Robot Koch – The Next Billion Years (Modern Recordings)

Es ist das große Ganze, was Robot Koch zu seinem neuen Album bewegt hat und er daher für „The Next Billion Years“ mit einem Orchester und dem estnischen Dirigenten Kristjan Järvi zusammenarbeitete. Am Anfang stand eine Second-Hand-Kassette mit einem Vortrag des verstorbenen Meeresforschers Jacques-Yves Cousteau aus dem Jahre 1973, der schon erstaunlich aktuelle Themen wie Klimawandel, Ausbeutung der Natur, Überbevölkerung ansprach. Eine Inspiration, die Robot Koch musikalisch um- setzt und in die ferne Zukunft führt. Streicher-getragene Soundtrack-Landschaften, fragil und melancholisch. Mal schwebend durch die Tiefedes Raumes, dann wieder getragen von üppigen Slow-Beats, garniert mit Pathos. Ein angenehm-trippige Angelegenheit. 9/10...

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Yotam Avni – Was Here (Kompakt)

Lyrische Sensibilität verfließt mit verkopft-technoiden Beats. Auffordernd laden Vocals im Intro zum “Relaxen und Genießen” ein, bevor man weiter in die mystische Nummer “Beyond The Dance” hinein gleitet. Schlagartig verzaubert schaurig-schöner Orient-Gesang, der nach nur wenigen Takten mit selbstbewusst-knackigen Beats untermauert wird. Sofort spürt man diese ganz besondere Soundatmosphäre des neuen Albums Yotam Avnis “Was Here”. Weghören will man hier definitiv nicht. Der israelische Produzent schlägt eine Klangreise von beatgetränkter Introspektion und einzigartigen Soundstrukturen vor, die mit innovativen Perkussionselementen ausgeschmückt wird. Yotam besitzt ein besonderes Gespür skulpturale und organische Klänge zu erschaffen. Da fliegen einfach mal so easy peasy...

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Kellerkind – Mindtrip (Stil vor Talent)

Im passenden, pumpenden, aber stark melodisch fokussierten Soundstil zwischen warmem Technoklang und treibendem House findet ein neuer Longplayer auf dem Berliner Label Stil vor Talent Einzug. Das neue gefühlvoll-innovative Melodic-House-Release kommt direkt aus der Schweiz und von Marco Biagini, alias Kellerkind. Kraftvolle Tunes, organisch und hypnotisch in der Soundsprache. Vor allem durch seine energetischen, teils organischen Beatstrukturen ist das jüngste Album des Schweizers tanzorientiert, wie eben alle Stil-vor-Talent-Produktionen. Schwerelos liegt dem neuen Album immer ein treibender Bass-Flow zugrunde, in den Kellerkind epische Jungle-ähnliche Noises miteinbindet und andere undefinierbare Geräuschsamples. „Mindtrip“, pastellfarben im Klangcouleur, arbeitet mit rasselnden Percussionsamples, wenig bis...

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Rodriguez Jr. – Blisss (Mobilee)

Der französische Producer Rodriguez Jr. veröffentlicht mit „Blisss“ sein drittes Album, das wie seine beiden Vorgänger „Bittersweet“ (2011) und „Baobab“ (2017) auf Mobilee erscheint. Olivier Mateu, wie er bürgerlich heißt, formiert hier wunderschöne Tracks zwischen House und Techno die vor allem eins gemeinsam haben: sie sind wunderbar melodiös. Das wird schon nach wenigen Takten des Werkes eindrucksvoll klar. „Haussmann“ mit seinen gebrochenen Beats schmachtet sich gen Horizont und auch der Folgetrack „What is Real“ mit den Vocals von Liste Alea präsentiert eben diese Stärke des Albums. Ein Werk, dass nicht nur im Dancefloor-Kontext funktioniert, sondern auch der perfekte Begleiter...

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Rone – Room With A View (InFiné Music)

Der französische Produzent und Live-Act Rone veröffentlicht mit „Room With A View“ sein fünftes Album. Konzipiert wurde das Werk für ein Ballettstück, das in diesem Jahr bereits in Paris aufgeführt wurde, inspiriert durch den Klimawandel und seine Folgen. Dabei markiert „Room With A View“ aber auch eine Rückkehr zu seinen Wurzeln und seinem Set-up früherer Tage – komplett elektronisch und ohne Partner. Musikalisch verfeinert Erwin Castex, so sein bürgerlicher Name, seinen eigenen Trademark-Sound und bietet atmosphärische Sounds, die zwischen Dance oor und Electronica liegen. Voice- und Field-Recordings sind hier zu finden, ebenso wie Dub-Elemente und seine typischen melodischen Beats....

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Ben Lukas Boysen – Mirage (Erased Tapes)

Das neue Album des Berliner Formwandlers startet mit seinen elektronischen Synthiewellen, wie seinerzeit 1990 Sven Väths Eye Q Records – sehr trancig – fast schon klerikal, die Beats down, etwas schwermütig und dennoch positiv, durchaus progressiv („Empyrean“), kein House, mehr kaleidoskopische Klangräume, die Raum für Ideen, Emotionen, Kontemplation bereitstellen („Kenotaph), scharfkantig, ungewohnt, alien-esk und bedrohlich („Medela“), die Zu- kunft bejahend und froh gestimmt („Venia“), orchestral, wuchtig, voluminös („Clarion“) und fein ziseliert, suchend, empathisch, majestätisch („Love“), ganzheitlich unterstützt von Lisa Morgenstern, Anne Müller, Daniel Thorne, Steffen Zimmer, Achim Färber und Tom Adams. Das klingt nach einer Idee, nach einer gelungenen...

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Little Dragon
 – New Me, Same Us (Ninja Tune)

Wenn man sich das neue Album der schwedischen Elektro-Pop-Band “Little Dragon” anhört, dann kann man sich auf das Austoben auf einem verträumt-wilden Klangspielplatz freuen. Auf diesen führt uns die Band, die sich aus der schwedisch-japanischen Sängerin Yukimi Nagano, den Multiinstrumentalisten Håkan Wirenstarnd, Fredrik Wallin an Keyboard und Bass und Erik Bodin an Schlagzeug, sowie Perkussion zusammensetzt. Naganos warm-sonores Timbre, dass einen großen Stimmambitus aufweist, klingt mal intim, dann mal wieder frech und melancholisch zugleich. Aber auch eine soulig-lässige Stimmfarbe lässt die Schwedin zu und erzeugt den ganz speziellen catchy drive, der die ganze LP “New Me, Same Us” durchzieht....

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Douglas Greed – Angst (3000Grad Records)

Eine halbe Ewigkeit – sechs Jahre – mussten wir auf ein neues Soloalbum von Douglas Greed warten. Dabei war er ja in der Zwischenzeit alles andere als produktionsfaul, davon zeugen drei Alben mit seinen Projekten Eating Snow (eins) und Yeah But No (zwei). „Angst“ heißt das neue Werk des Wahlberliners und irgendwie hat man den Eindruck, dass der Name sich gut in seltsame Situation fügt, obwohl er vorher feststand. Aber Greed beschäftigt sich hier mit seiner eigenen Angst, die für ihn gleichwohl lähmend ist, aber auch antreibt, um sich zu hinterfragen und neu zu erfinden. Der musikalische Bogen umfasst...

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Christian Löffler – Lys (Kí Records)

Vor nicht ganz einem Jahr veröffentliche Christian Löffler sein Album „Graal (Prologue)“ und wie es der Titelzusatz schon verriet, implizierte das letztjährige Werk einen direkten Nachfolger, der nun in seinem Homestudio in besagtem Graal in der Müritz entstanden ist – die ersten Skizzen sogar schon 2016 –, während der Vorgänger vor allem mobil zwischen seinen Liveshows entstand. Voilà, hier ist das insgesamt vierte Album „Lys“ (dänisch: Licht). Eben dieses verbindet die Tracks in ihrem Entstehungsprozess, Löffler stand früh auf, ging joggen und dann direkt ins Studio, um zu beobachten, wie sich das Licht veränderte – nicht nur im Laufe...

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The Emperor Machine – Music Not Safari (Skint Records)

The Emperor Machine meldet sich nach mehrjähriger Abstinenz mit einem neuen Album zurück. Andy Meecham alias The Emperor Machine hat seit Beginn der 2000er die Tanzflächen mit seinen synthielastigen Disco-Beats jahrelang zum Beben gebracht. „Music Not Safari“ ist dementsprechend auch wieder ein Album geworden, das unbedingt laut gehört werden muss. Cosmic Disco trifft hier auf Synth-Wave und das macht richtig Spaß. Die Tracks strotzen nur so vor Ideenreichtum und jahrelanger Studio-Erfahrung. Stellenweise kam es mir sogar vor, als würde ich ein neues Album von Bernard Fevre hören. Wer mit Disco etwas anfangen kann, der muss hier einfach reinhören. 9/10...

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Brian & Roger Eno – Mixing Colours (Deutsche Grammophon)

Während die ganze Welt wegen der Coronavirus-Ausbreitung einerseits in Aufruhr, andererseits paradoxerweise fast zum Erliegen gekommen ist, kommt die gemeinsame Kollaboration zweier (Super-)Stars der Musik-Szene erstmals auf einem gemeinsamen Album raus. Es ist zwar nicht die erste und nicht die einzige Zusammenarbeit zwischen Musiker, Produzent, Musiktheoretiker und Künstler Brian Eno, seines Zeichens Mitbegründer der legendären Band Roxy Music, und seinem elf Jahre jüngeren Bruder, Komponist und Pianist Roger Eno. Aber erstens das erste Duo-Album. Und zweitens eines mit einer besonderen Entstehungsgeschichte. Es begann damit, dass Roger Eno einzelne Stücke auf einem MIDI-Keyboard spielte und aufnahm. Die digitalen MIDI- Dateien...

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Marc Houle – No One Knows (Items & Things)

Nachdem er sich längere Zeit von seinen technoiden Detroit-Wurzeln distanziert hatte, nimmt er diese jetzt wieder umso fokussierter auf und veröffentlicht ein Album, das den seltenen Gänsehautschauer hervorruft. Dunkle, pumpende Energien setzt der “No One Knows”-Longplayer frei. Schwere Beats, getränkt in düstere Melodien und umhüllt von mystischen Schleiern, erzeugen eine Klangfarbe, die einen in ihren Bann zieht. Die neun Tracks, in Moll gehalten, erzeugen den Sound eines technoiden, dystopischen Traums. Einige Nummern geben sich ruhig, bewegen sich zwischen analogen Synthesizern, fast schon housigen Grooves und zischenden Snare-Rolls. Doch die primäre Klangsprache Marc Houles gestaltet sich durch gewaltige Basswellen, die...

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