Der Trolley ist ausgepackt, das Auto frisch gewaschen und getankt, und meine körperlichen wie smartphone-bedingten Akkus laden sich auch langsam wieder auf. Oder anders: Ich bin zurück vom Airbeat One Festival. Fragt mich jetzt bitte nicht, das wie vielte Event es in meiner Zeit als FAZE-Musik-Journalist, PR- und Pressemitarbeiter oder als ganz normaler Besucher war. Aber ich bin längst im hohen dreistelligen Bereich angekommen. Und so viel Routine sich in all den Jahren auch eingeschlichen hat, so viel Überraschendes erlebt man noch – auch nach so vielen Jahren. Aber erst einmal: Zurück auf Anfang.

Airbeat One ist längst eine feste Institution am hiesigen Festival-Firmament. „Glückwunsch zur Volljährigkeit“, sag ich da mal. 18 Jahre – das muss man im heutzutage so hart umkämpften Eventmarkt erst einmal schaffen. Und die Crew rund um Rolf und Basti Eggert, Oli Mohn & Co. hat längst bewiesen, dass Airbeat One auch auf internationaler Ebene mit den Global Playern aufwendiger Veranstaltungsproduktionen mithalten kann. Und dass man dann im 18. Jahr noch immer Rekorde zu verzeichnen hat, ist immens und verdient absoluten Respekt. 195.000 Besucher aus 80 Nationen pilgerten vom 10. bis 14. Juli 2019 ins idyllische Neustadt-Glewe, zum Segelflughafen. Und mehr als 200 DJs, Acts und Artists lieferten den Soundtrack für fünf unvergessliche Tage in Mecklenburg-Vorpommern. Vier Floors – vier völlig unterschiedliche, soundstilistische Ausrichtungen. Die gesamte Bandbreite der elektronischen Musik wurde geboten: EDM und beatgewaltiger Mainstream auf der 140 Meter breiten und 40 Meter hohen Mainstage. Techno, House, summer-fluffy & groovy-shaky Tunes im Terminal. Psytrance & Goa auf der Second Stage. Und alle Elemente der harder Styles bei den Kollegen von Q-Dance. Plus ein fünfter Floor: das Melitta Festival Wohnzimmer – das einzige Party-Areal auf dem Campingplatz.

Das Motto dieses Jahr bei Airbeat One übrigens: Indien. Und das spiegelte sich vor allem im Stage-Design der Hauptbühne wider. Eine original- und maßstabsgetreue Replika des weltberühmten Taj Mahal. Indisch gab es aber nicht nur für die Augen, sondern auch für den Gaumen. Zahlreiche Food Stations mit Curry und Hühnchen waren auf dem Gelände verteilt, auf dem sich auch das 38 Meter hohe Riesenrad (mit exorbitant gutem Blick), ein 60 Meter hohes Kettenkarussell und zwei Fahrgeschäfte befanden, bei denen der ein oder andere Gast vielleicht dann doch Mühe hatte, das indische Reiscurry bei sich zu behalten. Who knows…

Meine Ankunft war am Donnerstag, früher Abend. Erst mal ein Rundgang übers Gelände. Kurzer Check-in im Pressebereich, ein bisschen vom (indischen) Buffet naschen, ein, zwei paar Drinks zur Einstimmung. Auf der Mainstage die letzten Beats von Don Diablo mitnehmen, kurz bei W & W reinhören und die Nacht mit Armin van Buuren um 01:30 Uhr beenden. Zuvor noch bei Lexy & K-Paul im Terminal reingeschaut, Wildstylez bei Q-Dance musikalisch beschnuppert und Goa mit Talla 2XLC alias Zyrus 7 live und in Farbe miterlebt, bevor wir dann Interactive Noise „ohral“ inhaliert hatten. Und dann: Ab in die Federn.

Am nächsten Morgen erst einmal einen Kaffee. Nach einer langen Nacht genau das richtige Getränk, um den body-eigenen Power-Schalter zu aktivieren. Denn es geht doch nichts über einen frisch gebrühten, heißen und noch dampfenden Kaffee, den man nach einer langen Partynacht schlürfen kann. Wenn der Körper noch im Energiesparmodus ist, die Knochen noch nicht ganz sortiert sind und man einfach nur chillig auf lounge-artigen Möbeln entspannen will – dann hat man das bei Airbeat One im Melitta Festival Wohnzimmer gemacht. Die zweistöckige Kaffee- & Event-Location, die zum Großteil aus Holz bestand, war der Place to be, um sich für den Tag zu stärken. Getreu der Devise „Friede, Freude, Beats & Bohne“ konnte man hier zwischen zahlreichen Sorten wählen. Egal ob Café Crema, Filterkaffee, Kaffee mit Schuss, Kaffee mit Karamel – sogar verschiedene Iced-Coffee-Sorten waren im Angebot. Und bei Preisen zwischen 3 und 5 Euro kam auch Meckern erst gar nicht in die (Filter-)Tüte! Die Stimmung war relaxt, man kam mit der Coffee-Community ins Gespräch, plauderte über den letzten Abend und die letzte Nacht und darüber, welch coolen Sound der DJ im Melitta Festival Wohnzimmer auflegt. Dieser war eine Etage über der Barista-Abteilung angesiedelt und beschallte die sitzende, wippende und tanzende Kundschaft mit sommerlichen House-Vibes. Spätestens wenn man mit Kaffee auf der Open-Air-Tanzfläche stand und feierte, wurde einem bewusst, warum hier im wahrsten Sinne des Wortes der „Coffee-to-go“ der ultimative Wake-up- & Warm-up-Drink ist. Besonders tasty war übrigens die DJ-Einlage von Lykke – ihres Zeichens eigentlich Baristi. Sie spielte das Closing-Set am Freitag, von 19:00 bis 23:00 Uhr. Als Gage bekam sie keine 5.000 Euro – vielleicht aber 5.000 Kaffeebohnen von Melitta. Wir werden es nie erfahren.

Zurück aufs Festivalgelände. Während sich die einen bei strömendem Dauerregen einer riesigen und hemmungslosen (aber friedvollen) Schlammschlacht vor der Mainstage hingaben – und sich somit auch dem Sound von Alan Walker –, ging es im Terminal bei Mike Perry nur im übertragenden Sinne feucht-fröhlich zu. Das Terminal ging dieses Jahr auf Expansionskurs und wurde um einiges vergrößert. Platz für rund 5.000 Partypeople, die sich zu perfekt ausgesteuertem Sound und exzellent live umgesetzter Lichttechnik erfreuen durften. Dutzende Moving Lights, Laser-Installationen vor, über und neben der Bühne, und eine imposante LED-Glühbirnen-Kuppel an der Decke des großen Zirkuszeltes – sehr liebevoll gestaltet! Mein (visuell gesehen) persönlicher Lieblings-Floor.

Bis ins kleinste Detail durchdacht war allerdings auch die Second Stage, klangspezifisch gesehen meine favourite Area. Eine Acht-Punkt-Beschallung lieferte den Nonplusultra-Sourroundsound, und auch die Deko passte perfekt in die Szenerie: ein psychodelisches Mekka im Goa-Tempel. Das Artwork verkörperte das diesjährige Motto „Indien“ so phänomenal gut wie keine andere Stage. Klar, ist Goa schließlich ein indischer Bundesstaat und namensgebend für die sphärischen, klickend-klingenden Klänge, für die verzerrten Vocals aus den Vocodern, und für die knarzenden Arrangements und minimalistisch gehaltenen Synthie-Elemente. Goa eben. Und Psytrance – mit beispielsweise den internationalen Aushängeschilden Ace Ventura und Astrix.

Es muss so kurz vor vier Uhr nachts gewesen sein, dass unsere Truppe den sogenannten „toten Punkt“ erreicht hatte. Da lag es nahe, statt zum Bier zum Kaffee zu greifen. Praktischerweise war direkt neben der Mainstage eine Melitta CoffeeBar. „Kaffee! Schwarz!“ stand auf unserer Koffein-Agenda. Gesagt – getan. Und weil die Temperaturen auch nicht gerade einer Hochsommernacht gerecht wurden, war der nachhaltige Melitta To Go-Becher mit seiner ausstrahlenden Wärme genau das Richtige. Witzigerweise lernte ich am Folgetag noch ein paar Crew-Mitarbeiter von Melitta kennen, die mir berichteten, mit welcher Manpower sie hier bei Airbeat One vor Ort gewesen seien: Eine 50-köpfige Mannschaft kümmerte sich darum, dass der Kaffee frisch gebrüht im Becher landete. 50 Jungs und Mädels, von Melitta und Agenturen bis hin zu dem Auf- und Abbau- sowie dem Promotion-Team. Irgendwie macht Melitta Kaffee tatsächlich zum Genuss. Auch von der zweiten Melitta CoffeeBar – direkt neben der VIP Pool Area – erfuhr ich zum ersten Mal. Klar, beim Pool war Trockenheit ein Fremdwort, allerdings meinte es auch Petrus nicht sonderlich gut mit uns Festivalisten. Immer wieder schüttete es wie aus Eimern, doch mit den Melitta Regenponchos, die wir ergattern konnten, wurden wir nur oberflächlich nass. Ihr fragt euch – und das völlig zurecht –, warum ich hier so oft Melitta erwähne. Aber Melitta sei Dank liegen wir heute nicht mit einer Grippe im Bett. Heißer Kaffee, coole Beats, trockene Klamotten – und vom Regen nicht in die Traufe, sondern zur nächsten Area bei Airbeat One!

Statten wir der holländischen Q-Dance doch mal einen Besuch ab. Adrenalize, Code Black, Bass Modulators – und als Host den weltbekannten Villain. Tolle Pyro-Effekte, ein wieder einmal präzise umgesetzter Bühnen-Look. Irgendwie furchteinflößend. Wie immer. Denn die Kenner unter euch wissen natürlich, dass die Macher des Q-Dance-Floors alljährlich die Stage-Optik ändern und damit dann auf große, weltweite Festivalreise gehen. Next Stop: Airbeat One.

Next Stop: Mainstage. Wer von euch zum ersten Mal auf dem Event der Superlative war, wird wohl mit offenen Augen vor der 5.600 Quadratmeter flächengroßen Bühne gestanden haben. Spätestens als von 02:45 bis 03:00 Uhr das vorprogrammierte Feierwerk – pardon: Feuerwerk – den absoluten visuellen Höhepunkt bot, und zugleich den Abschluss des Festivals auf der Mainstage. Und wer von euch schon öfter da war, wird etwas verwundert gewesen sein, denn bisher war die Closing-Show immer gegen Mitternacht angesetzt. Dieses Jahr nahm man den Begriff „closing“ wortwörtlich. In diesem Sinne: Wir sehen uns beim Airbeat One Festival vom 8. bis 12. Juli 2020. Der Vorverkauf startet am 1. August dieses Jahres, und mit ihm wird womöglich auch das Motto für die kommende Ausgabe verraten. Und wir können es euch schon verraten: Nach USA, UK und Indien reisen wir nächstes Jahr nach … (Nachricht gelöscht)

Nichts da – bleibt einfach unseren üblichen FAZE-Channels treu und seid die mitunter Ersten, die wissen, wohin 2020 die Reise gehen wird.

www.airbeat-one.de
www.melittafestivaltour.de

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(C) Fotos mit Melitta-Motiven: Melitta
(C) restliche Fotos: Torsten Widua