50-200 Mal stärker als Heroin: Warnung vor neuer Designer-Droge in Deutschland

Im Raum Karlsruhe ist mit Cychlorphin ein neues, hochpotentes synthetisches Opioid aufgetaucht. Bundesweit kursieren inzwischen Warnmeldungen, vereinzelt werden Todesfälle mit dem Stoff in Verbindung gebracht. Cychlorphin zählt zu den sogenannten neuen psychoaktiven Stoffen (NPS) und unterliegt seit Dezember dem NPS-Gesetz.

Nach Angaben des Laborverbunds LADR soll die Substanz 50- bis 200-mal stärker wirken als Heroin. In Karlsruhe wurde Cychlorphin in Urinproben von Patienten einer Suchtambulanz sowie in sichergestelltem Material nachgewiesen. Berichten zufolge wurde es unter anderem als farbloses E-Liquid oder in Tablettenform angeboten. Konsumformen reichten von oral über inhalativ bis intravenös.

Mediziner warnen vor einer schwer kalkulierbaren Gefahrenlage. Bereits geringe Mengen könnten lebensbedrohliche Atemdepressionen auslösen. Das Universitätsklinikum Freiburg berichtete von einem schweren Vergiftungsfall, der intensivmedizinisch behandelt werden musste. Auch das National Early Warning System (NEWS) verweist auf erste dokumentierte Fälle.

Hilfsorganisationen weisen darauf hin, dass synthetische Opioide teils auf Blottern oder in gefälschten Medikamenten kursieren. Geruch, Geschmack oder Aussehen böten keine verlässlichen Hinweise auf den Wirkstoff. Als Notfallmedikament kommt Naloxon infrage, unter Umständen sind jedoch mehrere Dosen erforderlich. Fachleute fordern verstärkte Aufklärung sowie Drug-Checking-Angebote.

Quelle: Pharmazeutische Zeitung

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