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munaDie legendäre Muna in Bad Klosterlausnitz bei Gera feiert ihr 20-jähriges Jubiläum. Was liegt da näher, als einmal den langjährigen Resident Mathias Kaden zur Location und ihrer Geschichte zu befragen. Die große Jubiläumsparty findet am 1. November 2014 statt, mit dabei sind neben Kaden u.a. Dixon und Luna City Express.
Los geht`s:


Hallo Mathias, wie können wir uns die Muna vorstellen?
Hinter der Muna steht ein großes Kollektiv an Leuten, die alle unentgeltlich und zum Teil schon in der dritten Generation den Club am Leben erhalten. Die Crew besteht zum Großteil aus Menschen, die gar nichts mit elektronischer Musik zu tun haben, die sich aber einfach für das Haus verantwortlich fühlen und damit den speziellen Muna-Vibe erschaffen. Die Muna ist gerne ein wenig oldschool und nicht immer up to date mit den Acts oder der aktuellen Musik. Wir mögen die Beständigkeit. Schnelllebigkeit würde uns nicht gut tun. Die Party findet einmal im Monat statt. Wir haben in der Muna einen großen und einen kleinen Dancefloor, die überwiegend mit regionalen Acts sowie ein bis zwei internationalen Gästen besetzt sind. Unser dritter Floor heißt „UHU“ und ist im Nachbargebäude, dort finden unsere Drum&Bass-Veranstaltungen statt.

Was macht die Location und ihr Publikum so besonders für dich?
Die Location ist ein altes Munitionsaufbereitungslager mitten im Wald, es wirkt alles etwas undergroundig und liebevoll abgefuckt, aber am Ende ist es ein großer Spielplatz für uns alle.

Wie wichtig war und ist diese Institution für die elektronische Musik in Thüringen?
Die Muna ist um 1994 entstanden und bis heute eine wichtige Adresse in Thüringen. Bis auf wenige große Acts hatten wir in den letzten 20 Jahren fast jeden House/Techno DJ zu Gast! Von Jeff Mills über Ellen Allien und Josh Wink bis hin zu Westbam oder auch Paul Kalbrenner… Die Zeiten haben sich natürlich verändert und es sind viele neue Clubs dazugekommen, aber ich denke und hoffe, dass die Muna für die Leute in der Gegend immer noch einen besonderen Stellungswert hat!

Seit wann legst du dort auf und wie kamst du überhaupt dazu?
Ich bin seit 1998 fester Bestandteil. Am Anfang habe ich an der Cocktailbar gearbeitet und nebenbei immer aufgelegt, aber noch nicht in der Muna. Das hat erst um 2000 begonnen. Ich habe dann sehr lange gespielt und davor oder danach an der Bar gearbeitet. Das wurde mit der Zeit etwas anstrengend.

Kannst du dich noch an deine erste Clubnight dort erinnern?
Ja, das war ca. 1997. Früher ging die Party erst richtig gegen 5 Uhr los. Unser damaliger Booker und Resident D.Hörste hat dann immer das Ruder übernommen und uns bis 10 Uhr oder auch länger eine Lektion in Sachen House Musik erteilt. Es war zu diesem Zeitpunkt eine große eingeschworene Gemeinde, der alte Familiengedanke, der bis heute aufrecht erhalten wird.

Welchen Einfluss hatte die Muna auf deine DJ-Karriere?
Einen sehr großen Einfluss. Ich habe im Gegensatz zu den House DJs dort damals etwas mehr Techhouse und Minimal Techno aufgelegt und eine neue Stilrichtung in die Muna gebracht. Der Familiengedanke, der mir in der Muna vermittelt wurde, ist stark in mir verwurzelt und trägt sich bis heute zu jedem Gig.

Wie schwierig  ist es heute für Jugendliche in Thüringen oder anderswo, solche Freiräume für Kreativität, wie die Muna es ist, zu finden?
Ich denke es gibt schon viele Angebote. Ich merke aber auch, dass die Leute übersättigt sind. Manchmal denke ich, es gibt viel zu viele Angebote in Sachen elektronischer Musik und allgemein an Partys. Bei uns kann jeder in der Muna vorbeikommen und sich an Dekoarbeiten beteiligen oder gar ein komplettes eigenes Projekt verwirklichen. Kreative Köpfe suchen wir immer!

Und wie feiert ihr nun euer Jubiläum?
Das wird dieses Jahr am 1. November mit Dixon und allen Residents groß gefeiert. Die Party wird bestimmt sehr lange gehen und ich hoffe, alle wieder zu sehen, die die Muna seit 20 Jahren begleiten! Pünktlich zum Jubiläum wird es eine 20-Jahre-Muna-CD geben, mit 16 exklusiven Songs von Freunden der Muna wie Robag Wruhme, Daniel Stefanik, Freund der Familie, Norman Webber aka Luna City Express, allen anderen Residents und mir.

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