Little Dragon
 – New Me, Same Us (Ninja Tune)

Wenn man sich das neue Album der schwedischen Elektro-Pop-Band “Little Dragon” anhört, dann kann man sich auf das Austoben auf einem verträumt-wilden Klangspielplatz freuen. Auf diesen führt uns die Band, die sich aus der schwedisch-japanischen Sängerin Yukimi Nagano, den Multiinstrumentalisten Håkan Wirenstarnd, Fredrik Wallin an Keyboard und Bass und Erik Bodin an Schlagzeug, sowie Perkussion zusammensetzt. Naganos warm-sonores Timbre, dass einen großen Stimmambitus aufweist, klingt mal intim, dann mal wieder frech und melancholisch zugleich. Aber auch eine soulig-lässige Stimmfarbe lässt die Schwedin zu und erzeugt den ganz speziellen catchy drive, der die ganze LP “New Me, Same Us” durchzieht....

Read More

Douglas Greed – Angst (3000Grad Records)

Eine halbe Ewigkeit – sechs Jahre – mussten wir auf ein neues Soloalbum von Douglas Greed warten. Dabei war er ja in der Zwischenzeit alles andere als produktionsfaul, davon zeugen drei Alben mit seinen Projekten Eating Snow (eins) und Yeah But No (zwei). „Angst“ heißt das neue Werk des Wahlberliners und irgendwie hat man den Eindruck, dass der Name sich gut in seltsame Situation fügt, obwohl er vorher feststand. Aber Greed beschäftigt sich hier mit seiner eigenen Angst, die für ihn gleichwohl lähmend ist, aber auch antreibt, um sich zu hinterfragen und neu zu erfinden. Der musikalische Bogen umfasst...

Read More

Christian Löffler – Lys (Kí Records)

Vor nicht ganz einem Jahr veröffentliche Christian Löffler sein Album „Graal (Prologue)“ und wie es der Titelzusatz schon verriet, implizierte das letztjährige Werk einen direkten Nachfolger, der nun in seinem Homestudio in besagtem Graal in der Müritz entstanden ist – die ersten Skizzen sogar schon 2016 –, während der Vorgänger vor allem mobil zwischen seinen Liveshows entstand. Voilà, hier ist das insgesamt vierte Album „Lys“ (dänisch: Licht). Eben dieses verbindet die Tracks in ihrem Entstehungsprozess, Löffler stand früh auf, ging joggen und dann direkt ins Studio, um zu beobachten, wie sich das Licht veränderte – nicht nur im Laufe...

Read More

The Emperor Machine – Music Not Safari (Skint Records)

The Emperor Machine meldet sich nach mehrjähriger Abstinenz mit einem neuen Album zurück. Andy Meecham alias The Emperor Machine hat seit Beginn der 2000er die Tanzflächen mit seinen synthielastigen Disco-Beats jahrelang zum Beben gebracht. „Music Not Safari“ ist dementsprechend auch wieder ein Album geworden, das unbedingt laut gehört werden muss. Cosmic Disco trifft hier auf Synth-Wave und das macht richtig Spaß. Die Tracks strotzen nur so vor Ideenreichtum und jahrelanger Studio-Erfahrung. Stellenweise kam es mir sogar vor, als würde ich ein neues Album von Bernard Fevre hören. Wer mit Disco etwas anfangen kann, der muss hier einfach reinhören. 9/10...

Read More

Brian & Roger Eno – Mixing Colours (Deutsche Grammophon)

Während die ganze Welt wegen der Coronavirus-Ausbreitung einerseits in Aufruhr, andererseits paradoxerweise fast zum Erliegen gekommen ist, kommt die gemeinsame Kollaboration zweier (Super-)Stars der Musik-Szene erstmals auf einem gemeinsamen Album raus. Es ist zwar nicht die erste und nicht die einzige Zusammenarbeit zwischen Musiker, Produzent, Musiktheoretiker und Künstler Brian Eno, seines Zeichens Mitbegründer der legendären Band Roxy Music, und seinem elf Jahre jüngeren Bruder, Komponist und Pianist Roger Eno. Aber erstens das erste Duo-Album. Und zweitens eines mit einer besonderen Entstehungsgeschichte. Es begann damit, dass Roger Eno einzelne Stücke auf einem MIDI-Keyboard spielte und aufnahm. Die digitalen MIDI- Dateien...

Read More

Marc Houle – No One Knows (Items & Things)

Nachdem er sich längere Zeit von seinen technoiden Detroit-Wurzeln distanziert hatte, nimmt er diese jetzt wieder umso fokussierter auf und veröffentlicht ein Album, das den seltenen Gänsehautschauer hervorruft. Dunkle, pumpende Energien setzt der “No One Knows”-Longplayer frei. Schwere Beats, getränkt in düstere Melodien und umhüllt von mystischen Schleiern, erzeugen eine Klangfarbe, die einen in ihren Bann zieht. Die neun Tracks, in Moll gehalten, erzeugen den Sound eines technoiden, dystopischen Traums. Einige Nummern geben sich ruhig, bewegen sich zwischen analogen Synthesizern, fast schon housigen Grooves und zischenden Snare-Rolls. Doch die primäre Klangsprache Marc Houles gestaltet sich durch gewaltige Basswellen, die...

Read More

 Wehbba – Straight Lines and Sharp Corners (Drumcode)

Da ist es! Nach zwei EPs und großen Wellen auf Adam Beyers Drumcode, veröffentlicht Wehbba nun auch sein Album auf dem schwedischen Erfolgslabel. Über 13 Titel hinweg spielt der brasilianische Technokünstler mit verschiedenen musikalischen Einflüssen, die ihn vor allem zu Beginn seiner Laufbahn in den 90er-Jahren beschäftigten. Wehbba hängt jedoch nicht längst vergangenen Zeiten nach, sondern bündelt seine Wurzeln zu dunklen, energetischen und modernen Strukturen, die vor allem auf dem Dancefloor ihre Kräfte entfalten können. Durch den Einsatz von Prelude, Interlude oder entspannteren, gar Ambient-artigen Tracks wie „14th To Grand Central”, wirkt das Album kurzweilig und abwechslungsreicher als so...

Read More

Milk & Sugar – Ibiza Symphonica (Warner Classics)

Zu selten kommt es zu gemeinsamen Projekten zwischen Künstlern klassischer und elektronischer Musik. Dabei können beide Genres nicht nur wahnsinnig voneinander profitieren, sondern vor allem gemeinsam einen ganz neuen Sound kreieren. Dies scheint auch die Devise bei der Zusammenarbeit zwischen Milk & Sugar und den Münchner Symphonikern gewesen zu sein. Auf ihrem jüngsten Album “Ibiza Symphonica” hat das deutsche Produzenten- und DJ-Duo gewaltige House-Klassiker wie “One More Time”, “Café del Mar” oder ” Sky and Sand” neu arrangiert. Alle Tracks pflegen einen ganz individuellen Bezug zu der Partyinsel Ibiza, die auch namensgebend für das Album war. Wuchtiger und organischer...

Read More

Dubiosity & Pjotre G – Particle Detection (Planet Rhythm)

  Aus den Tiefen schälen sich dampfende Bässe heraus, die sich zu einem Ambient-Synthnebel verdichten. Der Opener „Arbitrage“ lässt sofort erahnen, dass etwas Großes auf einen zu rollt: die „Particle Detection“- LP von Dubiosity & Pjotre G. Sehnsüchtig musste mehr als ein Jahr gewartet werden, bis die zwei Niederländer endlich wieder etwas releasten. Umso größer die Freude, als klar wurde, dass es sich dieses Mal sogar um einen Longplayer handelt – ihren allerersten. Es wurde am Sound gefeilt, ohne sich von ihrer typisch leidenschaftlichen Ambient-Klangsprache zu distanzieren. Wer Dubiositys und Pjotre Gs technoiden Sound-Couleur kennt, kann sich ausmalen was...

Read More

Tom Wax – TeamWorx (Phuture Wax Records)

Bereits seit den 90ern kann sich Tom Wax zu den erfolgreichsten und angesehensten DJs und Produzenten zählen, was auch zur Gründung seines eigenen Labels Phuture Wax Records geführt hat. Nach den vergangenen Erfolgen erscheint darüber nun mit „TeamWorx“ sein neustes Release. Wie der Titel vermuten lässt, hat Tom für die zehn Tracks mit zehn verschiedenen Künstlern kollaboriert und sorgt somit für Abwechslung und Vielseitigkeit. Wie üblich schafft er eine einmalige Fusion der jeweils besten Elemente von House und Techno. Groovige Drums und Basslines geben lockere und entspannte Rhythmen vor und werden von einer guten Balance zwischen synthetischen und natürlichen...

Read More

Yaya – You Decide (Tamango)

Er mag vielen nicht unbedingt bekannt sein, aber Veröffentlichungen auf Desolat, Cadenza, Be As One oder Roush sprechen eine deutliche Sprache. Die Stimmung ist in techigen House getränkt und brummt mit dicken Beats und deepen Flangerchords („Night & Day“). Erster Kracher: „She Is Not For Me“ – ein Track mit formidablem Bassgeläuf und schemenhaften, spacigen Geräuschen. Es rollt robust („Trust“), tribalt charmant („Black Mamba“) und wenn Yassin Ligali Ali seine housig sanfte Seite anschiebt („Love & Hate“), dann offenbart sich die ganze Bandbreite seines Schaffens – mein Lieblingstrack dieses Longplayers. 7/10...

Read More

Northern Lite – Evolution (Una Music)

Wow, bereits das 13te Album des Erfurter Trios um die Masterminds Sebastian Bohn und Andreas Kubat. Eine herausragende Band-Historie mit großartigen Werken wie „Reach The Sun” oder „Unisex”. Die musikalische Entwicklung von einer reinen Rave-Combo, was nicht despektierlich gemeint ist, zu einer Band mit gesungenen Vocals und nur noch geringem Techno-Einfluss hat Northern Lite nicht geschadet. Und die treue Fanbase von Northern Lite, die weit über den deutschsprachigen Raum hinausgeht, wird auch „Evolution” abfeiern. Und das mit Grund. Der Album-Opener „California” ist zweifellos eine Hymne und wird demnächst von Reiseveranstaltern als Untermalung der besten neuen LA-Reiseangebote eingesetzt. „Green Apples”...

Read More