.com
Foto: Sandra Blanquez