eltron_wurzelfestival2017__6_5

Mal Hand aufs Raverherz: Wie tolerant seid ihr auf Festivals und in Clubs, wenn ihr einen Rollstuhlfahrer auf dem Dancefloor seht? Denkt ihr a) „Boah, der Rolli nervt“, b) „Ist ja ganz nice, dass er mitfeiern will, aber der nimmt voll viel Platz weg“, oder c) „Finde ich klasse. Er hat ja das gleiche Recht auf „Party on“ wie jeder, der laufen kann“? Wenn ihr euch für c) entscheidet, seid ihr herzlich eingeladen zum „Zurück zu den Wurzeln“-Festival.

Eigentlich sind wir doch alle gleich. Wir bewohnen Planet Erde für Zeitraum X und versuchen, uns das Leben so geil wie möglich zu gestalten. Wir haben einen lukrativen Job, (meistens) nette Kollegen, genießen unsere rar gesäte Freizeit im Kino, treffen Freunde auf ein Bier (oder zwei), brettern im Winter auf unseren Boards die Alpen hinab und schlürfen im Sommer Caipirinha an den Beachbars auf Malle. Ergo: Wir stehen mit beiden Beinen im Leben. Und dann – kawumm! – übersieht der Besoffski die rote Ampel und kracht voll in die linke Seite deines Autos. Diagnose: Querschnittslähmung. Mit einem Mal spielt dir das Leben einen derart krassen Streich und von einer Sekunde auf die nächste ist nichts mehr so, wie es war. Ihr fragt euch gewiss: Was soll die Hiobsbotschaft und Schwarzmalerei? Autor Moralapostel will zeigen, dass von jetzt auf gleich alles anders sein kann. Und genau hier setzt das Wurzelfestival an!

Es ist eine Begegnungsstätte für Menschen aller Art, jeglicher Hautfarbe, Religion oder Identität. Hier trifft der millionenschwere Broker auf den Sozialarbeiter, der Profitennisspieler auf den Rollstuhlfahrer, das Mathe-Genie mit einem IQ von 156 auf den jungen Menschen, bei dem vielleicht nicht ganz so viele Glühbirnen leuchten. Das Stichwort lautet Inklusion. Zugehörigkeit. Sie ist das Gegenteil von Ausgrenzung. So feiern auch im Juni 2018 – und dann bereits zum dritten Mal – die unterschiedlichsten Menschen ein friedvolles Fest. Vier Tage, 200 000 Quadratmeter, sieben Floors: Techno, Deep House, Psytrance, Chill-out, Disco etc. Ziel der Veranstalter ist es, ein barrierefreies Event zu organisieren. Behindertengerechte Wegführung, Feldbetten für Menschen mit Behinderung, ein Inklusionscamp und eine fachgerechte Betreuung. Das kostet! Die Gelder aus der Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Lebenshilfe Berlin reichen nicht aus. Deshalb hat der Veranstalter beim Crowdfunding-Riesen startnext eine Art Spendenaufruf zur Finanzierung eingerichtet. Vom 20.11. bis zum 23.12.2017 könnt ihr euch finanziell beteiligen. Egal, ob es nur 5 EUR sind oder ob ihr euren Chef überredet, eine vierstellige Summe zu spenden: jeder Euro zählt – Ziel sind 35 000 EUR.

Vielleicht mal darüber nachdenken, den ein oder anderen Glühwein weniger auf dem Weihnachtsmarkt trinken und das Geld wirklich sinnvoll investieren. Am 20.11.2017 startete zusätzlich der Verkauf von Hardcover-Tickets zum Preis von 105 EUR, der Erlös fließt zu 100 Prozent in die Umsetzung der Inklusion auf dem Festival. Bald ist Weihnachten – und wir haben uns doch alle lieb!

www.startnext.com/wurzelinklusion

Das könnte dich auch interessieren: 
Festivalkalender 2018
Die große FAZEmag Weihnachtsverlosung
Sónar Reykjavík verkündet die ersten Acts
Connect – neues Megaevent von Time Warp & Awakenings