
Schon der Einstieg macht deutlich, dass „A Techno Ballet Odyssey“ anders funktioniert als ein klassischer Theaterabend. Ein hypnotisches DJ-Set vorab baut gezielt Spannung auf und definiert den musikalischen Rahmen der Nacht. Der Sound setzt früh den Fokus auf Rhythmus und Atmosphäre und bereitet das Publikum klar auf das Konzept des Abends vor.
Die eigentliche Performance überzeugt vor allem durch ihre Nähe. Die Tänzer:innen der Berlin Ballet Company agieren nicht auf einer abgetrennten Bühne, sondern bewegen sich direkt zwischen den Gästen. Dadurch entsteht eine ungewöhnliche Intensität: Man ist nicht bloßer Beobachter, sondern Teil des Raums, in dem sich die Choreografie entfaltet. Die Dramaturgie ist intensiv und zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar. Besonders wirkungsvoll ist das Spiel mit mehreren Bühnen im Saal. Der Fokus verschiebt sich ständig, teilweise werden mehrere Stages gleichzeitig bespielt. Das sorgt für permanente Aufmerksamkeit und überraschende Momente. Die Tänze selbst sind präzise und auf hohem technischem Niveau choreografiert, jede Bewegung wirkt in point.

Mit 70 Minuten ist die Länge der Performance ideal gewählt: konzentriert, intensiv und ohne Längen. Das begleitende Live-Set von Marko Nastić ist dabei ein zentraler Bestandteil des Gesamtkonzepts. Sein Sound ist klar, treibend und exakt auf die Dramaturgie abgestimmt – nicht als Hintergrund, sondern als tragende Ebene der Inszenierung.
„A Techno Ballet Odyssey“ zeigt überzeugend, wie stark die Verbindung von klassischer Tanztechnik und elektronischer Clubmusik funktionieren kann. Das Format löst die Trennung zwischen Bühne und Tanzfläche konsequent auf und bietet ein Erlebnis, das sich deutlich von herkömmlichen Aufführungen oder Clubnächten abhebt. Ende Januar steht eine Show in Baden-Baden an, bevor es Ende Februar für drei Abende ins Kölner Bootshaus geht.

30.01.2026 Baden-Baden – Festspielhaus
26.02.2026 Köln – Bootshaus
27.02.2026 Köln – Bootshaus
28.02.2026 Köln – Bootshaus
www.instagram.com/berlinballet.company
Aus dem FAZEmag 167/01.2026
Fotos: Masha Kulch