Benjamin Fröhlich – Amiata (Permanent Vacation)

Benjamin Fröhlich ist nicht nur Mitbegründer des Münchener Labels Permanent Vacation und Teil des gleichnamigen DJ-Kollektivs, sondern auch ein umtriebiger Produzent. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen zählen wohl „Rude Moments 1 & 2“. Jetzt schickt Fröhlich sein Debüt-Album hinterher, dass mit Sicherheit noch größere Kreise ziehen kann. Der Münchener kombiniert House, Dub, Balearic und Disco gekonnt zu einer stimmigen Mischung. Der Start ist dabei ein erstklassiges Dub-Stück, welches perfekt auf die kommenden Stücke einstimmt. Es folgen Ausflüge in Richtung Space-Disco, Italo und immer wieder Dub. Wer nach einer mehr als perfekten Symbiose aus Dub und House sucht wird etwa bei...

Read More

Com Truise – Persuasion System (Ghostly International)

Com Truise aka Seth Haley begeistert seine Hörer seit mehr als zehn Jahren mit digital-nostalgischer Musik. Auch auf seinem neuesten Werk „Persuasion System“ tönen feinstes Sounddesign, glasklare Mixdowns und ausgefeilte Effekte aus den Boxen. Irgendwie schafft der Künstler scheinbar „ausgelutschten“ Sounds immer wieder ein ganz neues Leben einzuhauchen. Mit seinem verträumten, ins-Jetzt-gerichteten Klang lädt er uns ein, Kopfhörer anzuziehen und die insgesamt neuen Tracks an einem Stück zu hören. Dabei ist es gerade die Symbiose aus swingenden Arpeggios und füllenden, charmanten Klangflächen im Hintergrund, die das Album immer wieder belebt und hörenswert macht. 9/10 Basti...

Read More

Richie Hawtin presents F.U.S.E. – Dimensions 25th Anniversary Edition (Plus 8 Records, The Vinyl Factory)

F.U.S.E. war das erste Alias von Richie Hawtin. Es steht für „Futuristic Underground Subsonic Experiments“. Zum 25jährigen Jubiläum seines ersten richtigen Albums, das unter dem Namen F.U.S.E. veröffentlicht wurde, präsentiert Richie Hawtin eine Deluxe-Version als Box-Set von „Dimension Intrusion“. Dieses Album legte damals nicht nur den Grundstein für Hawtins Karriere, sondern war auch ein Meilenstein im Bereich Techno, Ambient und Acid. Selbst nach heutigen Maßstäben klingt das Album neu und aufregend. Es enthielt mit „F.U.“ und „Substance Abuse“ auch zwei Hits, die bis heute nachklingen. Mit diesen Stücken zeichnete sich ein Weg ab, der Hawtin später zu seinem bekanntesten...

Read More

Agoria – Drift (Sapiens/Universal)

Acht lange Jahre mussten wir auf das neue Album von Agoria warten, nun ist es endlich soweit, „Drift“ ist geschlüpft. „Impermanence“ hießt der Vorgänger, der noch auf InFiné erschien. Viel Wasser ist seit dem die Rhône runtergeflossen. Bei InFiné, das er mitbegründet hat, ist er schon vor einigen Jahren ausgestiegen und gründete Ende 2016 sein neues Imprint Sapiens. Seine Einflüsse für „Drift“ holte sich der Franzose auch aus Bereichen wie zeitgenössischer Kunst, Kino, KI oder Poesie und so entstand ein Werk, dass deutlich weniger dem Dancefloor zugewandt ist als sein Vorgänger. Das machte auch schon der eindrucksvolle Album-Opener „Embrace“...

Read More

Crooked Colours – Langata (Sweat It Out!)

Ziemlich fresher, unaufgeregter Indie-Electro-Sound aus Australien: Crooked Colours bezaubern mit organischer Soundpalette und durchdachtem Sounddesign. Im Fokus steht die charismatische, zerbrechliche Stimme Philip Slabbers, die den Vibe des Albums noch einmal auf eine andere Ebene hebt. Es gibt auf „Langata“ diese Momente, in denen man sich entspannt auf eine Wiese legen kann und lächelnd die Wolken beobachten kann und eben auch diese Momente, in denen man mit möglichst vielen Leuten durch die Nacht tanzen will. Coorked Colours fängt den aktuellen Zeitgeist derer perfekt ein, die ihr Leben leben wollen, anstatt nur zu überleben. 10/10 Basti...

Read More

Martin Kohlstedt & GHC – Ströme (Warner Classics)

Das muss ein erhabenes Gefühl für einen Produzenten sein, wenn man eine derartige Vision umsetzen kann: Ein Chor – der Leipziger Gewandhauschor – aus 70 Menschen, geleitet, dirigiert und interagierend mit Tasteninstrumenten in einem klassischen Umfeld, reflektierend, architektonisch, ergreifend, berauschend, verrauschend, destillierend – das ist der experimentelle Raum von Martin Kohlstedt, den er mit Individualität füllt, in dem er archaisch frei assoziiert, verhandelt, nachspürt, ausbricht und zusammenführt. Er führt die Mitwirkenden an ihre Grenzen und verbindet dennoch Klangkörper und Instrumente zu einer energetisch, gewagten Neuerung. Cooler Ansatz, meisterlich umgesetzt in kaum zu erfassenden Dimensionen....

Read More

Mike Humphries – The Fall Of Everything (Hard Electronic)

Auf „The Fall Of Everything“ erwartet den geneigten Hörer äußerst rougher Sound von einem wahren Wizard des Techno-Genres – Mike Humphries ist bereits seit Anfang der 90er im Techno-Zirkus. Somit ist seine Vorliebe Analog-Synthesizer, die auf seinem neuesten Werk im Fokus stehen, leicht zu erklären. Blubbernde Acid-Lines, dreckige Drum-Pattern und wummernde Basslines begeistern durch warmen, druckvollen und saturierten Klang. Mehr als 13 Tracks sorgen für heiße Nächte in dunklen Techno-Schuppen, denn für solche Locations ist die Musik offensichtlich gemacht. Humphries zeigt uns hier Techno von einer raueren und härteren Spielart und schafft klanglich eine stimmige Brücke von der Vergangenheit...

Read More

Oliver Koletzki – Remix Tales (Stil vor Talent)

Seit Jahren begeistert uns Oliver Koletzki als Musiker, DJ und Labelboss. Während er wahrscheinlich gerade an seinem achten Album arbeitet, hat er für seine Fans seine Lieblingsremixe, die er für andere Artists angefertigt hat, selektiert: zwölf Tracks, darunter drei exklusiv. Mal sehr Afro-angehaucht („A Tribe Called Kotori“), mal sehr melodisch (HVOBs „Dogs“) oder äußerst technoid, wie er in seiner Version von „Stole The Night“ von Howling beweist. In der Auswahl finden sich auch Koletzkis Interpretationen zu Fünf Sterne Deluxe, Giorgia Angiuli, Cassius oder Fran. 9/10 Basti...

Read More

Víkingur Ólafsson – Bach Reworks (Deutsche Grammophon)

Der isländische Pianist Víkingur Ólafsson hat sich als Interpret für den großen Komponisten Johann Sebastian Bach schon einen Namen gemacht, die New York Times nannte ihn schon den „Glenn Gould Islands“. Mit „Bach Reworks“ transportiert Ólafsson Bach in die Gegenwart, kombiniert dessen Kosmos mit der Welt der elektronischen und experimentellen Musikwelt. Dafür hat er sich illustre Gäste an Bord geholt und so ist ein Album entstanden, das den barocken Meister in den verschiedensten elektronischen Schattierungen glänzen lässt. „… And At The Hour Of Death“ ist eine Kooperation mit Hans-Joachim Roedelius, Mitbegründer von Cluster und Harmonia. Der Krautrocker fügt dezent...

Read More

Weval – The Weight (Kompakt)

Harm Colen und Merijn Scholte Albers sind Weval. Ihr vorliegendes zweites Album verstärkt die Tendenzen popmelodiöser Musik, die nostalgischen Impulsen auf cool grovendem Rhythmus folgt (“The Weight“). Überhaupt scheint die Justage der Balance zwischen Floor und Dreamimpressionen der rote Faden ihrer Musik zu sein, den sie mit lasziver Bravour meistern. Die Mixtur aus Richterscher Schlierigkeit, Ghostvocals, funky Attitude und reduziertem Clubbing macht die 13 Tracks extrem spannend – viele Perspektiven vereinen sich in einem warmen und mitnehmenden Sound. Cool! 9/10...

Read More

Tiger & Woods – A.O.D (Running Back)

Ihr zehnjähriges Jubiläum als Duo feiern Tiger & Woods aka Marco Passarani und Valerio Delphi mit einem dritten Album: „A.O.D.“. Hier erwartet uns auf acht Tracks unbeschreiblich charmante Tanzmusik mit einem brillanten Disco-Vibe. Tiger & Woods, das sind zwei ausgesprochene Sample-Digger und so ist auch nicht verwunderlich, dass ihre Songs auch auf dem neuesten Werk von Anleihen und Versatzstücken aus Italo-Pop, Boogie, Disco und House geprägt sind – klingen jedoch immer verdammt fresh und zeitgemäß. Mit Peaktime hat das hier allerdings nichts zu tun, aber das muss es auch nicht. Bei 110 BPM groovt es doch vielmehr zwischen den...

Read More

Smallpeople – Afterglow (Smallville)

Gut sieben Jahre sind schon seit dem Debütalbum von Smallpeople vergangen, nun meldet sich das Hamburger Duo mit dem Nachfolger zurück – und das macht es eindrucksvoll. „Afterglow“ ist von der ersten Note an dein Freund, sympathisch und lädt dich zum Tanzen ein. Und zum Hören. Einfach dasitzen und genießen. Housemusik ganz so grazil, abwechslungsreich, übersprudelnd – hier sind zweifelsohne zwei Connaisseure am Werk, die sich im magischen Dreieck Chicago-Detroit-Hamburg austoben und dabei ihre Antennen mal jazziger, mal minimaler, mal deeper ausrichten. Perfekt inszenierte Tracks, die auf vielen Ebenen gute Laune, Kreativität und Stilsicherheit ausstrahlen 10/10 Dieter Horny Smallville...

Read More