Atelier – Varsam Court (Lossless)

Die beiden Kindheitsfreunde Alexander Inggs and Jaś Miszewski stehen hinter dem Projekt Atelier und leben dort ihre Liebe zu analogen Synths, Drum Machines und Effektgeräten aus. Im letzten Jahr debütierte das südafrikanische Duo – mittlerweile in Berlin ansässig – mit der EP „Something To Fill An Hour”. Nun also das Album, zehn Tracks, die eindrucksvoll intensiv, umarmend und auf den Punkt sind. Analoge Wärme, House-Beats, jauchzend-eindringliche Vocals, Ambient-Momente, technoide Spannung und verflochtene Breaks. Ein rundes Album, reich an Höhepunkten und sehr gut in Szene gesetzt. 9/10 Dieter...

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Kas:st – Road To Nowhere (Flyance Records)

  Zwei Tiefseetaucher aus Paris lassen sich in verborgene Techno-Dimensionen gleiten. Ihre Vision: hypnotischen Ambient-Sound mit dunklen und einnehmende Basslines aufzuspüren, der Emotionen ohne Ende hervorruft. Das französische DJ-Duo nennt sich Kas:st, alias Karol Herse und Manuel Sene, und hat sich kunstvoll-experimentellen Deep Techno auf höchstem Niveau verschrieben. Höhlenartig klingen die Noise-Texturen und warm-düstere Synthesizer-Elemente prägen ihren originellen Sound, der einen regelrecht in Kas:st technoiden Ambient-Kosmos aufsaugt. Kleine Prognose der Redaktion: spätestens mit diesem Debütalbum „Road To Nowhere“ wird ihnen der Durchbruch gelingen. Jede Track-Nummer ist ein Klangerlebnis für sich, doch besonders „Insomania“, „Lost Souls“ und „H.U.M.A.N.“ lassen das...

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COMA – Voyage Voyage (City Slang)

„Voyage Voyage“ – der Titel des neuen Coma-Albums hält, was er verspricht. Das Kölner Produzentenduo Marius Bubat und Georg Conrad begibt sich mit seinem dritten Longplayer auf Reisen – zurück zu seinem Musikverständnis der Teenagertage am heimischen Niederrhein, angereichert mit der elektronischen Ausgestaltung ihrer Live-DNA und den Erfahrungen der letzten 20 Jahre. Als Schülerband mit Indierock- und -Pop-Einschlag schrieben die beiden mit ihren damaligen Bandkollegen Songs und spielten sie live. Was folgte? Kein Bruch, keine Nostalgie, sondern eine logische Weiterentwicklung: Nach ihrem Wechsel in die elektronische Musik im aufstrebenden Köln der frühen 2000-er Jahre wagten sie sich an clubbigere...

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The Chemical Brothers – Surrender 20 (Universal)

Das wohl beste Album der chemischen Brüder ist eine pralle und abwechslungsreiche Wundertüte, die über ihren klassischen Big-Beat-Sound hinaus geht und die mit tollen Gästen versehen wurde. Schon die erste Single-Auskopplung „Hey Boy Hey Girl“ ließ den Puls höherschlagen, der Dancefloor im Ausnahmezustand. Apropos Ausnahmezustand, großartig auch „Out Of Control“, dass mit Bernard Sumner von New Order entstanden ist – jener Band, die ebenfalls aus Manchester kommt und Jahre zuvor die Stadt, aber auch die Chemical Brothers selbst musikalisch geprägt hat. Noel Gallagher, ebenfalls aus der nordenglischen Metropole drückt eindrucksvoll „Let Forever Be“ seinen Stempel auf, während „Asleep From...

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Tok Imago – Nord Noir (Infine)

Thomas Hennebicque nimmt uns mit auf seine Abenteuer, die er nächtens erlebt. Mit zehn Stücken gelingt ihm eine wunderbare Balance zwischen einheimelnder Wohlfühligkeit, auf der anderen Seite aber auch Mysteriöses, Unheimliches und wenig Greifbares. Gerade dieser Grat macht „Nord Noir“ zu einem Erlebnis, das teils ambient („Final Silence“), dann wieder mit Beats versehen („Sainte Barbe“, Nord Noir“) erklingt. Besonders bemerkenswert ist sein feinfühliger Umgang im Gestalten der Stücke und Partituren („Galerie Boisee“). 7/10...

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Mr. Raoul K – African Paradigm (Compost Records)

Dieses Album ist ein Schmelztiegel aus verschiedensten Einflüssen. Wie der Name schon andeutet, hört man im Debütalbum von Mr. Raoul K seine afrikanischen Wurzeln – mit Einflüssen aus allen Teilen des Kontinents. Obwohl bei der Produktion wenige synthetische Sounds zu hören sind, geht es mit viel Dampf ab. Hypnotische Tracks zelebrieren meisterhaft die rhythmische Ekstase – auf über elf Minuten. Dazwischen gibt es bezaubernde Auszeiten für den Hörer, mit guten Lyrics, spannenden Harmonien und wunderschönen emotionalen Momenten. Vor allem die authentischen Vocals sorgen dabei für Gänsehaut. 9/10 Big...

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Nocturnal Sunshine – Full Circle (I/AM/ME)

Nachdem es im Sommer mit der „Foundation EP“ schon einen Appetizer gab, folgt nun das komplette Album von Maya Jane Cole unter ihrem Nocturnal-Sunshine-Alias – vier Jahre nach dem gleichnamigen Debüt. Sie taucht hier tief ab in die Welten von trippigen Dopebeats, Hip-Hop, Grime, Breakbeats und Dub. Dabei stehen ihr diverse Gast-Vokalisten wie Catnapp, Peaches, RY X, Young M.A. oder Gangsta Boo zur Seite. Mit „Wildfire“ feat. Catnapp eröffnet die britisch-japanische Produzentin, das sich düster, zähflüssig und voller Hall durch Trip-Hop-Beats zieht, danach geht es mit RY X und „Gravity“ im leichten Break-Galopp weiter, getragen von seiner sanften und...

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Lapalux – Amnioverse (Brainfeeder)

Nach drei tollen Langspielern auf Brainfeeder veröffentlicht der Brite Lapalux sein viertes Album „Amnioverse“. Inspiriert wurde er vor allem durch James Turrels Kunst-Installation in Texas, so dass das Albumcover eine Hommage an ihn darstellt. Instrumental kommt ein Modular-Synthesizer-Setup zum Einsatz, aber auch Naturaufnahmen oder Vocal-Samples spielen eine Rolle. Die Tracks gestalten sich sehr atmosphärisch, stimmungsvoll und verträumt, kraftvolle Passagen wechseln sich mit ruhigeren ab und erzeugen einen kunstvollen Spannungsbogen. Insgesamt ergibt sich ein flüssiges Gesamtbild, das besonders durch Kreativität und Originalität besticht. 10/10 Lukas...

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Massive Attack – Massive Attack Vs Mad Professor Part II (Virgin)

Im Zuge des Remasters von „Mezzanine“ wird noch eine weitere Perle veröffentlicht: Mad Professor, der legendäre Dub-Wizard, hat bereits in den 90ern Tracks des Classic-Albums „Mezzanine“ geremixt. Nun folgt eine Ladung bisher unveröffentlichter Remixe: knisternde, brodelnde Dub-Grooves, warme Basslines und wabernde Echos auf den Spuren der Original-Tracks erwarten uns. Dieses Release macht Trip-Hop noch entspannter und bringt das Original auf eine ganz andere Ebene, ohne die Tracks zu verschlechtern. Vielmehr ist es eine Erweiterung des Original-Sounds und deswegen ein Muss für alle Fans von Massive Attack. 10/10 Basti Gies...

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Battles – Juice B Crypts (Warp)

Warp, seit jeher für seine geschmackvollen Alternativen im Elektronikzirkus bekannt, macht mit dem neuen Battles Output wieder alles richtig. Frisch klingt das vierte Studioalbum der New Yorker: Handgemachte Drums und wirre Synthieläufe („Ambulance“), explorative Keys „(A Loop So Nice“), Vocals auf Grime-Rhythmik (“They Played It Twice“) – das klingt tatsächlich verdammt nach NY Underground – ein Kunstprojekt, jedoch zugänglich, ganz im Sinne Warholes („Sugare Foot“). Ob fast schon meditativ („Fort Green Park“), Hip-Hop-esk („IZM“) oder abgefahren im 80er Electric-Soul-Rave („Titanum 2 Step“) – die elektronische Abgefahrenheit ist die ausschlaggebende Variable. Hier gibt es sehr viel zu entdecken. Innovation und...

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Function – Existenz (Tresor)

Die 17 Tracks des neuen Albums von Function brauchen Platz. Kein Wunder, dass hierfür ganze 4 LPs bzw. 2 CDs nötig sind. Platz im Sinne von Raum zum Atmen braucht aber auch die tiefergehende Bedeutung des Albums. Function verarbeitet mit diesem Album seine bisherigen Lebenserfahrungen. Dass das Oeuvre damit ausufernd und manchmal unklar daherkommt, ist leider ein negativer Nebeneffekt. Auf den einzelnen Track runter gebrochen, sind die Kompositionen durchdacht, ergeben aber als Album kein größeres Ganzes und sprechen mich nur selten an. Vieles pendelt zwischen ChillOut, House und Beliebigkeit. Einzig „Vampir“ ist straff und winkt mit beiden Händen Richtung...

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AV AV AV – No Statues (The Bank Music)

Das dänische Trio AV AV AV bringt, nach einigen gefeierten EPs und ausverkauften Shows, ihr Debütalbum raus. Darauf findet man weitgefächerte elektronische Tanzmusik, mit Anleihen aus Hip-Hop, Grime, D`n´B und Ambient. Manche Tracks, so auch das Titelstück, stampfen mit Wucht nach vorn und reißen den geneigten Hörer durch aggressive, düstere Synthesizer-Sequenzen mit. Doch wie es sich für ein gutes Album gehört, gibt es unglaublich verspielte und sphärische Interludes und Ausflüge in spannende Vocal-Kollaborationen. Das Ergebnis ist schon mit dem Sound von Moderat zu vergleichen, doch gleichzeitig ist hier ein deutlich darkerer Vibe zu spüren, der beim Zuhören richtig Spaß...

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