Mike Humphries – The Fall Of Everything (Hard Electronic)

Auf „The Fall Of Everything“ erwartet den geneigten Hörer äußerst rougher Sound von einem wahren Wizard des Techno-Genres – Mike Humphries ist bereits seit Anfang der 90er im Techno-Zirkus. Somit ist seine Vorliebe Analog-Synthesizer, die auf seinem neuesten Werk im Fokus stehen, leicht zu erklären. Blubbernde Acid-Lines, dreckige Drum-Pattern und wummernde Basslines begeistern durch warmen, druckvollen und saturierten Klang. Mehr als 13 Tracks sorgen für heiße Nächte in dunklen Techno-Schuppen, denn für solche Locations ist die Musik offensichtlich gemacht. Humphries zeigt uns hier Techno von einer raueren und härteren Spielart und schafft klanglich eine stimmige Brücke von der Vergangenheit...

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Oliver Koletzki – Remix Tales (Stil vor Talent)

Seit Jahren begeistert uns Oliver Koletzki als Musiker, DJ und Labelboss. Während er wahrscheinlich gerade an seinem achten Album arbeitet, hat er für seine Fans seine Lieblingsremixe, die er für andere Artists angefertigt hat, selektiert: zwölf Tracks, darunter drei exklusiv. Mal sehr Afro-angehaucht („A Tribe Called Kotori“), mal sehr melodisch (HVOBs „Dogs“) oder äußerst technoid, wie er in seiner Version von „Stole The Night“ von Howling beweist. In der Auswahl finden sich auch Koletzkis Interpretationen zu Fünf Sterne Deluxe, Giorgia Angiuli, Cassius oder Fran. 9/10 Basti...

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Víkingur Ólafsson – Bach Reworks (Deutsche Grammophon)

Der isländische Pianist Víkingur Ólafsson hat sich als Interpret für den großen Komponisten Johann Sebastian Bach schon einen Namen gemacht, die New York Times nannte ihn schon den „Glenn Gould Islands“. Mit „Bach Reworks“ transportiert Ólafsson Bach in die Gegenwart, kombiniert dessen Kosmos mit der Welt der elektronischen und experimentellen Musikwelt. Dafür hat er sich illustre Gäste an Bord geholt und so ist ein Album entstanden, das den barocken Meister in den verschiedensten elektronischen Schattierungen glänzen lässt. „… And At The Hour Of Death“ ist eine Kooperation mit Hans-Joachim Roedelius, Mitbegründer von Cluster und Harmonia. Der Krautrocker fügt dezent...

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Weval – The Weight (Kompakt)

Harm Colen und Merijn Scholte Albers sind Weval. Ihr vorliegendes zweites Album verstärkt die Tendenzen popmelodiöser Musik, die nostalgischen Impulsen auf cool grovendem Rhythmus folgt (“The Weight“). Überhaupt scheint die Justage der Balance zwischen Floor und Dreamimpressionen der rote Faden ihrer Musik zu sein, den sie mit lasziver Bravour meistern. Die Mixtur aus Richterscher Schlierigkeit, Ghostvocals, funky Attitude und reduziertem Clubbing macht die 13 Tracks extrem spannend – viele Perspektiven vereinen sich in einem warmen und mitnehmenden Sound. Cool! 9/10...

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Tiger & Woods – A.O.D (Running Back)

Ihr zehnjähriges Jubiläum als Duo feiern Tiger & Woods aka Marco Passarani und Valerio Delphi mit einem dritten Album: „A.O.D.“. Hier erwartet uns auf acht Tracks unbeschreiblich charmante Tanzmusik mit einem brillanten Disco-Vibe. Tiger & Woods, das sind zwei ausgesprochene Sample-Digger und so ist auch nicht verwunderlich, dass ihre Songs auch auf dem neuesten Werk von Anleihen und Versatzstücken aus Italo-Pop, Boogie, Disco und House geprägt sind – klingen jedoch immer verdammt fresh und zeitgemäß. Mit Peaktime hat das hier allerdings nichts zu tun, aber das muss es auch nicht. Bei 110 BPM groovt es doch vielmehr zwischen den...

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Smallpeople – Afterglow (Smallville)

Gut sieben Jahre sind schon seit dem Debütalbum von Smallpeople vergangen, nun meldet sich das Hamburger Duo mit dem Nachfolger zurück – und das macht es eindrucksvoll. „Afterglow“ ist von der ersten Note an dein Freund, sympathisch und lädt dich zum Tanzen ein. Und zum Hören. Einfach dasitzen und genießen. Housemusik ganz so grazil, abwechslungsreich, übersprudelnd – hier sind zweifelsohne zwei Connaisseure am Werk, die sich im magischen Dreieck Chicago-Detroit-Hamburg austoben und dabei ihre Antennen mal jazziger, mal minimaler, mal deeper ausrichten. Perfekt inszenierte Tracks, die auf vielen Ebenen gute Laune, Kreativität und Stilsicherheit ausstrahlen 10/10 Dieter Horny Smallville...

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Prins Thomas – Ambitions (Smalltown Supersound)

Mit seinem sechsten Album kehrt Prins Thomas zu Smalltown Supersound zurück, wo er schon sein viertes Album sowie die Kollaborationswerken mit Björn Torski und Bugge Wesseltoft erschienen. Mit „Ambitions“ präsentiert uns der Norweger sieben Tracks, die zwischen kurz-prägnant und episch-ausufernd liegen. Das kurze „Foreplay“ als Introtrack fängt unbefangen mit Vogelzwitschern an, ein Keyboard schleicht sich ein, es bleibt bei der Ambient-Atmosphäre, es endet mit Field-Recordings, Geräusche, wie man sie sich an einem Sommertag vorstellt. Der Titeltrack hingegen will gar nicht aufhören, ein percussiver Rhythmus-Trip mit experimentell-krautigen Klangelementen. Mit „Feel The Love“ gibt es auch den ersten Track, bei dem...

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Gesaffelstein – Hyperion (Columbia)

Endlich: Nach 2013 releast der für harten, kompromisslosen Electro bekannte Franzose erneut ein Album. Das Ergebnis zeigt den typisch dystopischen, synthetischen Gesaffelstein-Sound in einem neuen Gewand. Verschnörkelte Ambient-Collagen und Hip-Hop-/Pop-orientierte Tracks wechseln sich ab und auch die Feature-Liste kann sich sehen lassen: The Hacker, Pharrell Williams, The Weeknd und Haim. Doch es ist der unverwechselbare Sound des „Prince Of The Darkness“, der sich stilistisch weg vom 4-on-the-Floor-Konstrukt wegentwickelt hat. Die Features mit einigen der talentiertesten Pop-Akteure dieser Zeit funktionieren einfach perfekt und strömen einen pulsierenden, darken Vibe aus, während die instrumentalen Tracks sehr abgefahrenen sind und jeden eingefleischten Fan...

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FBK – More Stories From The Future (Rekids)

Kevin Kennedy bringt uns amerikanischen Techno aus Detroit näher, hier jedoch zu Beginn eher untypisch atmosphärisch und teils melodiös mit resonanten Tönen (“Modular Life”). Ansonsten geht die Post im Post-Jack Nu-Jack Zeitalter ab (“I’ll Sit Back, You’ll Jack“), überwirft sich mit metallischen, hyperenergetischen Rhythmen (“Layers Of Fear“) oder besinnt sich sogar auf deep-dubbende, kickende Houserhythmik (“Hassling“). Techno in Reinkultur zelebriert “Headless“, “The Finishers Heart“ (erinnern mit ihren Undulationen an Pink Floyd’sche Ergüsse von “Dark Side Of The Moon“), “Gate Closing“ und das ungestüm breakende “The Boxing Lesson“. Techno: Hart, kompromisslos und ursprünglich wie Anfang der 90er – Willkommen in...

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Reinier Zonneveld – Church of Clubmusic (Filth On Acid)

Aus Amsterdam erreicht uns das neue Album des Reinier Zonneveld. „Church of Clubmusic“ ist 18 Titel stark und präsentiert die ganze musikalische Bandbreite des holländischen Riesentalents: von euphorischen Melodien und atmosphärischen Momenten über harte Rave-Action und Peaktime-Bomben bis hin zu poppig-melancholischen Tracks, die sich bereits für die Radiostationen schick gemacht haben. Es scheint auch, als mache Reinier Zonneveld mit diesem Album seine großen Ambitionen deutlich, die jedoch weit über den Club-Kosmos hinauszuragen scheinen. Vielleicht ist der gelernte Pianist auch einfach im Stande dazu verschiedene Welten zusammenzubringen – so wie auf dem Albumcover, das Reinier als Jesus im Matrix-Ledermantel zeigt....

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Christian Löffler – Graal (Prologue) (Ki Records)

  Am 5. April erschien Christian Löfflers drittes Album „Graal (Prologue)“ auf dem Label Ki, das er mitbegründet hat. Und wie der Namenszusatz Prologue schon erahnen lässt, soll noch ein weiteres folgen. Während „Graal“ mit seinen sechs Tracks wie ein Reisetagebuch skizzenhaft unterwegs entstanden ist, wird das vierte Album klassisch im Studio entstehen. Doch bleiben wir in der Gegenwart. Mit „Graal“, benannt nach Christians Zufluchts- und Erholungsort an der Ostsee, überwand der Produzent eine Phase der musikalischen Stagnation, die er während einer sehr intensiven Tourzeit erlebt hatte. Für die schöpferische Seite der Musik blieb keine Zeit, lediglich im visuellen...

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Apparat – LP5 (Mute)

Sascha Ring vollzieht wieder seinen gewohnten Rollentausch. Tschüss Moderat, hallo Apparat. Der Titel lässt es unschwer erahnen, es ist sein fünftes Studioalbum, acht Jahre nach dem letzten Album „Devil’s Walk“. Und was vom ersten Ton an des ersten Songs „Voi_Do“ sofort klar ist, Apparat ist voll da, total präsent, taucht ein in ganz andere Klangwelten als mit Moderat. Toller Bläser machen uns den Hof, Rings Stimme ringt alle Zweifel nieder und brennt ein ackerndes Feuerwerk ab. Melodien purzeln uns entgegen – rhythmisch oder gebrochen –, jedes Detail ist liebevoll zusammengefrickelt, die Dramaturgie ist perfekt ausbalanciert, es knistert und knarzt...

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