J.R. Plankton – Neon (Karaoke Kalk)

Es ist das erste gemeinsame Projekt von Multi-Instrumentalist Robert Ohm und M=minimal-Labelboss Jens Strüver. Letzterer machte zuletzt durch seine Kollaboration mit Krautrock Urgestein Conrad Schnitzler („Con-Struct“) von sich reden. Für „Neon“ hat sich der passionierte Produzent Studionerd Robert Ohm mit ins Boot geholt. In fünf Tracks zeigen die beiden, wo elektronische Musik anfangen und aufhören kann. Der Opener „Musique Electronique“ zum Beispiel erinnert stellenweise an die Anfänge der elektronischen Musik. Der Track könnte getrost auch einem Werk von Kraftwerk oder Yello entsprungen sein, so kraftvoll und komplex kommt die Nummer daher. „City Jungle“ hingegen entführt einen mit pulsierendem Druck...

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John Talabot – Fin (Permanent Vacation)

In bester SloMo-House-Manier eröffnet John Talbot seinen neuen Longplayer. Und das bleibt auch so im weiteren Verlauf, wenn poppige Vocals (“Destiny“), oder breakige Beats (“El Oeste“, “Last Land“) Eingang in seine Musik finden. Nur selten ist er schneller unterwegs (“Journeys“, “When The Past Was Present“). Alles läuft locker, bleibt aber beim ersten Hören etwas belanglos und entwickelt sich nach einigen Hördurchgängen. Insgesamt passable 6 Punkte Carsten...

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Jim Rivers – Airport Vultures (ID020)

Intec Digital, der digitale Ableger von Carl Coxs Intec Label, mit einem weiteren Meisterwerk zeitgenössischer Musik. Jim Rivers, dem 2006 mit seiner „Restore EP“ ein perfekter Einstand gelang, legt ein 13 Tracks umfassendes Album vor, welches seinesgleichen sucht. Die Tracks sind in einem Kontext von hypnotischen Grooves, detroitischen Rhythmen und kraftvollen Basslines miteinander verbunden. Schon der Opener “Miles Away” lässt erahnen, dass es sich hierbei nicht um eine Standardproduktion handelt und erinnert durch seine bassless- und stringbehaftete Struktur an die Huldigung von Meisterwerken eines frühen Carl Craigs. So zieht sich die Harmonie und der deepe Charakter durch die restlichen zwölf Tracks, ohne auch nur eine Spur von Langeweile aufkommen zu lassen. Zwischenzeitlich zieht das Tempo an, wird durch Vocals “We can do this all night” gepuscht, um wieder in seichtere Gefilden abzudriften. Ein Album, nicht nur für den Club gemacht. 9 Points...

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Jazzanova – Upside Down (Sonar Kollektiv/Alive)

Nach 2003 erscheint dieser Tage das zweite Remixpaket der Berliner Jungs, die in den 90ern mit frischen Wind im Jazz Beat Business für Furore sorgten und die die clubbige Broken Beat Variante und Weiterentwicklung der österreichischen Stilikonen Kruder & Dorfmeister darstellten. Und folgerichtig finden sich einige internationale wie hauseigene Wegbegleiter des Kollektivs: Henrik Schwarz, Âme, Atjazz, Motorcity Drum Ensembe, Mr. Scruff oder Ye:Solar drücken mit Bearbeitungen von Perlen wie “Let Me Show Ya“ oder “I Can See“ iIhren eigenen Stempel auf und kitzeln nochmals andere Höreindrücke des Originals heraus. Als Zugabe gibt es noch zwei neue Mixe von Soldiers Of House und Midnight Marauders (klingt namenstechnisch nach 80er Metal) und im digitalen Format werden vier weitere Mixe (u.a. DJ Naughty) dazugepimpt. Wer vor acht Jahren vom ersten Remixausflug begeistert war, wird auch an Nummer zwei viel Freude entwickeln. Als Neueinsteiger erschließen sich einem freundlich-spannende, komplexe Welten. 8 Punkte Carsten...

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James Levy & The Blood Red Rose – Pray To Be Free (Heavenly Recordings/Cooperative Music)

Mit Alison Pierce von The Pierces scheint James Levy nun endlich die ideale Partnerin gefunden zu haben. Während der Musiker aus Vermont in den vergangenen Jahren mit seiner Band Levy mehr oder weniger erfolgreiche Veröffentlichungen auf den Markt brachte, könnte er nun zusammen mit der blutroten Rose einen richtigen Knaller landen. Levys sonore, markige Stimme bildet eine fantastische Symbiose mit Pierces zartem, filigranem Gesang. Da haben sich tatsächlich zwei gesucht und gefunden: Ihr erstes gemeinsames Werk gleicht musikalisch einer Liebesgeschichte – so romantisch, selbstverständlich und homogen kommt der Sound daher. Das Ganze erinnert ein wenig an die 60er Jahre, an Serge Gainsbourg, Brigitte Bardot oder Jane Birkin – wie zum Beispiel die Nummer „Give Me Happiness“. „Hung To Dry“ hingegen driftet ein wenig in Richtung Country ab, versprüht aber nicht minder Flair und Atmosphäre. Grandios auch der Titelsong, er erinnert ein wenig an Nick Caves und Kylie Minogues „Were The Wild Roses Gros“. Ein platter Abklatsch  bereits Dagewesenem ist „Pray to be free“ aber keinesfalls. Der Longplayer endet mit „Precious Age Of 13“. Hier lässt Levy seine jüdischen Wurzeln einfließen und singt stellenweise auf Hebräisch. Produziert wurde das Album übrigens von Coldplay-Bassist Guy Berryman – ein weiterer Erfolgsgarant. 9 Points...

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It’s A Musical – For Years and Years (Morr Music)

Für alle, die gerade unter Winterdepressionen leiden, ist die neue LP von It’s A Musical genau das richtige Heilmittel. Denn ab der ersten Sekunde versprüht „For Years and Years“ Freude, Fun und Leichtigkeit. Bereits mit dem Titeltrack wird klar, was es auf diesem Album geschlagen hat: Eingängige Melodien, catchy Vocals und jede Menge Retro-Effekte. Da könnte man inhaltlich beinahe seichten Singsang erwarten. Weit gefehlt, denn gerade im Verweben realer und prägnanter Texte – zum Beispiel über das Erwachsenwerden – mit unbeschwerten und schwungvollen Sound liegt das große Talent des Indietronic-Duos. It’s A Musical – das sind die Schwedin Ella Blixt (aka Bobby Baby) und der Berliner Robert Kretzschmar, beides Multi-Instrumentalisten und engagierte Vollblutmusiker. Kein Wunder, dass bereits das 2008er Debüt überzeugte. Schon damals sorgten die euphorischen Refrains und hintersinnigen Texte für Furore. „For Years and Years“ knüpft nahtlos an den Vorgänger an. Wie bereits vor vier Jahren schreiben Ella und Roberts auch 2012 Gleichberechtigung groß. Da rutscht keine Stimme, kein Ton in den Hintergrund. Dadurch ist es den beiden gelungen, ein homogenes Klangkunstwerk zu schaffen. Auch wenn es an der einen oder anderen Stelle ruhig ein bisschen knarzen oder quietschen könnte, so erhält „For Years and Years“ alles im allem das Prädikat empfehlenswert. 8 Points...

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Hobo – 
Iron Triangle (Minus)


Das, für mich, erste Albumhighlight kommt in diesem Jahr aus dem Hause Minus, besser gesagt von Joel Boychuk aka Hobo. Er versetzt uns mit „Iron Triangle“ in träumerische Klangwelten die zum Abheben einladen. Minimalistische Klangkunst vom Feinsten. Sehr melodiös und mit viel Liebe zum Detail. Man kann sich zum Beispiel zuhause in den Sessel werfen, nach dem Genuss einer Selbstgedrehten und sich den Tracks wie „Blackwell“, „Get F“, „Here Comes Everybody“ oder „South Endlan“ einfach willenlos hingeben und dahingleiten in ferne Galaxien. Zum anderen kann man aber auch zu den clubkompatibleren Tracks wie „Iron Triangle“, „Camlachie“, Junebug“ oder „Omega Point“ schön im Club abtanzen. Sein Konzept scheint hier aufgegangen und wird so manchen Freund elektronischer Tanzmusik in seinen Bann ziehen. 8 Points...

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Here Is Why – HRSY (Riotvan/Groove Attack)

Wo ist mein Kalender? Welches Jahr haben wir? 2012? Sicher? Nicht 1984? Ich dachte kurz … Na ja, das liegt dann wohl am Debütalbum von Here Is Why aus Leipzig, klingen diese doch wie eine Mischung aus Heaven 17, Human League, ein bisschen Depeche Mode und ein klein wenig nach Spandau Ballett. Das ist nicht unbedingt schlecht, wie gerade ich als Kind der 80er-Jahre finde. Es ist vor allem konsequent, verzichtet man doch darauf, das Beste von einst irgendwie stupide ins Hier und Jetzt zu übersetzen, sondern macht schlicht und einfach 100 Prozent Retro-Electronica-Synthie-Pop. Ob ihre Musik auch Unter-40-Jährige verstehen, ist dabei fraglich. Und ob alle über 40 nicht doch lieber auf die Originale zurückgreifen, wohl auch. Egal, ich mag’s. 7 Points...

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Gonjasufi – Mu.zz.le (Warp/RTD)

Gonjasufi erzählt die Geschichte der Straße, erzählt von seinem Ärger, seinen politischen und sozialen Eindrücken und Empfindungen. Adrenalin und Aggression sind maßgebliche Triebfedern seines Handelns, das Hip Hop, Soul und Downtempo Beats mit gesprochenen Worten garniert. Welche Gedanken ihn genau bei den darken, düsteren Bildern inspiriert haben, ist nur schwerlich zu ergründen, die Wuchtigkeit seiner Aussagen jedoch ist beeindruckend. Auf 500 Stück limitiert, werden sich Sammler in einigen Jahren darum reißen und miteinander wetteifern. 6 Punkte Carsten...

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Giana Factory – Save The Youth (Fake Diamonds/WAS)

Oh Gott. Nachdem ich den Pressetext mit Verlautbarungen wie ”Dänemarks Antwort Auf Ladytron” studiert hatte, wollte ich die Platte wegen zu viel negativer Vorfeldvibes und Befangenheit wieder bei Seite legen. Doch das Probehören konnte zumindest einige Zweifel aus dem Weg räumen. Zumindest was das Thema Pop angeht. Denn Giana Factory sind mit ihrer kühlen Ausstrahlung und mit dem falsettähnlichen Gesang eher im alternativen Bereich dieses Genres anzusiedeln. Die Melodien wirken weniger aufgesetzt und klingen vor den atmosphärischen Synthies recht hörbar. Gitarrenläufe mit Elektronikaverflechtung erhöhen den Spannungsfaktor. Insgesamt ordentlich produziert, meine Musik ist es nicht und wird es auch nicht werden. 6 Punkte...

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Felix Kubin – TXRF (It´s 08/WAS)

Der Altmeister des Avantgarde Pop und Mitbegründer der legendären Band Klangkrieg ist zurück mit einem weiteren Tiefschlag gegen die verstaubt, Klischee behafteten Hörerwartungen der Welt da draußen. „TXRF“ bedeutet Totalreflection X-Ray Fluorescence (auf Deutsch Röntgenfluoreszenzanalyse), was eine Art des Röntgen bei Materialanalysen beschreibt, bei dem die Röntgenstrahlen besonders flach einfallen. (Ja das musste ich googeln!) Felix Kubin erschafft sich damit seine eigene Klangwelt voller gepeinigter und unterdrückter Geräusche, die sich bisher vor den herrschenden Maschinenmenschen versteckt hielten. Doch die Geräusche begehren nun auf, setzen zum Angriff an und begegnen dem Gegner aufrecht und in voller Lautstärke. Im Kampf steigen sie wild, ungeordnet und scheinbar ohne Plan gegen die Maschinenmenschen ins Feld, doch sie tun es voller Hingabe und in Gedenken an die vielen anderen Geräusche, die in der Peinigung der Vergangenheit verschwunden sind. Ob sie gewinnen werden? Wer weiß das schon? Doch der Kampf ist in vollem Gange und Felix Kubin kommt den vergessenen und nie in Kombination gehörten Tönen und Klängen zu Hilfe. 10 Points...

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El_Txef_A – Slow Dancing In A Burning Room (Fiakun CD01/WAS)

Ihr kennt sicher das Gefühl, das man hat, wenn man sich gerade auf der Couch eingemuckelt hat, an einer Tasse Tee schlürft und in einem Buch blättert. Alles ist entspannt, alles passt irgendwie zusammen und alles erscheint, weniger schwer und anstrengend zu sein. Genau dasselbe Gefühl werdet ihr haben, wenn ihr das Debütalbum von El_Txef_A im CD-Player rotieren lasst. Zehn wunderbar entspannte Tracks hat er auf sein Album gepackt, die lediglich mit der Überschrift „House“ mitnichten in Gänze beschrieben wären. Klar sind auch durchweg housige Tracks wie „Broken Bridges“, „Breath“ oder „Lovely Minds“ darauf vertreten, welche äußerst groovig vor sich hin fluffen und gemächlichen Drive versprühen. Doch es beherbergt darüber hinaus auch Tracks wie „Save the World“, der mit einem Electro-Beatgerüst überrascht, das direkt aus den Achtzigern ins Heute gekommen zu sein scheint, zu dem sich noch ein Pianosynhtie und jazzige Saxophone gesellen. Das Ganze klingt dann insgesamt irgendwie wie jazzy-smoothy-fluffy-kuschel House. Das muss man natürlich nicht mögen, aber man muss dem `Perfekt-Produzierten´ Achtung zollen und es mit einem kurzen Reinhören vergüten. 7 Points...

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