London Elektricity – Building Better Worlds (Hospital)

Wenn Hospital-Boss Tony Colman unter seinem Alias London Electricity ein Album herausbringt, dann bedeutet das in der Regel Aufbruchstimmung. Denn Colman bricht Drumandbass-Hörgewohnheiten auf, bricht mit Standards zu Gunsten einer Musikalität, die im Kontext der Clubmusik gerne mal verloren geht. Tony Colman bringt Jazz, Soul, live gespielte Instrumente und damit eine Dynamik zurück auf den Drumandbass-Globus. Und dass das funktioniert, beweist auch sein neuer Longplayer „Building Better Worlds“. Über 14 Tracks holt London Electricity den Zuhörer da ab, wo Drumandbass ihn in den frühen 2010ern, als Neurofunk immer mehr anfing zu schreddern und Jumpup zuweilen den Groove verlor, nicht...

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Telefon Tel Aviv – Dreams Are Not Enough (Ghostly International)

Nach einigen Kollaborationen und Produktionen mit Artists wie Nine Inch Nails, Apparat oder Puscifer meldet sich Telefon Tel Aviv mit einem beeindruckendem Solo-Album auf Ghostly-International zurück. Jeder der neuen Tracks ist sehr detailverliebt und richtig gut produziert. Die Ästhetik könnte man als darken, industrielleren Jon-Hopkins-Sounds beschreiben: überall brodeln pulsierende Synthesizer, riesige Räume gehen auf und dystopische Vocals verschmelzen mit den maschinell swingenden Beats. Es ist gerade dieser Mix aus modernen Elementen, analoger Wärme und der darken, melancholischen Soundwelt von Telefon Tel Aviv, die das Album ausmacht. Eines dieser Elektro-Alben, die man definitiv gut zu Hause hören kann, ohne dass...

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Kraak & Smaak – Pleasure Centre (Boogie Angst)

Ungewöhnlich loungig und ein poppiger 70er-Vintage-Ethno-Style zu Beginn des sechsten Albums der Niederländer. Und mit ähnlicher Zielsetzung geht es auf den folgenden Tracks weiter: Locker schwingender funky Dance, vokalistisch intoniert („In Plain Sight“ oder „Naked“) oder ganz geerdet mit Downbeats („Soul Liberator“, „Echo Park“). Am stärksten wirken Kraak & Smaak bei den discoiden, funky swingenden Jams, die echtes und entspanntes Strandfeeling und den Lifestyle der amerikanischen Westküste widerspiegeln („Don’t Want This To Be Over“). Und bei spielerischen Downtempo-Tunes wie „Twilight“, wo ihre Wurzeln aus der Vergangenheit durchscheinen. Gut, die überraschenden Momente aus der Vergangenheit fehlen mittlerweile und K&S begeben...

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808 State – Transmission Suite (808 Recordings)

Die Acid-House-Pioniere 808 State melden nach 17 Jahren mit einem sehr vielseitigen Longplayer zurück. Auf „Transmission Suite“ zeigt sich das Manchester Duo inspiriert vom Manchester-Industrial der 90er und kombinieren diesen mit modernen, frischen Elementen. Dabei überzeugt ihre Herangehensweise an die Tracks, eine Mischung aus Sample-Ästhetik und warmen, analogen Synthesizern, sehr, weil sich so der organische Sound, die Harmonien und Arrangements wachsen können. Selten ist ein Track gefangen in irgendwelchen Loops, stattdessen setzen die beiden auf eine Entwicklung und Variation ihrer Sounds. Zahlreiche Genres wie Electronica, Dub, Reggae, Drum’n‘Bass und Rave wurden hier zu interessante Rhythmen verarbeitet. Meine Empfehlung ist...

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Coyu – You Don’t Know (Suara)

Coyu ist einer der bekanntesten Akteure im Techno-Zirkus. Bei seinem Debütalbum, natürlich auf dem eigenen Label, werden auf 16 detailverliebten Tracks eine ganze Menge seiner Einflüsse verarbeitet und auch Styles abseits der Peaktime bekommen ihre volle Aufmerksamkeit. Gebrochene, roughe Grooves mit Sample-Ästhetik werden mit knisternden Harmonien und Sequenzen kombiniert. Ekstatische Pattern modulieren sich über rollenden Kickdrums. Soulige Flächen und bezaubernde Melodien schaukeln sich immer weiter hoch. Neben Trip-Hop, Garage, D´n´B und Future Bass gibt es auch drückenden Techno. Ein tolles Album mit illustren Gästen wie Moby, The Black 80s, Lazarusman oder Mike Leary. 10/10...

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!!! – Wallop (Warp)

Das achte Studioalbum der Dance-Punker aus New York. Dass das nach einer Mixtur aus LCD Soundsystem und The Modernist klingt („Let It Change U“) und einen dicken discoiden Unterbau hat („Off The Grid“ mit Ravepotential!), liegt fast schon auf der Hand. Und dass es absolutes Abräumpotential in den Clubs aufweist, ist kaum von der Hand zu weisen. Es wird durchaus melodiös („Couldn’t Have Known“,“Slow Motion“) oder ravt mit Gitarren im Manchester-Style („Serbia Drums“) – die transportierte Energie ist dabei immer auf höchstem Level und infiziert den Hörer. Techy Tunes („My Fault“,Ur Paranoid”), punky Attitude („$50 Million“,Rhythm Of Gravity“), breakig...

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Floating Points – Crush (Ninja Tune)

Neben seiner Arbeit als Neurowissenschaftler ist der in Manchester geborene Sam Sheperd seit 2009 für seine herausragenden Produktionen und Live-Sets als Floating Points bekannt. Nach vier Jahren dürfen wir uns auf sein neues Album „Crush“ freuen, das stolze zwölf Tracks enthält, die in nur fünf Wochen geschaffen wurden. Das gesamte Release strotz nur vor Lebendigkeit und vermittelt einem dieselbe Spontanität, die Sam bei seinen Auftritten zu kreativen und unkonventionellen Einfällen verhilft. Doch vor allem die Vielschichtigkeit ist beeindruckend. Sam kombiniert spielerisch viele verschiedene Einflüsse zu einem makellosen und ästhetischen Klangbild. 10/10 Lukas...

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Subjected pres. Pictures From The Aftermath – Opera Scenes (Intimate Silence)

Vault-Series-Labelhead Subjected präsentiert mit „Pictures From The Aftermath“ sein drittes Album auf Silent-Ones Label Intimate Silence. Mit einem mächtigen und basslastigen Intro baut sich der Spannungsbogen direkt ab der ersten Sekunde grandios auf und gibt so die Richtung der kommenden 8 Tracks vor. Alle Nummern kommen dabei mit massiven Basslagen und jeder Menge Raum. Teils verspielt, bisweilen melancholisch und bis hin zu düsteren Synths und Atmosphären, die ausdauernd ihre Bahnen ziehen. Die kräftigen Bassflächen dröhnen wunderbar und bringen die Bude zum Wackeln. Mir persönlich gefällt vor allem, wie sich die Tracks nach und nach aufbauen und die Spannung oben...

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Âme – Dream House Remixes (Innervisions)

Dieses Gefühl, wenn man hohe Erwartungen an ein neues Release hat und diese sogar noch übertroffen werden. Über „Dream House“ muss man nicht mehr viel sagen, doch die Remixe erweitern das musikalische Spektrum nun deutlich. Die Tracks „The Line“, „Oldorado“, „No War“, „Gerne“ und „Helliconia“ wurden von Künstlern wie Rampa, Solomun, Fango, Marcel Dettmann, Ry X, Roman Flügel oder Mano Le Tough interpretiert. Das Ergebnis zeigt sich nun vielseitig, tanzbar, sehr kunstvoll und beinhaltet viele Styles der elektronischen Musik. Als Appetizer solltet ihr auf jeden Fall „No War“ im Ry-X-Remix und Roman Flügels Version von „Gerne“ hören. 10/10 Basti...

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Quarion – Shades (Drumpoet Community)

Wer Quarions DJ-Sets kennt, weiß, was uns auf seinem Debütalbum auf Drumpoet Community erwartet. Feinsinniger, aber druckvoller Technosound, mit einem Ohr für verspielte Details und große Momente. Die Reise, auf die uns der gebürtige Schweizer und nun in Berlin lebende Musiker mitnimmt, ist sehr vielschichtig: organische House-Grooves, treibende Acid-Lines, brodelnde Technobeats. Was das Album nochmal auf eine neue Ebene hebt, sind die Interludes und beatlosen Tracks, die sehr experimentierfreudig und verspielt daherkommen. Insgesamt bekommen wir hier eine sehr atmosphärische und deepe Version von zeitloser Tanzmusik auf die Ohren. 10/10 Basti Gies Tracklist: A1. Turquoise (99 ‚til Infinity) (2:44) A2....

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Heinz Strunk – Aufstand der dünnen Hipsterärmchen (Audiolith)

Das passt ja mal wieder zu Audiolith – das neueste Werk von Heinz Strunk glänzt sowohl textlich als auch musikalisch und fühlt sich im Kirmespunk-Kosmos des Hamburger Imprints pudelwohl. Man könnte versuchen, das Album so zu beschreiben: wie das HGich.T-Kollektiv, nur etwas intellektueller, musikalischer und subtiler – aber nur etwas. Mit unglaublich viel Witz macht der von manchen als „Jahrhundertgenie“ gehandelte Strunk einfach Bock zum Abgehen und hat mit „Abgelaufen“ sogar einen richtigen Hit parat. Kurzer Ausschnitt aus den Lyrics gefällig? „Ich bin randvoll mit Pisse – Dann musst du weniger saufen – Ich kann aber nicht mehr anhalten...

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M83 – Digital Shades Vol. 2 (Naïve Records)

Willkommen zur fantastischen Reise in die 80er. So könnte zum Beispiel der Titel „A Taste Of The Dusk” in einer Serie aus dieser Zeit laufen, in der eine attraktive, brunette Lady mit Sonnenbrille, Stirnband und langen wehenden Haaren im Wind in ihrem weinroten Mercedes-Cabrio über eine hohe Küstenstraße fährt. Generell ist der Sound eine ehrwürdige Hommage an diese Zeit. An eine Zeit, in der mit analogen Instrumenten produziert wurde – wie dieses Album. Jeder der 15 Tracks entstand mit dieser Technik. Mit „Digital Shades Vol. 2“ liefert Anthony Gonzales alias M83 einen Nachfolger ab, der noch perfekter, ausgereifter und...

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