Longplayer von DJs – DJ-Alben – ist die Königsdisziplin für viele Künstler, die sowohl als DJ als auch als Produzent in Erscheinung treten. Was für Stücke packt man denn nun auf das Album? Nur Stücke, die der Act auch im Club-Kontext spielt? Oder breitet der Produzent seine musikalischen Vorlieben vor dem Hörer aus? Viele Fragen, viele Möglichkeiten und zehn Muss-DJ-Alben, die ihr hier findet.
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1. Joris Voorn – Nobody Knows – Label: Green

Der Holländer ist für seine treibenden Tech-House- und Techno-Sets bekannt. Längst füllt er nicht mehr nur die Clubs dieser Welt sondern ist auch auf allen großen Festivals vertreten. Joris Voorn liefert auch als Produzent seit Jahren großartige Tanzmusik auf zahlreichen Labels und natürlich seinem eigenen Label Rejected ab. „Nobody Knows“ ist sein erstes Album. Und was für eins. Der Star-DJ geht hier ein wenig weg von ‚deepen‘ Club-Sounds hin zu verspielten Melodien und schönen Vocals. Ein tolles Album, das jeder mal gehört haben sollte.
PS: Zusätzlich gibt es noch ein Remix Paket, mit Remixen von einer Vielzahl namhafter Künstler, das etwas clubtauglicher daher kommt.

 

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2. Bonobo – The North Borders – Label: Ninja Tune
Der Brite Simon Green aka Bonobo liefert bereits seit Jahren sensationelle Downtempo-Nummern ab. Mit einer Vielzahl von Instrumenten schafft er einen äußerst verspielten, natürlichen Sound, dem man stundenlang zuhören möchte. Nach seinem Album „Black Sands“ ist „The North Borders“ nochmals eine Steigerung. Musik für Erwachsene… Oder alle, die es mal werden.

 

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3. Mano Le Tough – Changing Days – Label: Permanent Vacation
Mit „Changing Days“ schlägt Mano Le Tough ein wenig ruhigere Töne an, als man es von ihm aus dem Club gewohnt ist. Das macht die Sache aber gerade so interessant. Viele ruhigere Tracks mit schönen Synthies und einigen Ambient-Sounds befördern einen in neue Sphären.
“Dreaming Youth” zum Beispiel versetzt zumindest die etwas älteren Semester in eine melancholische Stimmung, in der an die eigene Jugend zurückgedacht wird. Ein rundum gelungenes Album, zu dem es auch noch einige sensationelle Remixe gibt. Dixons Version von “Everything You’ve Done Before” oder der Tale Of Us Remix zu “Primative People”… Großartig!

 

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4. Sam Paganini – Satellite – Label: Drumcode
Sam Paganinis Album „Satellite“ strotzt vor eingängigen Techno-Sounds, welche keine Füße stillhalten lassen. Der Song „Rave“, dessen Name kaum passender sein könnte, ist die bekannteste Auskopplung aus dem Album und lief dieses Jahr auf jeder guten Party ja wohl mindestens einmal. Wenn nicht sogar öfters. Ein Techno-Ohrwurm. Auch bei den restlichen Satellite-Tracks bleibt sich Paganini diesem Konzept treu und hat damit ein Album geschaffen, das Lust auf Party macht.

 

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5. David August – Times – Label: Diynamic
David August ist schon lange Teil der großen Diynamic-Familie um Chef Solomun. „Times“ kann man sich jederzeit und überall anhören. Wirkt beim ersten Hören eher wie ruhige Hintergrundmusik, auf dickeren Lautsprechern gehen die Bässe dann aber doch durch den gesamten Körper. Neben knackigen Basslines gibt’s auch noch eine Menge verspielter Melodien. Der Einsatz klassischer Instrumente macht den Sound sehr organisch. Wer die Show David August plus Ensemble schon einmal gesehen hat, versteht auch die Idee hinter dem Ganzen vielleicht noch etwas besser. Ein Zwischenspiel aus elektronischer Tanzmusik und klassischen Elementen. Die Oboe kommt ganz groß raus!

 

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6. Paul Kalkbrenner – Berlin Calling – Label: BPitch Control
Der Soundtrack zum Film „Berlin Calling“ hat absoluten Kult-Status erreicht und Paul Kalkbrenner zu internationaler Berühmtheit verholfen. Allein deswegen, um mitreden zu können und nicht wie der letzte Hinterwäldler in einer Runde erfahrener Techno-Gelehrter aufzufallen, muss man das Album zumindest einmal durchgehört haben. Zudem finden sich da einige coole Stücke wider, die ohnehin ihre Aufmerksamkeit verdient haben.

 

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7. Kölsch – 1977 – Label: Kompakt
Was Rune Railly Kölsch dieser Tage anpackt wird zu Gold. Er ist nicht nur ein guter DJ sondern auch ein fantastischer Produzent, der es geschafft hat, einen ganz eigenen neuen und unverkennbaren Sound zu schaffen. Mit dem Album 1977 hat der ‚halb Däne halb Ire‘ den Durchbruch seiner Karriere geschafft. Hier finden sich Tracks wie beispielsweise „Goldfisch“ oder „Opa“, die den meisten Leuten ein Begriff sein sollten, da sie in den meisten Clubs und auf Festivals rauf und runter gespielt wurden. Typischer Kölsch-Style, den man kennen muss!

 

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8. DJ Koze – Amygdala – Pampa Recordings
Die meisten Jüngeren kennen DJ Koze vielleicht durch seinen überragenden Remix von Moderats „Bad Kingdom“. Sein Album „Amygdala“ hat ähnlich viel Aufmerksamkeit verdient. Hier finden sich nicht nur super Tracks mit verrückten Namen wider („Nices Wölckchen“), sondern auch verrückte Tracks mit normalen Namen. Der Remake von Hildegard Knef „Ich schreib´ dir ein Buch 2013“ verdeutlicht das. Ein wenig durchgeknallt, aber doch sehr geil die Nummer. So wie das ganze Album.

 

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9. Jamie XX – In Colour – Young Turks
Mit dem Album „In Colour“ hat uns Jamie XX wieder überzeugt. Unserer Ansicht nach nochmal eine Schippe besser als sein vorherigen Album „We´re new here“ von 2011. Auch dieses mal wagt sich der Londoner an alle möglichen Geschwindigkeiten. Dabei das richtige Genre zu benennen, fällt nicht so ganz leicht. Beatport betitelt „In Colour“ zumeist als Elektronica… Damit kann man sich zufrieden geben. Lässt aber Interpretationsspielraum.

 

 

Das Album „Powers of Ten“ von Stephan Bodzin ist für die Tanzfläche gemacht. Fette, knarzige Basslines lassen kein Bein still. Den Song „Zulu“ haben wir euch ja bereits in unseren Tracks aus 2015 vorgestellt, die niemand schlecht finden kann. Eigentlich hätten wir das komplette Album reinpacken können. Dann hätte sich aber Keinemusik nicht so dolle über die Mehrfachnennungen gefreut. Mit „Singularity“ ist dann aber definitiv ein weiterer Anwärter auf den Titel „Track des Jahres 2015“ auf dem Album vertreten. Der wurde bislang überall rauf und runter gespielt. Und das wird sich bis zu den Silvesterpartys auch bestimmt nicht mehr ändern.
PS: Wir haben Daft Punk nicht vergessen! Die sind nur einfach außer Konkurrenz.

 

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