Christian Löffler – Graal (Prologue) (Ki Records)

  Am 5. April erschien Christian Löfflers drittes Album „Graal (Prologue)“ auf dem Label Ki, das er mitbegründet hat. Und wie der Namenszusatz Prologue schon erahnen lässt, soll noch ein weiteres folgen. Während „Graal“ mit seinen sechs Tracks wie ein Reisetagebuch skizzenhaft unterwegs entstanden ist, wird das vierte Album klassisch im Studio entstehen. Doch bleiben wir in der Gegenwart. Mit „Graal“, benannt nach Christians Zufluchts- und Erholungsort an der Ostsee, überwand der Produzent eine Phase der musikalischen Stagnation, die er während einer sehr intensiven Tourzeit erlebt hatte. Für die schöpferische Seite der Musik blieb keine Zeit, lediglich im visuellen...

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Till von Sein – Ocean (Tilly Jam)

Draußen ist es kalt, drinnen läuft Till Von Seins neues Album „Ocean“. Doch wie immer bei diesem sonnigen Typ, wünscht man sich, dass man auch draußen die Mucke aufdrehen kann. Dann würde „Ocean“ laufen und die tiefenentspannte Kickdrum unter swingenden Percussions wummern, Shaker würden den treibenden Gegenpart zu warmen Rhodes-Chords und nostalgischen Pads bilden. Meistens im unteren Tempobereich von House angesiedelt, vermittelt Tills neues Werks eine Vision von Groove, Zuversichtlichkeit und Sonnenschein, die ihresgleichen sucht. Mit sehr organischen Klängen seien es Marimbas, Kalimbas, Trommeln oder akustische Instrumente, bringt er eine gewisse Wärme und transportiert sie in treibende Clubmusik. „Mission...

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Kompromat – Traum und Existenz (Clivage)

Der französische Künstler Vitalic hat sich mit der Sängerin Rebeka Warrior zusammengetan und die Band Kompromat gegründet. Inspiriert wurden die beiden vom alten Berliner Sound. Mit einer Mischung aus EBM, Punk, Rock, Dark – jedoch garniert mit einer Prise Süße – legt das Duo einen tollen Start hin. Rebeka singt nicht wie gewohnt auf französisch, sondern wagte sich an deutsche Texte heran und auch das kann sich hören lassen. Mit der bereits erschienenen Nummer „Niemand“, die auch auf dem Album zu hören ist, haben mich die beiden geknackt. Flippiger Sound, sexy französischer Akzent, crazy Video. Hat meinen vollen Segen...

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Daso – Daso (Connaisseur)

Dieses Album ist anders als alle, die ich bisher reviewen durfte. Und das aus einem sehr traurigen Grund. Für Daso, einer der wichtigsten Artists auf Connaisseur, war die Arbeit an diesem Album eine der letzten Dinge, die er in seinem Leben finalisierte. Mit der Diagnose Krebs beendete er dieses bezaubernde, lebensbejahende Werk in den letzten Wochen seines Lebens und verließ diese Welt. Doch irgendwie schaffte es der in Indien geborene Künstler, sich musikalisch äußerst farbenfroh, melodiös und zuversichtlich von dieser Welt zu verabschieden. Mit einem breiten Spektrum an Stilen wie Deep House, Hip-Hop, Electronica und Ambient werde ich beim...

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Remute – Technoptimistic (Remute)

Jawohl, das erste Technoalbum für die japanische Videogame-Konsole Sega Genesis. Remute aus Hamburg erstaunt mich jedes Mal, sei es mit ungewöhnlichen Formaten, aber auch mit seiner Musik. Die könnte man gut und gerne als Cyberpunk bezeichnen, man könnte es aber auch lassen. Hier treffen gebitcrushte Gaming-Klänge auf blubbernde analoge Basslines. Grooves entstehen aus klassischen Drum Maschines. Arrangements sind aus simplen, aber doch sehr mitreißenden Klangfolgen aufgebaut. Eigentlich muss man „Technoptimistic“ in sein nächstes Set einbauen, die gute Stimmung wird für sich sprechen. Cool, dass es Leute wie ihn gibt, die elektronische Musik abseits des gewohnten Sounds produzieren! 8 Basti...

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Janus Rasmussen – Vín (Ki Records)

Janus Rasmussen, eine Hälfte des isländischen Kiasmos-Duos, wandelt erstmals auf Solopfaden und präsentiert uns sein Album Vín. Sein Debüt, bestehend aus zwölf Tracks, gestaltet sich sehr organisch, leicht und lebendig – stellenweise auch verträumt. Die in die Produktion eingeflossenen Field Recordings leisten einen großen Beitrag zum natürlichen Klang von Vín und sorgen außerdem für eine angenehme Nähe zum Hörer. So fällt es doch sehr einfach sich den Spaziergang durch ein nordisches Hafenstädtchen vorzustellen, mit frischer Brise, dem Geruch von Salz und dem Geschrei der Möwen. Ein solcher Gang trug sicherlich auch zur Inspiration von Rasmussen bei, schließlich liegt sein...

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Subjected – Mother (Subjected Systems)

Vault Series Labelhead und Garant für funktionalen Techno, Subjected, meldet sich mit dem zweiten Album und dem dritten Release auf seinem jüngsten Projekt Subjected Systems zurück und kredenzt „Mother“. Eine grandiose Mischung aus Ambient und treibendem Techno. Das Intro lässt auf viel Druck und Energie hoffen und spätestens mit dem Einsetzen der Bassdrum zu “Nothing Is Sure“ wird man auch in Feierlaune versetzt. Ein absolutes Brett, welches einfach nur gnadenlos schiebt. Aber auch Titeltrack oder “Bloodborne Pathogene“ treiben massiv und Stämmen das Faule aus den Knochen. Zwischendurch bekommt man immer wieder etwas Luft zum Atmen durch gekonnt eingesetzte Atmos...

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James Blake – Assume Form (Universal)

Mit „Assume Form“ veröffentlicht James Blake sein viertes Album. Der Autor dieser Zeilen hat ein etwas zwiegespaltenes Verhältnis zu dem englischen Songwriter und Producer. Seine Songs schweben in einer Twilight-Zone, zwischen großartig und einfach nur einschläfernd. Dieser schmale Grad findet sich auch hier auf dem neuen Werk wieder. Während der Introsong – der Titeltrack – wirklich unglaublich intensiv, fragil und umarmend mit Piano und Gesang startet, dann sich wieder Blake-Typisch in diversen Schichten verläuft und epische Streicher auspackt, startet der Nachfolger „Mile High“ mit Travis Scott und Metro Boomin mit leichtem Autotune-Gesang. Puh. Warum eigentlich? Diese totale Unsexy-Element, um...

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Martin Schulte – Ocean (Lantern)

Genauso gewaltig wie die Kraft des Wassers mutet auch das aktuelle Album von Martin Schulte an. Überhaupt gibt es viele Parallelen zwischen dem Meer und diesem Werk: Unter der Oberfläche arbeitet eine tiefe, unermüdliche Kraft, die den Subbass durch den Körper dringen lässt. Freshe, leichte Synthies surfen auf der Welle immer weiter Richtung Land. Scharfe, kantige Eisplatten reiben und stoßen in Form verzerrter Klangtexturen immer wieder gegeneinander. Martin Schulte arbeitet mit sehr dubbigen Sounds, die den Hörer direkt aus einer Unterwasserlandschaft erreichen. Gleichzeitig entspannend und belebend. Manche Tracks eignen sich dementsprechend perfekt für die heimische Chill-Out-Lounge, manche eröffnen mit...

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Oscar G – For The Culture (Nervous Records)

Der Künstler Oscar G aus Miami hat in der Vergangenheit sein Talent bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Zusammen mit seinem langjährigen Partner Ralph Facon haben die beiden die House-Geschichte wie kaum andere geprägt – mit Hits wie „Fired Up“ oder „Dark Beat“. Sein neues Album steht dem in nichts nach und enthält zwölf neue, gelungene House-Tracks mit verschiedenen Features aus Miami, wie die Sängerin Katiahshé oder aber auch der Blechbläser Ronald Rodriquez. Die Klangpalette ist breit gefächert und reicht von ethnischen Percussions und Vocals („Moros Y Cristianos“) über dreckige, kratzende Synthies („Bounce That Ass“) zu klassischen, melodischen Vintage-Sounds („Thank...

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Thylacine – Roads Vol. 1 (Intuitive)

Der Franzose machte sich letztes Jahr mit einem mobilem Anhänger-Studio auf den Weg nach Argentinien, gepackt von Fernweh und dem Interesse für die lateinamerikanische Musik. Herausgekommen ist ein zehn-Track-starkes Album, das mit seiner Vielschichtigkeit an die Landschaft des südamerikanischen Kontinents erinnert: Manche Tracks begeistern mit besonders drückenden Beats, andere durch charmanten Pop-Appeal, wieder andere laden zum Barfuß-Tanz im Schnee ein. Thylacine hat ein sphärisches Werk geschaffen, das durch seine Leichtfüßigkeit einfach nur begeistert. An jeder Ecke verstecken sich neue Sounds, Drumfills brechen aus gewohnten Mustern aus und emotionale Vocals pushen die Stimmung gewaltig. 9/10 Basti Gies...

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Vök – In The Dark (Nettwerk)

Die klingen doch wie …?! Ja, sie klingen wie Synthie-Indie-Pop at its best mit eigener Stimme und einer frischen skandinavischen Brise. Die isländische Band Vök hat ihr zweites Album „In The Dark“ herausgebracht, auf dem sie die Tonarten des Genres souverän rauf und runter spielt. Mal verträumt, melancholisch, hintersinnig, verschachtelt, ja, auch um dem Island-Klischee gerecht zu werden: sphärisch. Dann wieder etwas treibender und tanzfreudig. Dabei stets poppig durch Synth-Sound- Landschaften galoppierend, deren Atmosphäre so wechselhaft ist wie das Wetter Islands. Dem Trio gelingt es, den auf dem Debütalbum „Figure“ entwickelten, eigenen Sound weiter zu konturieren, zu schärfen, die...

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