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We are one family – diesen Spruch kennt man aus der Techno-Szene. Ein Vater aus den Niederlandenn hat dies aber anscheinend falsch verstanden. Jetzt wurde das kriminelle Gebaren der Familie auffällig. Angeblich habe der Vater den Sohn in das kriminelle Milieu eingeführt. Der Sohn Simon T. wagte keinen Widerspruch und wurde Drogen-Kurier. Der 44-Jährige soll insgesamt zehn Fahrten von den Niederlanden nach Berlin gemacht und dabei um die 300 Kilo Marihuana geschmuggelt haben.

Dem Richter sagte er: „Ich wurde so erzogen, dass man seinem Vater zu helfen hat.“ Der Vater Izaac T. soll Hunderte Kilo an zwei Berliner Großabnehmer verkauft haben.

Bei einer ersten Tour 2010 wurden rund 30 Kilo geschmuggelt und der Sohn war damals noch „Zweitfahrer“. Danach musste er alleine fahren, doch der Vater steckte angeblich das gesamte Drogengeld ein. Simon T. soll nur einen Minilohn erhalten haben: „Er bezahlte Handy-Rechnungen, mal 100 Euro, mal 200 Euro.“

Im Oktober 2011 soll dann die letzte Fahrt des Sohnes gewesen sein: „Ich hatte mich mit einem Paket-Lieferdienst selbstständig gemacht, wollte mir eine eigene Existenz aufbauen.“ Und nicht so werden wie der Vater: „Ich bin kein Krimineller.“

Nachdem Kunden von Isaac T. ausgepackt haben, kam die Polizei fast sechs Jahre nach dem Schmuggel. Simon T. kam erst in seiner Heimat, den Niederlanden in den Knast und dann in Berlin. Nach der Inhaftierung des Sohnes ist der Vater gestorben.

Simon T. hatte keine Vorstrafen und sein Geständnis überzeugte das Gericht. Das Urteil: Wegen Beihilfe beim Schmuggel von 283 Kilo Gras muss er jetzt drei Jahre ins Gefängnis.

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