Kings Of Convenience – Peace Or Love (Universal)

Es fühlt sich wie ein Comeback an. Zwölf Jahre nach ihrem letzten Album „Declaration Of Dependance“ bringen die Kings Of Convenience ihr viertes Album „Peace Or Love“ raus. Es fühlt sich so an, aber glaubt man den beiden norwegischen Kings, Eirik Glambek Bøe und Erlend Øye, ist es keins, da man letztlich immer in Kontakt war und das Album eigentlich schon 2016 fast fertig war. 2001 setzte das Indiefolkpop-Duo mit dem Debütalbum „Quiet Is The New Loud“ zum Höhnen ug an. Mit tollen Melodien, eindrucksvollem Gesang, perfekt eingesetzten Gitarren, Piano- klängen und gerne auch mal mit Streichern. Eine Qualität,...

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Aparde – Alliance (Ki Records)

  Mit „Alliance“ gibt Aparde ein weiteres Mal seine musikalischen Fertigkeiten zum Besten. Für den Künstler ist dies sein drittes Album, in dem er uns mit seinem einzigartigen Produktionsstil in seinen Bann zieht. Das Album startet mit „Locked“, ein Stück, das nicht für den Club gedacht ist, sich aber prima dazu eignet, um in ein klanglich ästhetisches Nirvana abzudriften. Ganz ähnlich sind „Alliance“ und „Unfamiliar“ aufgemacht. Auf allen drei Songs finden sich Apardes melancholische Vocals, die gepaart mit dem intelligenten Sounddesign und den druckvollen Drums dem Hörer neue Welten eröffnen. Böse, hämmernde Beats auf „Lined“ versetzen mich in einen...

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Solomun – Nobody Is Not Loved (NINL)

Kaum zu glauben, dass 11 Jahre ins Land gezogen sind, dass einer der wohl erfolgreichsten Protagonisten im elektronischen Kosmos sein nächstes Album herausbringt. Seine Musik war schon immer der Beweis, und ist es immer noch, welche emotionale Intensität elektronische Musik besitzen kann. Von keinem anderen, als den in Bosnien geborenen und in Hamburg aufgewachsenen Solomun ist natürlich die Rede. In den Jahren, die zwischen den beiden Alben liegen hat er 24 eigene EPs und über 50 Remixe produziert, darunter für Künstler wie Depeche Mode, Leonard Cohen, Jon Hopkins, Jamiroquai, Moderat, und Lana Del Rey. Im Juni beschenkt uns der...

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Moby – Reprise (Deutsche Grammophon)

  Das neue Album von Moby ist ein Best-of der etwas anderen Art, denn der gebürtige New Yorker hat sich mit dem Bupapest Art Orchestra zusammengetan und gemeinsam hat man einige seiner bekanntesten Klassiker und Hymnen neu interpretiert. Ebenfalls an Bord sind noch zahlreiche Gäste wie Gregory Porter, Kris Kristofferson, Skylar Grey oder Víkingur Ólafsson. Und um direkt auf den Punkt zu kommen: Das Ergebnis ist großartig, die den ohnehin tollen Songs noch eine Tiefe und Wärme mit, die ansprechend und umgarnend ist. Sei es die ausgedehnten Streicher-Passagen oder natürlich die individuelle Richtung der Gäste, „Reprise“ ist voller Höhepunkte,...

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Morcheeba – Blackest Blue (Fly Agaric/Kartel Music Group)

Es ist das zehnte Studioalbum des britischen Pionier-Duos Morcheeba, das für seine unfassbar organisch-edlen Soundkreationen verehrt wird. Charakteristischen Elektro-Pop, fließenden Downtempo, emotionalen Soul und Indie Pop, sowie verträumten Elektronika bringen Morcheeba in einem Soundpool zusammen. In ihrem jüngsten Album „Blackest Blue“ präsentiert Sängerin Skye Edwards nicht nur ihr emotionsgeladenes, sinnlich-kraftvolles Stimmorgan, sondern sie zeigt auch, was für einen großen Stimm-Ambitus sie besitzt. Auch die zweite Hälfte von Morcheeba, Ross Godfrey stimmt als Duett-Partner bei der ein oder anderen Nummer mit ein. Mal arbeiten die beiden mit super lässigen E-Gitarrenriffs, zwischen denen sanfte Läufe einer Querflöte erklingen und mal pushen...

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Sam Goku –  East Dimensional Riddims (Atomnation)

  Sam Goku steigt mit seinem Debütalbum nach stetiger Weiterentwicklung ähnlich wie das für sein Alias namensgebende Idol Son-Goku zum Super-Saiyajin auf. „East Dimensional Riddims“, ein Album, das weitaus mehr bietet, als faden Four-To-The-Floor Clubsound, denn Sam Goku taucht auch in die experimentellere Welt des Ambients ein. „Be- fore I Knew“ ist ein Beispiel dafür, wie er mit flächigen Soundscapes und fernöstlich klingenden Samples den Spagat zwischen Ost und West macht. „Taxis From The Airport“ spiegelt ebenfalls seinen Hang zu seinen Wurzeln wieder, denn in dem Stück finden sich chinesische Spoken-Word-Samples in Kombination mit asiatischen Drums. Auf Discogs wird...

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Modeselektor – Extended (Monkeytown Records)

Rumms, ein Mixtape. Die beiden Modeselektoren Gernot Bronsert und Sebastian Szary sind mal ordentlich in sich (und ins Studio) gegangen und haben bisher unveröffentlichtes und neues Zeug zusammengetragen, um sich vor ihrer musikalischen Sozialisation und Entwicklung zu verneigen. Bis ins Jahr 2007 reicht „Extended“ zurück – 27 Tracks in 66 Minuten. Ein Wahnsinns-Trip, der da nach einem eher ruhigen Start förmlich explodiert. Bassgetrieben jagen sie hier spielerisch Genre-Brocken durch die Gegend, pumpen Rave-Riddims, Electro-Beats, Dub-Sequenzen, Boom-Rap und mäandernden Dubstep in die Blutbahn. Der Druck ist hoch, aber gesund, der Spaß-Faktor wird in die Höhe katapultiert. 10/10 Dieter Horny  ...

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Clark – Playground In A Lake (Deutsche Grammophon)

So surreal wie der Titel sich zu einem vagen Ort der Imagination buchstabiert, so klingt das gesamte neue, insgesamt neunte, Studioalbum des vielseitigen britischen Musikers und Komponisten Clark. Auf insgesamt 16 Tracks fesseln die Kompositionen von Chris Clark den Zuhörer. In ihrem Zusammenspiel ungewöhnliche, aber doch kohäsiv verknüpfte Elemente werden zu einem eindringlichen, dichten und akribisch konzipierten Ganzen. Clark hat das erste Mal überhaupt Streicherarrangements aufgenommen, sie zwischen kontrastierende Elemente und dunkle Folk-Facetten gebettet, fast schon bedrohlich umkreist von schweren nostalgischen Synthie-Elementen, versetzt mit Reminiszenzen der modernen Klassik und des Sounddesigns – und man findet sich in einem fiebrigen...

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HVOB – Live In London (Tragen)

Sie sind Profis im Live-Performen und erschaffen jedes Mal ihre ganz eigene authentische Soundreise. Wir lieben ihn, diesen uns vertrauten, sinnlichen, gleichzeitig kraftvollen Gesang mit dem leicht überhauchten Timbre, der sich jedes Mal sofort unter die Haut katapultiert. Es ist Anna Müllers Gesang, der in der Kombination mit den aufbrausenden, mal melancholischen Synthies ihres Duo-Partners Paul Wallner eine perfekte Soundsymbiose bildet. HVOBs Soundcharakter ist einerseits düster-romantisch, auch nostalgisch, aber ebenso verspielt und emotional. Pianopattern und – arpeggien dominieren oft ihre Produktionen. In ihrem vierten Studioalbum „Rocco“, welches sie 2019 herausbrachten, zeigen sie erneut, welche qualitative musikalische Entwicklung sie hinter...

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John Tejada – Year Of The Living Dead (Kompakt Records)

Kurz vor dem ersten Lockdown startete John Tejada die Arbeit an seinem neuen Album, dem mittlerweile fünften auf Kompakt Records. Und natürlich verrät es der Titel, was den in L.A. lebenden Künstler bei dieser Arbeit geprägt hat – die Pandemie und daraus folgend „nicht in der Lage zu sein, unsere Liebsten zu sehen oder zu berühren … wir sind isoliert und allein.“ Aber der Klangvirtuose hielt fest, den kurz vor dem Lockdown eingeschlagenen Kurs fortzusetzen: Tools zu benutzen, die ihm nicht vertraut waren. So entstand ein interessanter Erkundungsprozess, der sich genretechnisch nicht festlegen ließ. Ambient-Breaks („The Haunting Of Earth“)...

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Schiller – Summer In Berlin (Sony)

Monumental und episch! Eindrucksvoll meldest sich Schiller nach „Morgenstund“ (2019) und seinem akustischen Ausflug „Colors“ (2020), den er unter seinem bürgerlichen Namen Christopher von Dellen veröffentlichte, zurück. Das neue Werk ist nicht nur ein neues Album mit 14 Tracks, sondern eine Werkschau mit Livealbum und in der Deluxe-Version noch mit Konzert lm, dem Film „Schillers Berlin“ und einem umfangreichen Booklet. Mit „Summer In Berlin“ kehrt Schiller in die Stadt zurück, die er sechs Jahre zuvor verlassen hat und präsentiert uns hier einen opulenten Soundtrack der Metropole. Er entführt uns am Anfang mit dem fast 20-minütigen „Der Klang Der Stadt“...

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Roosevelt – Polydans (City Slang)

Schon vor dem ersten Lockdown war das dritte Studioalbum des deutschen Sängers, Songwriters, Produzenten und DJs Roosevelt fertig. Jedoch, als hätte Marius Lauber es geahnt, stellt sein neuer Longplayer eine Liebeserklärung an die Clubkultur dar. Wie treffend! Unglaublich divers und sinnlich sind die Nummern seines LP-Releases „Polydans“, das auf dem City-Slang-Label erscheint. Minimal distanziert sich Roosevelt von seiner üblichen Soundcouleur und geht zurück zu seinen Wurzeln – dem Cluborientierten Sound. Emotionaler Electro-Pop, der dieses Mal Mut für treibende Basslines und knackige Synthesizer beweist. Neben der Botschaft durch seine neuen Tunes, dass Clubs keine hedonistischen Vergnügungstempel sind, sondern Kulturstätten, ist...

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