BĘÃTFÓØT – BĘÃTFÓØT (Life and Death)

Acid, Rave, Punk, Rap. Das israe- lische Trio BĘÃTFÓØT präsentiert sein gleichnamiges Debütalbum und überzeugt mit einem völlig durchgeknallten und explosiven Genre-Mischmasch, das von überschäumenden Synthies bis hin zu manipulierten Vocals und skurrilen Samples reicht. BĘÃTFÓØT gelingt es, eine unglaublich homogene Kombination aus Elektro und Punk zu erzeugen, die zwar gewollt trashig, aber auch äußerst ästhetisch daherkommt. Sinnbildlich für den Sound des ganzen Albums steht die erste Singleauskopplung „King-Trash“, die mit sporadischen und unerbittlichen Drums wie ein Ge- witter durch unsere Köpfe fegt. Dieser punkige Elektro-Rhythmus ist einfach mitreißend und gleichzeitig sehr humorvoll, was auch die vielen Einflüsse aus...

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Jean-Michel Jarre – Welcome To The Other Side (Sony)

Ein weiterer Meilenstein, den der Elektronik-Pionier Jean-Michel Jarre gesetzt hat: Silvester spielte er ein Livestream-Konzert, bei dem er mit seinem Avatar in der virtuellen Pariser Kathedrale Notre-Dame auftrat. Eine Verbindung von Live-Konzert-Visuals in Echtzeit mit einer tatsächlichen Studio-Live-Performance, der über 75 Millionen Menschen weltweit beiwohnten. Seinen Legendenstatus als Konzertmeister für opulente und epische Live-Auftritte konnte er damit weiter zementieren. Jarre präsentierte an diesem Abend Tracks aus seinem Alben „Electronica“ sowie überarbeitete Tracks aus den Klassikern „Oxygène“ und „Equinox“. Stücke wie „Herbalizer“, „Oxygene 19“ oder „Gravity“ sind mit an Bord, das ganze Konzert ist fesselnd, Jarre in Topform und mit...

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Rudimental – Ground Control (Warner)

Auch das vierte Album des Musikerkollektivs aus Hackney ist wieder großartig und vor allem großartig abwechslungsreich geworden. Amir Izadkhah, Kesi Dryden, Leon Rolle und Piers Aggett sind Rudimental. Und jeder der vier Londoner hat ein anderes Lieblingsgenre als seine drei Kollegen. Ebenso spielen alle Vier unterschiedliche Instrumente. Das macht den Reiz des Albums zu großen Teilen aus. Man hört UK Garage, Soul-Einflüsse, Drum’n’Bass-Rhythmen, Hip-Hop-Vocals und House-Arrangements. Alles fließt zusammen und alles klingt logisch. Ein sehr harmonisches Album, das dennoch einige Single-Hits in Petto hält. Wahrscheinlich eher für die Fans im UK, aber wer weiß. Klasse ist das Album in...

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F.S. Blumm & Nils Frahm – 2X1=4 (Leiter)

Es ist das vierte gemeinsame Album von F.S. Blumm und Nils Frahm, veröffentlicht wird auf dem neuen Imprint von Frahm und dessen Manager Felix Grimm – Leiter. 2010 kamen die beiden erstmals für ein Album zusammen, mit „2X1=4“verlassen sie allerdings ihren musikalischen Pfad der Vorgänger und vereinen nun hier ihre beider Leidenschaft zum Dub. Schon 2016 entstand das meiste Material des neuen Longplayers in Impro-Sessions. Im Laufe der Jahre formten Blumm und Frahm dann daraus die Tracks – endlose wirkende Dub-Schleifen, knisternde Monster, berauschende Trips, düstere Underground-Ausflüge mit Ambient- und Drone-Elementen und fast schon halluzinogener Wirkung. Klasse. Einsteigen, loslassen...

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Jungle – Loving In Stereo (Caiola/AWAL)

Das Duo Jungle hat die fortdauernde Corona-Pandemie genutzt und reichlich Zeit im Studio verbracht. Herausgekommen ist ihr neues Album „Loving In Stereo“, eine waschechte Dancefloor-Platte für die Zeit nach der Krise. Die Jungs bleiben also ihrem notorischen Gute-Laune-Sound treu. Neo- Soul, Funk und Disco treffen auf fette Breaks und großartige Vocals. Vom Allerfeinsten. Nicht außer Acht zu lassen sind indes die visuellen Aspekte, auf die sich Jungle nun ver- schärft fokussieren. So wurde etwa das Musikvideo zu „Keep Moving“, das zwei Gangs von Tänzer*innen zeigt, in einem Take gedreht. Klasse inszeniert, klasse Album. 9/10 M. Länk  ...

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Mano Le Tough – At The Moment (Pampa Records)

Finally, da ist es, das dritte Album des Produzenten Niall Mannion, besser bekannt unter seinem Pseudonym Mano Le Tough. Nach „Changing Days“ und „Trails“ (2015) ist „At The Moment“ der dritte Longplayer des Iren mit Wohnsitz Zürich. Geprägt wurde die Arbeit am Longplayer natürlich durch die Pandemie und wie er sie im letzten Jahr erlebt hat, dennoch handelt es sich hier nicht um ein Konzeptalbum. Das große Durcheinander dieser Zeit kanalisierte seine Kreativität, die sich hier auf vielfältige Weise bei seinem Songwriting, Gesangseinlagen und Beatbastelei zeigt. Es tauchen Streicher, sägende Synthies, Drones, Hip-Hop-Beats ebenso auf die große Popmomente, melancholische...

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Max Richter – Exiles (Deutsche Grammophon)

Max Richters neues Album ist eine Sammlung bisher veröffentlichter Musik, die nun einen neuen Anstrich erhält – einen orchestralen Anstrich. Denn der in Deutschland geborene britische Komponist hat sich dafür ein Orchester als Verstärkung geholt – Das Baltic Sea Philharmonic aus der estnischen Hauptstadt Tallinn. Sechs Stücke finden sich auf den Album: „The Haunted Ocean“ aus dem Soundtrack zu „Waltz With Bashir“, „On The Nature Of Daylight“ aus dem Album „The Blue Notebooks“, „Infra 5“ vom Album „Infra“, „Flowers Of Herself“, „Sunlight“ von „Songs From Before“ und natürlich das titelgebende Stück „Exiles“, das 2017 als Musik zum Tanztheaterstück „Singulière...

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Kings Of Convenience – Peace Or Love (Universal)

Es fühlt sich wie ein Comeback an. Zwölf Jahre nach ihrem letzten Album „Declaration Of Dependance“ bringen die Kings Of Convenience ihr viertes Album „Peace Or Love“ raus. Es fühlt sich so an, aber glaubt man den beiden norwegischen Kings, Eirik Glambek Bøe und Erlend Øye, ist es keins, da man letztlich immer in Kontakt war und das Album eigentlich schon 2016 fast fertig war. 2001 setzte das Indiefolkpop-Duo mit dem Debütalbum „Quiet Is The New Loud“ zum Höhnen ug an. Mit tollen Melodien, eindrucksvollem Gesang, perfekt eingesetzten Gitarren, Piano- klängen und gerne auch mal mit Streichern. Eine Qualität,...

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Aparde – Alliance (Ki Records)

  Mit „Alliance“ gibt Aparde ein weiteres Mal seine musikalischen Fertigkeiten zum Besten. Für den Künstler ist dies sein drittes Album, in dem er uns mit seinem einzigartigen Produktionsstil in seinen Bann zieht. Das Album startet mit „Locked“, ein Stück, das nicht für den Club gedacht ist, sich aber prima dazu eignet, um in ein klanglich ästhetisches Nirvana abzudriften. Ganz ähnlich sind „Alliance“ und „Unfamiliar“ aufgemacht. Auf allen drei Songs finden sich Apardes melancholische Vocals, die gepaart mit dem intelligenten Sounddesign und den druckvollen Drums dem Hörer neue Welten eröffnen. Böse, hämmernde Beats auf „Lined“ versetzen mich in einen...

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Solomun – Nobody Is Not Loved (NINL)

Kaum zu glauben, dass 11 Jahre ins Land gezogen sind, dass einer der wohl erfolgreichsten Protagonisten im elektronischen Kosmos sein nächstes Album herausbringt. Seine Musik war schon immer der Beweis, und ist es immer noch, welche emotionale Intensität elektronische Musik besitzen kann. Von keinem anderen, als den in Bosnien geborenen und in Hamburg aufgewachsenen Solomun ist natürlich die Rede. In den Jahren, die zwischen den beiden Alben liegen hat er 24 eigene EPs und über 50 Remixe produziert, darunter für Künstler wie Depeche Mode, Leonard Cohen, Jon Hopkins, Jamiroquai, Moderat, und Lana Del Rey. Im Juni beschenkt uns der...

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Moby – Reprise (Deutsche Grammophon)

  Das neue Album von Moby ist ein Best-of der etwas anderen Art, denn der gebürtige New Yorker hat sich mit dem Bupapest Art Orchestra zusammengetan und gemeinsam hat man einige seiner bekanntesten Klassiker und Hymnen neu interpretiert. Ebenfalls an Bord sind noch zahlreiche Gäste wie Gregory Porter, Kris Kristofferson, Skylar Grey oder Víkingur Ólafsson. Und um direkt auf den Punkt zu kommen: Das Ergebnis ist großartig, die den ohnehin tollen Songs noch eine Tiefe und Wärme mit, die ansprechend und umgarnend ist. Sei es die ausgedehnten Streicher-Passagen oder natürlich die individuelle Richtung der Gäste, „Reprise“ ist voller Höhepunkte,...

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Morcheeba – Blackest Blue (Fly Agaric/Kartel Music Group)

Es ist das zehnte Studioalbum des britischen Pionier-Duos Morcheeba, das für seine unfassbar organisch-edlen Soundkreationen verehrt wird. Charakteristischen Elektro-Pop, fließenden Downtempo, emotionalen Soul und Indie Pop, sowie verträumten Elektronika bringen Morcheeba in einem Soundpool zusammen. In ihrem jüngsten Album „Blackest Blue“ präsentiert Sängerin Skye Edwards nicht nur ihr emotionsgeladenes, sinnlich-kraftvolles Stimmorgan, sondern sie zeigt auch, was für einen großen Stimm-Ambitus sie besitzt. Auch die zweite Hälfte von Morcheeba, Ross Godfrey stimmt als Duett-Partner bei der ein oder anderen Nummer mit ein. Mal arbeiten die beiden mit super lässigen E-Gitarrenriffs, zwischen denen sanfte Läufe einer Querflöte erklingen und mal pushen...

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