
Gehypte TikTok-DJs bestimmen mittlerweile den Headliner-Bereich vieler Veranstaltungen für elektronische Musik. Namen, die vor ein paar Jahren noch niemand kannte, sprießen überall aus dem Boden. Holger von AKA AKA hat dazu eine deutliche Meinung – nach dem schnellen Aufstieg kommt auch oft der schnelle Fall und das meist gravierend …
TikTok hat die Szene verändert. Die Covid-19-Pandemie hat die Technokultur als historische Zäsur verändert. Die Art und Weise, wie die größten Star-DJs mittlerweile medial rezipiert werden, ist eine andere als noch vor ein paar Jahren. Was bei vielen zählt: die Selbstdarstellung in den sozialen Medien und die Followerzahlen.
Doch vieler dieser neuen Headliner haben oftmals kaum Erfahrung, werden plötzlich ins große Rampenlicht mit vollem Tourkalender und großem Leistungsdruck gezogen – und fallen dann irgendwann tief.
Jüngstes Beispiel für einen vehementen Ausrutscher: Nicolas Julian. Der Hardtechno-DJ spielt international, hat über 2,4 Millionen Follower auf TikTok. Der 28-jährige in Berlin lebende Musiker erlebte seit 2023 einen steilen Aufstieg. Nahezu jedes Wochenende reist er ins Ausland, um Gigs zu bespielen.
Während eines Sets in Prag am vergangenen Wochenende wirkte er wie benommen, schlug um sich. Danach hatte er einen Zusammenbruch und landete im Krankenhaus. Wir berichteten über genauere Umstände.
Vielfach kritisieren alte Hase die heutige Szene und deren TikTok-Stars. Jetzt schaltet sich auch Holger Kampling vom Duo AKA AKA ein. Gemeinsam mit Johannes Bergheim ist er seit den 2000er-Jahren als fest etablierter Act in der Welt der elektronischen Musik unterwegs.
In einem Facebook-Post äußert Holger Bedenken über den schnellen Aufstieg junger Artists durch TikTok oder ein einziges virales Reel. Er freue sich zwar für den Erfolg dieser Acts, sieht aber hohe Risiken damit verbunden – besonders in Bezug auf „die mentale Stabilität“ dieser Künstler.
In diesem Zusammenhang wirft Holger das schöne Wort „Ochsentour“ ein. Damit gemeint ist, dass man sich vor den großen Gigs mit kleineren Gigs und allem, was dazugehört durchgekämpft hat – von Absagen, über das Schleppen von Equipment hin zu Ausnahmesituationen. Dadurch lerne man besser „mit Druck umzugehen“ und entwickle „ein dickeres Fell“.
Dabei spricht Holger aus eigener Erfahrung, er selbst sowie sein AKA-AKA-Partner hätten vor ihrem großen Outcome unter verrückten Umständen in die Szene gefunden – was sie auf spätere Absurditäten vorbereitet habe.
Ob sich Holger auf den jüngsten Vorfall von Nicolas Julian bezieht, oder diesen als Inspiration für sein Anliegen hatte ist, ist unklar. Es steht auch nicht fest, ob Nicolas Julian einen mentalen Breakdown hatte, Drogen im Spiel waren oder sonstiges. Derzeit liegt der beliebte Hardtechno-Star noch im Krankenhaus und wird untersucht.
Was meint ihr? Hat Holger Recht? Schreibt es uns in die Facebook-Kommentare!

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