Prins Thomas – Ambitions (Smalltown Supersound)

Mit seinem sechsten Album kehrt Prins Thomas zu Smalltown Supersound zurück, wo er schon sein viertes Album sowie die Kollaborationswerken mit Björn Torski und Bugge Wesseltoft erschienen. Mit „Ambitions“ präsentiert uns der Norweger sieben Tracks, die zwischen kurz-prägnant und episch-ausufernd liegen. Das kurze „Foreplay“ als Introtrack fängt unbefangen mit Vogelzwitschern an, ein Keyboard schleicht sich ein, es bleibt bei der Ambient-Atmosphäre, es endet mit Field-Recordings, Geräusche, wie man sie sich an einem Sommertag vorstellt. Der Titeltrack hingegen will gar nicht aufhören, ein percussiver Rhythmus-Trip mit experimentell-krautigen Klangelementen. Mit „Feel The Love“ gibt es auch den ersten Track, bei dem...

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Gesaffelstein – Hyperion (Columbia)

Endlich: Nach 2013 releast der für harten, kompromisslosen Electro bekannte Franzose erneut ein Album. Das Ergebnis zeigt den typisch dystopischen, synthetischen Gesaffelstein-Sound in einem neuen Gewand. Verschnörkelte Ambient-Collagen und Hip-Hop-/Pop-orientierte Tracks wechseln sich ab und auch die Feature-Liste kann sich sehen lassen: The Hacker, Pharrell Williams, The Weeknd und Haim. Doch es ist der unverwechselbare Sound des „Prince Of The Darkness“, der sich stilistisch weg vom 4-on-the-Floor-Konstrukt wegentwickelt hat. Die Features mit einigen der talentiertesten Pop-Akteure dieser Zeit funktionieren einfach perfekt und strömen einen pulsierenden, darken Vibe aus, während die instrumentalen Tracks sehr abgefahrenen sind und jeden eingefleischten Fan...

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FBK – More Stories From The Future (Rekids)

Kevin Kennedy bringt uns amerikanischen Techno aus Detroit näher, hier jedoch zu Beginn eher untypisch atmosphärisch und teils melodiös mit resonanten Tönen (“Modular Life”). Ansonsten geht die Post im Post-Jack Nu-Jack Zeitalter ab (“I’ll Sit Back, You’ll Jack“), überwirft sich mit metallischen, hyperenergetischen Rhythmen (“Layers Of Fear“) oder besinnt sich sogar auf deep-dubbende, kickende Houserhythmik (“Hassling“). Techno in Reinkultur zelebriert “Headless“, “The Finishers Heart“ (erinnern mit ihren Undulationen an Pink Floyd’sche Ergüsse von “Dark Side Of The Moon“), “Gate Closing“ und das ungestüm breakende “The Boxing Lesson“. Techno: Hart, kompromisslos und ursprünglich wie Anfang der 90er – Willkommen in...

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Reinier Zonneveld – Church of Clubmusic (Filth On Acid)

Aus Amsterdam erreicht uns das neue Album des Reinier Zonneveld. „Church of Clubmusic“ ist 18 Titel stark und präsentiert die ganze musikalische Bandbreite des holländischen Riesentalents: von euphorischen Melodien und atmosphärischen Momenten über harte Rave-Action und Peaktime-Bomben bis hin zu poppig-melancholischen Tracks, die sich bereits für die Radiostationen schick gemacht haben. Es scheint auch, als mache Reinier Zonneveld mit diesem Album seine großen Ambitionen deutlich, die jedoch weit über den Club-Kosmos hinauszuragen scheinen. Vielleicht ist der gelernte Pianist auch einfach im Stande dazu verschiedene Welten zusammenzubringen – so wie auf dem Albumcover, das Reinier als Jesus im Matrix-Ledermantel zeigt....

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Christian Löffler – Graal (Prologue) (Ki Records)

  Am 5. April erschien Christian Löfflers drittes Album „Graal (Prologue)“ auf dem Label Ki, das er mitbegründet hat. Und wie der Namenszusatz Prologue schon erahnen lässt, soll noch ein weiteres folgen. Während „Graal“ mit seinen sechs Tracks wie ein Reisetagebuch skizzenhaft unterwegs entstanden ist, wird das vierte Album klassisch im Studio entstehen. Doch bleiben wir in der Gegenwart. Mit „Graal“, benannt nach Christians Zufluchts- und Erholungsort an der Ostsee, überwand der Produzent eine Phase der musikalischen Stagnation, die er während einer sehr intensiven Tourzeit erlebt hatte. Für die schöpferische Seite der Musik blieb keine Zeit, lediglich im visuellen...

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Apparat – LP5 (Mute)

Sascha Ring vollzieht wieder seinen gewohnten Rollentausch. Tschüss Moderat, hallo Apparat. Der Titel lässt es unschwer erahnen, es ist sein fünftes Studioalbum, acht Jahre nach dem letzten Album „Devil’s Walk“. Und was vom ersten Ton an des ersten Songs „Voi_Do“ sofort klar ist, Apparat ist voll da, total präsent, taucht ein in ganz andere Klangwelten als mit Moderat. Toller Bläser machen uns den Hof, Rings Stimme ringt alle Zweifel nieder und brennt ein ackerndes Feuerwerk ab. Melodien purzeln uns entgegen – rhythmisch oder gebrochen –, jedes Detail ist liebevoll zusammengefrickelt, die Dramaturgie ist perfekt ausbalanciert, es knistert und knarzt...

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Till von Sein – Ocean (Tilly Jam)

Draußen ist es kalt, drinnen läuft Till Von Seins neues Album „Ocean“. Doch wie immer bei diesem sonnigen Typ, wünscht man sich, dass man auch draußen die Mucke aufdrehen kann. Dann würde „Ocean“ laufen und die tiefenentspannte Kickdrum unter swingenden Percussions wummern, Shaker würden den treibenden Gegenpart zu warmen Rhodes-Chords und nostalgischen Pads bilden. Meistens im unteren Tempobereich von House angesiedelt, vermittelt Tills neues Werks eine Vision von Groove, Zuversichtlichkeit und Sonnenschein, die ihresgleichen sucht. Mit sehr organischen Klängen seien es Marimbas, Kalimbas, Trommeln oder akustische Instrumente, bringt er eine gewisse Wärme und transportiert sie in treibende Clubmusik. „Mission...

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Kompromat – Traum und Existenz (Clivage)

Der französische Künstler Vitalic hat sich mit der Sängerin Rebeka Warrior zusammengetan und die Band Kompromat gegründet. Inspiriert wurden die beiden vom alten Berliner Sound. Mit einer Mischung aus EBM, Punk, Rock, Dark – jedoch garniert mit einer Prise Süße – legt das Duo einen tollen Start hin. Rebeka singt nicht wie gewohnt auf französisch, sondern wagte sich an deutsche Texte heran und auch das kann sich hören lassen. Mit der bereits erschienenen Nummer „Niemand“, die auch auf dem Album zu hören ist, haben mich die beiden geknackt. Flippiger Sound, sexy französischer Akzent, crazy Video. Hat meinen vollen Segen...

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Daso – Daso (Connaisseur)

Dieses Album ist anders als alle, die ich bisher reviewen durfte. Und das aus einem sehr traurigen Grund. Für Daso, einer der wichtigsten Artists auf Connaisseur, war die Arbeit an diesem Album eine der letzten Dinge, die er in seinem Leben finalisierte. Mit der Diagnose Krebs beendete er dieses bezaubernde, lebensbejahende Werk in den letzten Wochen seines Lebens und verließ diese Welt. Doch irgendwie schaffte es der in Indien geborene Künstler, sich musikalisch äußerst farbenfroh, melodiös und zuversichtlich von dieser Welt zu verabschieden. Mit einem breiten Spektrum an Stilen wie Deep House, Hip-Hop, Electronica und Ambient werde ich beim...

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Remute – Technoptimistic (Remute)

Jawohl, das erste Technoalbum für die japanische Videogame-Konsole Sega Genesis. Remute aus Hamburg erstaunt mich jedes Mal, sei es mit ungewöhnlichen Formaten, aber auch mit seiner Musik. Die könnte man gut und gerne als Cyberpunk bezeichnen, man könnte es aber auch lassen. Hier treffen gebitcrushte Gaming-Klänge auf blubbernde analoge Basslines. Grooves entstehen aus klassischen Drum Maschines. Arrangements sind aus simplen, aber doch sehr mitreißenden Klangfolgen aufgebaut. Eigentlich muss man „Technoptimistic“ in sein nächstes Set einbauen, die gute Stimmung wird für sich sprechen. Cool, dass es Leute wie ihn gibt, die elektronische Musik abseits des gewohnten Sounds produzieren! 8 Basti...

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Janus Rasmussen – Vín (Ki Records)

Janus Rasmussen, eine Hälfte des isländischen Kiasmos-Duos, wandelt erstmals auf Solopfaden und präsentiert uns sein Album Vín. Sein Debüt, bestehend aus zwölf Tracks, gestaltet sich sehr organisch, leicht und lebendig – stellenweise auch verträumt. Die in die Produktion eingeflossenen Field Recordings leisten einen großen Beitrag zum natürlichen Klang von Vín und sorgen außerdem für eine angenehme Nähe zum Hörer. So fällt es doch sehr einfach sich den Spaziergang durch ein nordisches Hafenstädtchen vorzustellen, mit frischer Brise, dem Geruch von Salz und dem Geschrei der Möwen. Ein solcher Gang trug sicherlich auch zur Inspiration von Rasmussen bei, schließlich liegt sein...

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Subjected – Mother (Subjected Systems)

Vault Series Labelhead und Garant für funktionalen Techno, Subjected, meldet sich mit dem zweiten Album und dem dritten Release auf seinem jüngsten Projekt Subjected Systems zurück und kredenzt „Mother“. Eine grandiose Mischung aus Ambient und treibendem Techno. Das Intro lässt auf viel Druck und Energie hoffen und spätestens mit dem Einsetzen der Bassdrum zu “Nothing Is Sure“ wird man auch in Feierlaune versetzt. Ein absolutes Brett, welches einfach nur gnadenlos schiebt. Aber auch Titeltrack oder “Bloodborne Pathogene“ treiben massiv und Stämmen das Faule aus den Knochen. Zwischendurch bekommt man immer wieder etwas Luft zum Atmen durch gekonnt eingesetzte Atmos...

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