snoop


Viele unter uns rauchen ganz gerne mal eine Sportzigarette. Und viele unter uns machen das regelmäßig. Allerdings gibt es neben diversen, unbestrittenen guten Eigenschaften, die Cannabis aufweist, zum Beispiel hatten wir hier über die Zerstörung von Krebszellen durch Cannabis berichtet, auch Risiken, die ebenfalls nicht verschwiegen werden sollten.

Es gibt diverse Studien über die Folgen von Drogenkonsum und sogenannte Fehlleistungen im Alltag. Überraschendes Ergebnis: Nicht Ecstasy oder Kokain, sondern Cannabis hat den stärksten Effekt auf die Konsumenten. Das britische Forscherteam Catherine Montgomery und John Fisk hat dabei festgestellt, dass sich Cannabiskonsumenten eher bei der Koordination verschiedener Aufgaben verzetteln und häufiger vergessen, geplante Dinge zu erledigen: Wo habe ich den Stift nur hingelegt? Wie heißt noch mal die Freundin meiner Freundin etc. Im Alltag passieren uns mehr oder weniger häufig kleine Fehlleistungen. Kleine Aufmerksamkeitsstörungen und Fehlleistungen sind durchaus normal, die Häufigkeit, mit der im Alltag etwas danebengeht, gibt allerdings auch Aufschluss über die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns. Der dauerhafte Konsum von Cannabis und vor allem der frühe Einstieg in das regelmäßige Kiffen haben hierauf einen bedeutsamen Einfluss.

  • Überforderung durch Multitasking
  • Einbußen beim Erinnerungsvermögen
  • Verhindern schnellen gedanklichen Umschaltens

Im Rahmen ihrer Büro-Studie haben Montgomery und Fisk folgendes festgestellt: Testpersonen mussten sich in einem virtuellen Büro bewähren und die Aufgabe erforderte verschiedene kognitive Fähigkeiten wie das Planen von Aufgaben, das Prioritätensetzen oder die flexible Reaktion bei unerwarteten Ereignissen. 20 Cannabiskonsumenten im Alter zwischen 18 und 25 Jahren nahmen an der Studie teil. Diese mussten mindestens fünf Tagen vor der Untersuchung abstinent gewesen sein. Zum Vergleich wurden zusätzlich 20 altersgleiche Personen eingeladen, die noch nie illegale Drogen konsumiert haben. Die Ergebnisse waren eindeutig: Bei den Cannabiskonsumenten machten sich große kognitive Defizite bemerkbar im Vergleich zu den Nicht-Kiffern.

Auch andere Studien von britischen Forschern beschäftigten sich mit verschiedenen kognitiven Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Auge-Hand-Koordination oder Kopfrechnen. Das Forschungsteam untersuchte, wie die Testpersonen mit dem Multitasking umgingen und wie sehr es sie stresste. Wie sich zeigte, konnten Kiffer deutlich schlechter mit Aufgaben umgehen, die Multitasking erforderten, als abstinente Testpersonen. Sie waren stärker gestresst und fühlten sich durch die anstrengenden Aufgaben eher überfordert als die Kontrollpersonen. Das bedeutet: Bei einfachen Aufgaben machen sich Cannabis-bedingte kognitive Defizite womöglich kaum bemerkbar. Sobald es anstrengend wird geraten Cannabiskonsumierende jedoch schneller unter Stress. Dies mindert nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern auch das Wohlbefinden.

Bleibt die Frage, ob Cannabis tatsächlich das Hirn schädigt, also neurotoxisch wirkt. Dem ist aber nicht so. Selbst nach jahrelangem Kiffen kann ein Monat Abstinenz dafür sorgen, das Hirn wieder auf ein normales Niveau zu bewegen. Immerhin eine gute Nachricht zum Schluss.

 

Das könnte euch auch nachdenklich stimmen:
Alkohol ja – Cannabis nein?

Das könnte dich auch interessieren:
Irland – vorübergehende Legalität von Ecstasy
Bringmann & Kopetzki’s Wild Life: Acid is back!
Gigantischer Drogenfund in Paris
Das ist mal ein Drogen-Underground-Tunnel!