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The bigger the better? Das ist keine Zwangsläufigkeit. Native Instruments, Allen & Heath und Faderfox machten in der Vergangenheit bereits vor, wie man in handlichen Controllern reichlich Performance-Power verpacken kann. Nun zieht Akai mit Modellen AMX und AFX nach. Nur unwesentlich länger als ein iPad Mini, heben die Serato-spezialisierten Units das Thema Mini-Controller qualitativ wie funktionell auf ein neues Niveau.

Akai AMX: Misch dich ein
Das Schöne an einem derartig kleinen Controller ist, dass er schnell überschaubar ist und durch die einfache Bedienung sofortige Erfolgsmomente beschert. Der Anschlussreigen auf der Rückseite des AMX verdeutlicht zudem, dass er keinesfalls nur als Erweiterung zu einem bestehenden Setup gedacht ist. Dank zweier Stereo-Cinch-Eingänge, einem Cinch-Out-Paar sowie obligatorischem USB-Port lässt sich mit dem AMX mühelos ein kompletter Gig bestreiten. Die gute Nachricht: Eine Vollversion von Serato-DJ ist im Lieferumfang enthalten. Wer den kompakten Controller zudem als DVS-Lösung nutzen möchte, muss Software-seitig das Serato DVS Expansion Pack für umgerechnet knapp 90 EUR freischalten. Als einer der wenigen Units überhaupt erlaubt der Mixer dann die Einbindung von Control-Vinyls bzw. und CDs. Die entsprechenden Zuspieler und Timecode-Scheiben natürlich vorausgesetzt. Erfreulich: Auch klanglich muss man mit dem AMX keine Kompromisse hinnehmen. Das Audiointerface arbeitet durchgängig auf hohem 24 Bit/96 kHz-Niveau. Einen Kopfhörerausgang bringt die Hardware auf der Stirnseite natürlich ebenfalls mit.

Das Layout lässt dank konsequenter Horizontalspiegelung keinerlei Bedienungsfragen offen. Links und rechts befinden sich die beiden Kanalzüge mit jeweils Phono/Line-Umschalter, Gain-Regler, 3-Band-EQs und fettem Filter-Effekt-Poti. Der Mittelteil ist oben durch den zentralen Browse-Encoder, zugeordneten Search- und Load-Knöpfen sowie Play/Pause-, Cue- und Sync-Buttons belegt. Hierzu einige Besonderheiten: Über Shift gelangt man in die zweite Ebene und kann, je nach Tastenbelegung, beispielsweise verschiedene DVS-Modi einstellen, zum Track-Anfang zurückspringen oder einen Stottereffekt auslösen. Weiterhin ist der Gain-Poti als Endlosdrehregler ausgeführt, um in zweiter Ebene auch die Track-Tonhöhe verändern zu können. Ein zusätzlicher Panel-Button erlaubt zudem den Wechsel zwischen den Record-, Effekt-, SP6-Sampler- und Flip-Ansichten in Serato DJ.

Das absolute Highlight sind jedoch die berührungsempfindlichen EQ- und Filter-Potis. wie sie unter anderem beim NS7-Controller von Numark zum Einsatz kommen. Bei Aktivierung des zugeordneten Touch-Buttons werden mittels Poti-Kappen-Berührung die Höhen-, Mitten- und Bassfrequenzen sofort gekillt. Beim Filter-Button sorgt der „Touch“ für die Auslösung eines längenveränderbaren Filter-Rolls. Die Nutzung des Touch-Tricks ist bei den EQs-Potis auch anzuraten, denn die Regler selbst sind ungewöhnlich schwergängig und dicht gesteckt. Aber das ist auch wirklich der einzige Wermutstropfen. Von der Gesamtverarbeitung und hohen Qualität der Bedienelemente (u.a. tauschbarer Inno-Crossfader) bis hin zum intelligenten Bedienkonzept kann man AKAI zu diesem Mini-Mixer einfach nur beglückwünschen. Alles ist dort, wo man es intuitiv erwartet; sogar an Pegelanzeigen in den Line- und Masterkanälen sowie einstellbare Faderkurven haben die Asiaten gedacht. Plug&Play-Spaß sowohl für Einsteiger als auch Profis, die ein mobiles, unkompliziertes (Not-)System suchen. Dass man mit dem AMX nicht auf alle Serato DJ-Funktionen zugreifen kann, war weder zu erwarten noch Grundlage des Konzepts. Die Basisfunktionen sind in jedem Falle alle abgedeckt. Und ein komplettes DVS-System für knapp 330 EUR (239 EUR AMX Hardware + 90 EUR Serato DJ Expansion Pack), wo gibt es das schon?

Akai AFX: Effekt-Konfekt
Wer auch die Effektabteilung von Serato DJ voll ausschöpfen möchte, kann den AFX gleich mit ordern. Er entspricht in Größe, Look und den Bedienelementen dem AMX Battle-Controller. Entsprechend schnell geht die Bedienung von der Hand. Der AFX muss dabei als reine Erweiterung verstanden werden. Im Alleingang, also ohne zusätzliche Hardware-Mixer, Player- und Software-Ausstattung, ist der Effekt-Spezialist zwar einsatzfähig, macht aber kaum Sinn. Erkennbar wird das schon an der Anschlusssektion. Diese beschränkt sich auf einen USB-Port für den Datenaustausch mit dem Serato DJ Computersystem. Wie der AMX wird auch der AFX über USB mit Spannung versorgt. Eine Serato DJ-Vollversion ist nicht im Lieferumfang enthalten.

Das Layout ist ebenso so symmetrisch auf zwei Hauptkanäle und zwei Ebenen aufgeteilt wie beim Mixing-Bruder. Über zwei Buttons an den oberen Geräteflanken erfolgt die Wahl der angesteuerten Serato-Decks 1 oder 3 sowie 2 oder 4. Die konkrete Zuteilung und Aktivierung der Effekte erfolgt über die FXA- und FXB-Assign-Buttons. Hier zeigt sich der AFX überaus flexibel. Denn die Effektkanäle A und B können sowohl einzeln wie auch kombiniert den Serato-Decks 1 und 2 sowie über Shift 3 und 4 zugeordnet werden. Selbst eine globale Zuordnung als Programm-Mix ist vorgesehen. Pro Kanal lassen sich dann 3 verschiedene Effekttypen auswählen und zuschalten. Die interne Beat-Anpassung lässt den Effekt taktgenau im Grundtempo schwingen. Ein Beat-Regler erlaubt schließlich die veränderbare Anpassung ans Taktraster. Als Zugabe gibt es einen TAP-Taster, mit dem sich die LFO-Geschwindigkeit manuell variieren und der Beat-Multiplikator wieder auf den Ausgangswert zurücksetzen lässt. Sehr cool: Auch der AFX verfügt über kapazitive Touch-Regler. Bei Aktivierung sorgen diese dafür, dass der jeweilige Poti-Parameter bei Berührung schlagartig On/Off geschaltet wird. Eine weitere Spezialität stellt der Ribbon-Streifen inklusive LED-Positionsanzeige am oberen Geräterand dar. Dieser verfügt über drei Modi. Im S-FX-Modus können die Effektparameter feinfühlig im Fingerstreich verändert werden. Der Pitch-Modus erlaubt die Tonhöhenveränderung des angesteuerten Tracks. Und im Suche-Modus lässt sich der Track im Eiltempo durchsuchen. Letzterer Modus ergibt vor allem einen Sinn, wenn man die Pad-Funktionen mit einbezieht.

Denn wie bei vielen ausgewachsenen Serato-Controllern der neuen Generation auch, wurden beim AFX am unteren Ende 8 anschlagdynamische Pads platziert, um Zugriff auf die mannigfaltigen Kreativfunktionen der Software zu erhalten. So lassen sich, je nach Modi, bis zu 8 Hot Cue-Punkte absetzen, 6 Flips festlegen, automatische oder manuelle Loop-Rolls generieren, 8 Slices erstellen und 6 Samples einzubetten. Ein Transportmodus sorgt zudem dafür, dass der zu bearbeitende Track unabhängig vom Gesamt-Set wiedergegeben und pausiert, gesynct sowie als Stutter losgetreten werden kann. Die farblich hinterleuchteten Pads entsprechen bekanntem MPC- Standard und reagieren einfach hervorragend. Als optische Hilfe wurde zudem ein kleines LC-Display integriert, um bei vorgenommenen Pad-Parameteränderungen nicht völlig im Dunkeln zu tappen. Die Parameterveränderungen selbst werden über den zugordneten Endlos-Encoder durchgeführt.

Kaum zu glauben, dass sich auf so kleinem Raum derart viele Effekt-Funktionen, und dann noch durchweg logisch bedienbar, unterbringen lassen. Hier hat AKAI seine Erfahrung im elektronischen Instrumentenbau auf den Punkt konzentriert. Wer einen ebenso mobilen wie zuverlässigen und flexiblen Effekt-Controller für Serato DJ sucht, wird mit dem AFX seine helle Freude haben.

 

Akai AMX
Kompakter 2-Kanal DJ-Mixer für Serato DJ

  • Interne 24-bit/96 kHz Audiointerface
  • 8 berührungsaktive Regler für EQ-Kills, Filter-Sweeps
  • Play/Pause, Sync, Cue pro Kanal
  • Vorhör-Sektion mit Cue Mix, Cue Gain-Regle
  • Wechselbarer Inno-Fader mit einstellbarer Curve
  • Pegelanzeigen für Kanäle und Master
  • Vollversion Serato DJ im Lieferumfang enthalten
  • Anschlüsse: USB 2.0, 2 x Audio-In (Phono/Line umschaltbar), 1 x Audio-Out, Headphone Out
  • Preis: 290 EUR UVP (ca. 230 EUR Straße)
  • Optional: Serato DJ Expansion Pack (ca. 90 EUR)

Akai AFX
Kompakter DJ-Effektor für Serato DJ

  • Bis zu 4 Serato-Decks über Matrix steuerbar
  • Direkte Kontrolle von 2 x 3 FX
  • 8 berührungsaktive Regler für FX-Control, Beat
  • 8 anschlagdynamische RGB-Pads
  • 10 Pad Modi zum Triggern von Hot Cues, Loops, Slices, Samples
  • Serato Flip- Unterstützung für nicht-destruktiven Remixe
  • LFO-Tap
  • Ribbon-Strip für Track Search, Pitch, Effektkontrolle
  • Transportsektion mit Play/Pause, Cue, Sync, Stutter
  • Parameter-Encoder mit LC-Display
  • Anschluss: USB 2.0
  • Preis: 219 EUR UVP (ca. 180 EUR Straße)

 

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Aus dem FAZEmag 038/04.2015