Prana steht im Hinduismus für Leben oder Lebensenergie, und wer schon mal eine Yogastunde besucht hat ist dem Wort mit Sicherheit auch schon begegnet. Der Titel beschreibt die EP insofern gut, da sämtliche Stücke tatsächlich voller Kraft und Energie stecken. Diese schöpfen sie vor allem aus dem ausgefeilten Spiel mit Melodien und Arpeggios, das die vier (digital) bzw. sechs Nummern (Vinyl) auszeichnet. Zwar bleiben die Tracks alle im (Deep-)House verortet, bekommen aber durch die ausgesprochene Musikalität etwas Indie-Pophaftes. Das passt zusammen mit der stets melancholischen Grundstimmung hervorragend zur Ästhetik des Berliner Innervisions-Labels, wo Aera, mit bürgerlichen Namen Ralf Schmidt, bereits 2016 debütierte. Seitdem hat der Produzent seinen Sound konsequent weiterentwickelt und die neuen Stücke wirken in ihrem Klang noch komplexer. Besonders hervorzuheben
ist das titelgebende Stück „Prana“, das mit seinen wunderschönen ineinander verwobenen Sequenzen etwas Hoffnungsvolles hat. Hoffnung kann man ja in diesen Zeiten besonders viel gebrauchen, sodass Schmidt mit seiner Veröffentlichung jetzt genau den richtigen Zeitpunkt gefunden hat. 9/10 Fleipster