Quarion – Shades (Drumpoet Community)

Wer Quarions DJ-Sets kennt, weiß, was uns auf seinem Debütalbum auf Drumpoet Community erwartet. Feinsinniger, aber druckvoller Technosound, mit einem Ohr für verspielte Details und große Momente. Die Reise, auf die uns der gebürtige Schweizer und nun in Berlin lebende Musiker mitnimmt, ist sehr vielschichtig: organische House-Grooves, treibende Acid-Lines, brodelnde Technobeats. Was das Album nochmal auf eine neue Ebene hebt, sind die Interludes und beatlosen Tracks, die sehr experimentierfreudig und verspielt daherkommen. Insgesamt bekommen wir hier eine sehr atmosphärische und deepe Version von zeitloser Tanzmusik auf die Ohren. 10/10 Basti Gies Tracklist: A1. Turquoise (99 ‚til Infinity) (2:44) A2....

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Heinz Strunk – Aufstand der dünnen Hipsterärmchen (Audiolith)

Das passt ja mal wieder zu Audiolith – das neueste Werk von Heinz Strunk glänzt sowohl textlich als auch musikalisch und fühlt sich im Kirmespunk-Kosmos des Hamburger Imprints pudelwohl. Man könnte versuchen, das Album so zu beschreiben: wie das HGich.T-Kollektiv, nur etwas intellektueller, musikalischer und subtiler – aber nur etwas. Mit unglaublich viel Witz macht der von manchen als „Jahrhundertgenie“ gehandelte Strunk einfach Bock zum Abgehen und hat mit „Abgelaufen“ sogar einen richtigen Hit parat. Kurzer Ausschnitt aus den Lyrics gefällig? „Ich bin randvoll mit Pisse – Dann musst du weniger saufen – Ich kann aber nicht mehr anhalten...

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M83 – Digital Shades Vol. 2 (Naïve Records)

Willkommen zur fantastischen Reise in die 80er. So könnte zum Beispiel der Titel „A Taste Of The Dusk” in einer Serie aus dieser Zeit laufen, in der eine attraktive, brunette Lady mit Sonnenbrille, Stirnband und langen wehenden Haaren im Wind in ihrem weinroten Mercedes-Cabrio über eine hohe Küstenstraße fährt. Generell ist der Sound eine ehrwürdige Hommage an diese Zeit. An eine Zeit, in der mit analogen Instrumenten produziert wurde – wie dieses Album. Jeder der 15 Tracks entstand mit dieser Technik. Mit „Digital Shades Vol. 2“ liefert Anthony Gonzales alias M83 einen Nachfolger ab, der noch perfekter, ausgereifter und...

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Stil vor Talent Berlin: Admiralbrücke (Stil vor Talent)

Stil vor Talent feiert sein 250. Release mit der neuesten Ausgabe der beliebten „Stil vor Talent Berlin“-Serie. 30 neue und bisher unreleaste Tracks, zusammengestellt von Label-Head Oliver Koletzki. Mit dabei sind alte Bekannte wie Rafael Cerato, Jiggler, Hidden Empire, Giorgia Angiuli, Pachanga Boys, Dapayk & Padberg und Oliver Koletzki selbst, jedoch auch einige freshe Newcomer wie Theo Meier, Daniel Rateuke oder pølaroit. Der Sound pendelt zwischen House und Techno, ist sehr verspielt, sphärisch und druckvoll, jedoch stets organisch. Diese Soundästhetik passt perfekt zu heißen Sommertagen und -nächten. Sehr gut! 10/10 Basti...

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Tomas Tulpe – Der Mann im Pfandautomat (Bakraufarfita Records)

Das ist wohl eines der charmantesten und lustigsten Alben zur Zeit: Tomas Tulpe, „bekannt“ von „Ich war noch nie im Berghain“, präsentiert uns einen lässigen, trippigen und süffigen Lifestyle. Tracks wie „Botox im Bauch“ oder „Gebäck im Gepäck“ machen gute Laune, was auch an den gewollt cheapen Electroclash-Beats liegt, die verdammt eingängig sind. Irgendwo zwischen 80s, HGich.T, Rave und Karneval ist Tomas Tulpe zu finden und heizt uns gewaltig ein. So Bad-Taste, dass es wieder richtig gut ist! 9/10 Basti...

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Dominik Eulberg – Mannigfaltig (!K7 Records)

  Acht Jahre mussten wir auf ein neues Album von Dominik Eulberg warten, aber langweilig wurde es in dieser Zeit natürlich nie um den Westerwälder, der mit seinen zahlreichen Aktivitäten rund um die Natur und begleitend zur Musik – oder auch abseits davon – immer sehr präsent war und ist. Und so ist „Mannigfaltig“ nicht einfach nur ein Album mit zwölf Tracks, sondern ein Plädoyer für den Erhalt der Biodiversität und die Schönheit der Natur. Zwölf Tracks, durchnummeriert mit den Namen einheimischer Tiere – von der Eintagsfliege bis zum Zwölfpunkt-Spargelkäfer. Auf dem Cover gibt es Zeichnungen der Tiere samt...

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Hunter/Game – Silence (Just This)

Das italienische Duo aus Mailand dropt mit der „Silence LP” ein wahres Meisterwerk. Darauf findet sich allerfeinster Ambient, der sich problemlos als Soundtrack für Filme oder Serien verwenden ließe. Der generelle Vibe der zehn Tracks ist mystisch und melancholisch. Auf Kicks wurde fast durchgehend verzichtet, trotzdem hypnotisiert der organische Klangteppich durch viele einzelne Details und Texturen, die wunderschön in Hall gebettet und clever im Raum verteilt wurden. Die Mischung aus synthetischen und natürlichen Klängen ist gut gelungen und durch das abwechslungsreiche Arrangement wird ein meisterhafter Spannungsbogen kreiert. Hier lässt sich kein Favorit ausmachen – es könnte jeder sein! 10/10...

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Boxia – A Night In The Life Of (Drumcode)

Endlich ist es soweit, Boxia haut sein erstes Album auf den Markt! Der 14-Track-Longplayer geht dabei auf eine lange Reise, in welcher sowohl atmosphärische, transzendentale Elemente, Progressive House als auch schöner Warehouse Techno nicht zu kurz kommen. Ein Album, welches sich in Gänze wirklich wunderschön hören lässt, dabei immer genug Abwechslung bietet und es eigentlich verbietet, den Skip-Knopf zu drücken. Höhepunkte sind sicherlich der Opener „A Night In The Life Of“, „Give Love Always“, „Inside and Out“ und „Last Nightclub“, wobei hier Präferenzen zu ziehen eine schwerere Übung darstellt, da die LP komplett überzeugt. Dass Drumcode sich dieser Sache...

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Dapayk & Vars – Streets & Bridges (Ritter Butzke Studio)

Schon seit 20 Jahren ist Dapayk eine Grundsäule für die Szene der elektronischen Musik. Für sein neustes Schaffen kollaboriert er mit dem jungen Sänger Vars und zusammen releasen sie das 9-Track- starke Album „Streets & Bridges”. Die Mischung der beiden funktioniert sehr gut und ergibt einen einzigartigen Sound. Synergetisch verschmelzen dumpfe, drückende Kicks, brummende Basslines, verhallten, ätherischen Flächen mit herrlichem Gesang ¬– der mal mehr, mal weniger, aber jedes Mal passend, eingesetzt wurde. Insgesamt ist dem Duo ein erfolgreicher Genre-Spagat zwischen House, Ambient und Pop gelungen, der sich definitiv hören lassen kann. 10/10 Lukas...

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New Order – ∑(No,12k,Lg ,17Mif) New Order + Liam Gillick: So it goes… (Mute)

Zu New Order muss man eigentlich fast gar nichts mehr sagen. Legendäre New-Wave-Band aus Manchester. Blue Monday. Punkt. Nun hat eben diese legendäre Band 2017 einige Shows in den ebenso legendären Old Granada Studios gegeben und nun endlich die Live-Mitschnitte in einem Album releast. Dabei sind Tracks, die man noch gar nicht kannte, sehr bekannte Singles und ganz alte Tracks, die die meisten gar nicht mehr auf dem Schirm hatten. Das Ergebnis klingt verdammt groovy, mitreißend und frisch. Der typische New-Order-Sound klingt live noch etwas lebendiger, kann aber manchmal nicht ganz mit einer Studio-Produktion mithalten. Doch die Live-Atmosphäre wiegt...

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Santé – Current II (Avotre)

Lange wurde darauf gewartet, nun ist es endlich da! Mit der „Current II LP” erscheint das zweite Album von Avotre-Labelchef Santé. Ganze 13 Tracks hat er reingepackt, davon fünf mit verschiedenen Features, wie Joaquin DeKoen oder Mathias Kaden. Inhaltlich geht es in Richtung House, es wird jedoch eine sehr breite Stilpalette bedient: Es gibt sowohl atmosphärische und melodische Stücke („Talaboo”), klassischen House mit wabbernden Chords und dezenten Vocals („Talk About”) und Tracks, die schon an Techno grenzen, mit schnellem Tempo und wummernden Bässen („Blink”). Was jedoch alle Tracks vereint sind die punchigen, pumpenden Drums und warmen, satten Basslines aus...

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Matias Aguayo – Support Alien Invasion (Cómeme)

Was passiert, wenn die 4/4-Kick auf einmal was ganz anderes macht? Wenn der gesamte Groove eines House-Tracks verrücktspielt und in neue rhythmische Sphären abgleitet? Matias Aguayo macht es uns vor auf seinem langerwarteten Album „Support Alien Invasion“. Die insgesamt neun Tracks basieren auf polyrhythmischen Grooves, die stark an futuristischen Karneval erinnern. Und das geht ganz schön ab. Jeder Track wirkt absolut hypnotisch und kann einen auf dem Floor in einen Trance-Zustand bringen. Doch auch in den heimischen Gefilden, auf der Couch, ist es ein Genuss sich das Album anzuhören. Der einzige Kritikpunkt: Melodien und Harmonien gehen im Rhythmus unter....

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