Francesco Tristano – Tokyo Stories (Sony)

Ist es euch auch schon mal passiert? Ihr wolltet euch der klassischen Musik nähern, doch alles was ihr hörtet, war zu komplex, zu durchdacht. Francesco Tristano, ein Genie am Klavier, sowie im Studio, verbindet die Welt der Klassik seit Jahren gekonnt mit Electro und Pop. Nicht zuletzt mit Musikern wie Moritz Von Oswald oder Carl Craig. Sein neues Werk „Tokyo Stories“ umfasst 16 cinematische, Klavier-fokussierte Stücke, die seine enge Beziehung mit Japans Hauptstadt behandeln. Perlende, magische Piano-Sequenzen, emotionale Harmonien und aufregende Rhythmen werden hier vereint mit Syn- thesizern und Percussions sowie Fieldrecordings. Mal sphärisch, mal treibend, mal intim. Und...

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Robag Wruhme – Venq Tolep (Pampa Records)

Schon die ersten Klänge verdeutlichen, warum das neue Album von Robag so gut zur Philosophie von Pampa und seinem Mastermind Stefan Kozalla passt: House, augenscheinlich leicht verdaulich, jedoch fein ziseliert und kompositorisch auf höchstem Niveau gestaltet. So kommt man zum Auftakt leicht ins Schwelgen bei Melodien und sanften Beats (“Advent“) und später bei “Bezique Atout“. Melancholie und Harmonien bereiten den nächsten Schritt (“Westfal“), um danach mit perkussiven Elementen umgarnt (“Iklahx“, “AK-DO 5“) eine maximale Wirkung auf dem Floor zu entfalten. Synthetische Klänge nehmen den Hörer spielerisch leicht gefangen (“Volta Copy“), umschmeicheln ihn und ziehen ihn schließlich, ganz empathisch in...

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Labelle – Orchestre Univers (InFiné)

Seit dem tollen Vorgänger “Univers-ile“ sind zwei Jahre vergangen. Nun wagt sich Jeremy Labelle auf seinem neuen Projekt an eine neue Idee, die Klassik und Pop mit Hilfe eines Regionalorchesters aus Reunion zusammenführt. Ethnische Einflüsse sind zu spüren (“Soul Introspection“), die den tranceartigen, schwebenden Zustand der Musik erden und Tradition und Moderne verbinden. Drei Werke aus seiner Diskographie sowie sieben neue Themen finden sich auf “Orchestre Univers“, das den Hörer staunend, beinahe atemlos vor den Kompositionen wiederfindet. Handwerklich und kompositorisch eine Wucht, die anmutig seinesgleichen sucht. Cars10.Becker Orchestre univers by...

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Ellen Allien – Alientronic (BPitch Control)

Die Berliner Botschafterin des Techno, Ellen Allien, auf deren Interview ich an dieser Stelle verweisen möchte, releast mit „Alientronic“ ihr bisher achtes Solo-Album. Als innere Reise durch die tiefsten Ressourcen ihrer Kreativität umschrieben, beginnt das Langspielwerk mit „Empathy“ zunächst kosmisch schwebend, eine gewisse Spannung baut sich auf. Das anschließende „MDMA“ ruft gewissermaßen eine halluzinogene Wirkung hervor; man weiß nicht genau, ob man schon auf der erhitzten Tanzfläche angekommen ist oder ob man sich noch im unterkühlten Weltraum befindet. Dieser Ungewissheit setzt das Stück „Bowie In Harmony“ schnell ein Ende, indem es aufgrund seiner kraftvollen Vierviertel-Bassdrum und seiner präganten Transistor-Bassline...

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Review & Verlosung: Dompe – Hippie Crack (Jackfruit)

Elfmal purer Sonnenschein: Dompe releast sein Album „Hippie Crack“ und gibt den Ravern frisches Futter für die Open-Air-Saison. Der Berliner Musiker begeistert mit sommerlichem Groove, der mit Sample-basiertem Soul gespeist wird. Die Arrangements sind wie gemacht für feierlustige Crowds, die mit einem Lächeln barfuß auf der Wiese tanzen wollen. Dabei ist für jeden Geschmack etwas dabei: rough Tech-House-Bomben und deepe Sounds – wie bei „Martha“. Neben knackigen Drums hat jeder Track auch eine melodiöse Facette, die das Release so charmant macht. Empfehlung für alle Sonnentänzer! 10/10 Basti Gies Wir verlosen das Album zwei Mal auf Vinyl und auf Kassette!...

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Benjamin Fröhlich – Amiata (Permanent Vacation)

Benjamin Fröhlich ist nicht nur Mitbegründer des Münchener Labels Permanent Vacation und Teil des gleichnamigen DJ-Kollektivs, sondern auch ein umtriebiger Produzent. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen zählen wohl „Rude Moments 1 & 2“. Jetzt schickt Fröhlich sein Debüt-Album hinterher, dass mit Sicherheit noch größere Kreise ziehen kann. Der Münchener kombiniert House, Dub, Balearic und Disco gekonnt zu einer stimmigen Mischung. Der Start ist dabei ein erstklassiges Dub-Stück, welches perfekt auf die kommenden Stücke einstimmt. Es folgen Ausflüge in Richtung Space-Disco, Italo und immer wieder Dub. Wer nach einer mehr als perfekten Symbiose aus Dub und House sucht wird etwa bei...

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Com Truise – Persuasion System (Ghostly International)

Com Truise aka Seth Haley begeistert seine Hörer seit mehr als zehn Jahren mit digital-nostalgischer Musik. Auch auf seinem neuesten Werk „Persuasion System“ tönen feinstes Sounddesign, glasklare Mixdowns und ausgefeilte Effekte aus den Boxen. Irgendwie schafft der Künstler scheinbar „ausgelutschten“ Sounds immer wieder ein ganz neues Leben einzuhauchen. Mit seinem verträumten, ins-Jetzt-gerichteten Klang lädt er uns ein, Kopfhörer anzuziehen und die insgesamt neuen Tracks an einem Stück zu hören. Dabei ist es gerade die Symbiose aus swingenden Arpeggios und füllenden, charmanten Klangflächen im Hintergrund, die das Album immer wieder belebt und hörenswert macht. 9/10 Basti...

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Richie Hawtin presents F.U.S.E. – Dimensions 25th Anniversary Edition (Plus 8 Records, The Vinyl Factory)

F.U.S.E. war das erste Alias von Richie Hawtin. Es steht für „Futuristic Underground Subsonic Experiments“. Zum 25jährigen Jubiläum seines ersten richtigen Albums, das unter dem Namen F.U.S.E. veröffentlicht wurde, präsentiert Richie Hawtin eine Deluxe-Version als Box-Set von „Dimension Intrusion“. Dieses Album legte damals nicht nur den Grundstein für Hawtins Karriere, sondern war auch ein Meilenstein im Bereich Techno, Ambient und Acid. Selbst nach heutigen Maßstäben klingt das Album neu und aufregend. Es enthielt mit „F.U.“ und „Substance Abuse“ auch zwei Hits, die bis heute nachklingen. Mit diesen Stücken zeichnete sich ein Weg ab, der Hawtin später zu seinem bekanntesten...

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Agoria – Drift (Sapiens/Universal)

Acht lange Jahre mussten wir auf das neue Album von Agoria warten, nun ist es endlich soweit, „Drift“ ist geschlüpft. „Impermanence“ hießt der Vorgänger, der noch auf InFiné erschien. Viel Wasser ist seit dem die Rhône runtergeflossen. Bei InFiné, das er mitbegründet hat, ist er schon vor einigen Jahren ausgestiegen und gründete Ende 2016 sein neues Imprint Sapiens. Seine Einflüsse für „Drift“ holte sich der Franzose auch aus Bereichen wie zeitgenössischer Kunst, Kino, KI oder Poesie und so entstand ein Werk, dass deutlich weniger dem Dancefloor zugewandt ist als sein Vorgänger. Das machte auch schon der eindrucksvolle Album-Opener „Embrace“...

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Crooked Colours – Langata (Sweat It Out!)

Ziemlich fresher, unaufgeregter Indie-Electro-Sound aus Australien: Crooked Colours bezaubern mit organischer Soundpalette und durchdachtem Sounddesign. Im Fokus steht die charismatische, zerbrechliche Stimme Philip Slabbers, die den Vibe des Albums noch einmal auf eine andere Ebene hebt. Es gibt auf „Langata“ diese Momente, in denen man sich entspannt auf eine Wiese legen kann und lächelnd die Wolken beobachten kann und eben auch diese Momente, in denen man mit möglichst vielen Leuten durch die Nacht tanzen will. Coorked Colours fängt den aktuellen Zeitgeist derer perfekt ein, die ihr Leben leben wollen, anstatt nur zu überleben. 10/10 Basti...

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Martin Kohlstedt & GHC – Ströme (Warner Classics)

Das muss ein erhabenes Gefühl für einen Produzenten sein, wenn man eine derartige Vision umsetzen kann: Ein Chor – der Leipziger Gewandhauschor – aus 70 Menschen, geleitet, dirigiert und interagierend mit Tasteninstrumenten in einem klassischen Umfeld, reflektierend, architektonisch, ergreifend, berauschend, verrauschend, destillierend – das ist der experimentelle Raum von Martin Kohlstedt, den er mit Individualität füllt, in dem er archaisch frei assoziiert, verhandelt, nachspürt, ausbricht und zusammenführt. Er führt die Mitwirkenden an ihre Grenzen und verbindet dennoch Klangkörper und Instrumente zu einer energetisch, gewagten Neuerung. Cooler Ansatz, meisterlich umgesetzt in kaum zu erfassenden Dimensionen....

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Mike Humphries – The Fall Of Everything (Hard Electronic)

Auf „The Fall Of Everything“ erwartet den geneigten Hörer äußerst rougher Sound von einem wahren Wizard des Techno-Genres – Mike Humphries ist bereits seit Anfang der 90er im Techno-Zirkus. Somit ist seine Vorliebe Analog-Synthesizer, die auf seinem neuesten Werk im Fokus stehen, leicht zu erklären. Blubbernde Acid-Lines, dreckige Drum-Pattern und wummernde Basslines begeistern durch warmen, druckvollen und saturierten Klang. Mehr als 13 Tracks sorgen für heiße Nächte in dunklen Techno-Schuppen, denn für solche Locations ist die Musik offensichtlich gemacht. Humphries zeigt uns hier Techno von einer raueren und härteren Spielart und schafft klanglich eine stimmige Brücke von der Vergangenheit...

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