30 Jahre Nature One – so war es

30 Jahre Nature One – so war es

Die Wetterprognose verhieß nichts Gutes, aber letztendlich waren alle Raver zufrieden – auch die Campenden. Unser Team reiste bereits am Mittwoch an und erfreute sich an der gelungenen Orga und einem Camping-Platz, der in Sachen ‚musikalische Bespaßung‘ keine Wünsche offen ließ. Allerdings wäre es mal an der Zeit, auch hier einen Supermarkt auf dem Gelände zu platzieren – andere Festivals schaffen das ja auch. Aber egal. Ab Donnerstag spielten diverse Kollektive auf 50 Camping-Stages ihre Pydna-Sets, und die Vorfreude auf das ‚richtige‘ Festival stieg. Und tatsächlich spielte das Wetter am Freitag komplett mit. Die Sonne begrüßte die ersten Besucher der ehemaligen Raketenbasis im Hunsrück und lieferte das perfekte Ambiente für den offiziellen Startschuss des Wochenendes.

Etwas unerfreulich für uns war die Tatsache, dass es in diesem Jahr erstmalig keinen VIP-Bereich gab. Jetzt werdet ihr vielleicht motzen: „Das hat doch nichts mit der Nature One zu tun, niemand braucht einen VIP-Bereich, geht nach Ibiza etc.“ Okay, natürlich habt ihr auf der einen Seite recht, aber auf der anderen Seite trafen wir in diesem Bereich – wir nennen ihn mal X – immer die Künstler vor oder nach ihrem Auftritt und viele befreundete Promoter, Booker und Veranstalter aus ganz Deutschland, die wir sonst nur via Telefon erreichen. So viele WhatsApp-Nachrichten von Acts mit dem Wortlaut „Wo steckst Du?“ hatten wir noch nie bekommen. Aber egal, es war voll, die Atmosphäre war großartig und die Acts hatten Bock auf 30 Jahre Nature One.

Insgesamt kamen laut Veranstalterangaben 60.000 Raver zur Jubiläumsausgabe. Und mit ihnen 350 Artists auf 20 Floors. Das letzte Set spielte traditionell DJ Dag, der seine Tochter im Schlepptau hatte, als er die Verbliebenen in den Sonnenaufgang begleitete.

Ansonsten dabei waren unter anderem Charlotte de Witte, Lilly Palmer, Eric Prydz, Felix Jaehn, Kölsch, Neelix, Dominik Eulberg, Sven Väth, Paul van Dyk, Reinier Zonneveld oder Alle Farben. Neben den vier großen Headfloors, die Platz für jeweils mehrere Tausend Feiernde boten, entfachten die kleineren Clubfloors – u.a. von Tunnel und dem Airport – in und auf den Bunkern echtes „Underground-Feeling“. Der FAZEmag meets Sunshine Live Floor begeisterte die zahlreichen Gäste mit Sets von u.a. Klaudia Gawlas und Jasmin Blust.

Am Samstag wurde selbst der Marktplatz in Kastellaun zum Floor. Hier legte Basti M für 90 Minuten im „Technobus“ auf. Am Samstag besuchte auch Innenminister Michael Ebling das Festival und zeigte sich von der Größe des Festivals und der friedlichen Atmosphäre ebenso beeindruckt. „Dass NATURE ONE seit 30 Jahren Menschen aus der ganzen Welt begeistert, macht uns unglaublich dankbar. Dieses Jubiläum war nicht nur ein Rückblick auf eine besondere Geschichte – es war ein emotionales, friedliches und wunderschönes Fest mit allen und für alle, die NATURE ONE ausmachen. Wir gehen mit voller Energie in die Zukunft dieses einzigartigen Festivals“, sagt Oliver Vordemvenne, Geschäftsführer von I-Motion.

30 Jahre NATURE ONE spiegelten sich auch auf der Raketenbasis Pydna wieder. So gab es auf dem Festivalgelände eine digitale Ausstellung zur Historie mit Bildern und
Videos, mehrere hundert Meter lange Bannerreihen mit Plakatmotiven aus 30 Jahren und die Wall of Fame mit den Namen aller über 3.800 Artists, die in den letzten 30 Jahren gespielt haben. Im Museum der Stadt Kastellaun gibt es eine Ausstellung zu NATURE ONE inklusive einem Miniatur LEGO-Classic-Terminal (einer der Headfloors), die für Festivalbesucher kostenlos war.

Im MOMEM (Museum of Modern Electronic Music) in Frankfurt/M läuft noch bis zum 17. August eine eigene Ausstellung zur Geschichte von NATURE ONE.
„ARTE Concert“ und Radiopartner SUNSHINE LIVE übertrugen live von NATURE ONE.

Wir freuen uns auf die kommenden 30 Jahre.