Anchorsong – Chapters (Tru Thoughts)

London ist und bleibt ein führendes Zentrum kreativer Ideen und musikalischer Ausdrucksformen. Obgleich es sich bei Masaaki Yoshida um einen Japaner aus Tokyo handelt, der erst via Zwischenstopp in New York vor fünf Jahren in der britischen Hauptstadt landete. Dabei machte er sich in den letzten Jahren als Liveartist einen Ruf, der als One Man Show seine Musik live mit wenigen Instrumenten zum Klingen bringt. Das drückt sich im vollständigen Überarbeiten seiner Werke aus, die kein bloßes Abspielen von vorproduziertem Material sind. Die Welt von Anchorsong ist breitbandig und beinhaltet Hip Hop, Electronica und Rock. Distorsions und Klaviermelodien schließen sich in keinem Fall aus. Das wissen DJ Krush, Jazzist oder Prefuse 73 zu schätzen, die er auf Tour supportete. Yoshida entdeckt neue Welten, ohne sie komplett zu offenbaren. Weitere Geheimnisse wird er mit den nächsten Expertisen, die man gemäß seines Multi Album Deals bei Tru Thoughts erwarten kann, offenbaren. 8 Punkte Carsten...

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Air – Le Voyage Dans La Lune (EMI)

Stolze 14 Jahre ist es her, dass Nicolas Godin und JB Dunckel mit „Moon Safari“ ein Album produzierten, das in keinem Plattenschrank fehlen sollte. Nun gibt es mit „Le Voyage Dans La Lune“ das FollowUp zum 2009 erschienen „Love 2“. Und spielt auch hier der Mond wieder eine nicht unwesentliche Rolle, geht es doch weitaus düsterer und weniger süßlich verklärt zu als 1998. Dieses Album ist der Soundtrack zu dem 1902 gedrehten, gleichnamigen Science Fiction-Kurzfilm von Georges Méliès, was die Düsternis und die eher Air-untypische Progressivität erklärt. Immerhin befinden sich die Astronauten im Kampf mit den Seleniten, den Bewohnern...

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Northern Lite – I Like (UNA Music)

Acht Alben und 15 gemeinsame Jahre haben Northern Lite mittlerweile auf dem Buckel, und nach einigen musikalischen Irrungen und Wirrungen haben sie nun hörbar zu sich selbst (zurück) gefunden. Zumindest klingt das neue Album „I Like“ wieder nach der Band aus Erfurt, die 2001 mit „Small Chamber Works“ ihr Debüt veröffentlichte und mit der bis dahin einzigartigen Kombination aus elektronischer Musik und klassischer Bandbesetzung überzeugte. Genregrenzen waren Andreas Kubat und seinen Jungs im Grunde schon immer egal, und einmal mehr unterstreichen sie diese Haltung mit den zehn auf „I Like“ vertretenen Tracks. Authentischer Neoelectrorockpop mit Reminiszensen aus diversen vergangenen...

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Mr. Oizo – Stade 2 (Ed Banger/Alive)

Im letzten Jahr noch machte Quentin Dupieux als Regisseur des Films „Rubber“ – die Geschichte eines Autoreifens – und dem gemeinsam mit Gaspard Augé produzierten Soundtrack dazu von sich Reden. Nun steht mit „Stade 2“ sein viertes Studioalbum des geistigen Vaters von Flat Eric. Längst hat er sich zumindest musikalisch – wenngleich auch nicht in den Köpfen vieler Fans – von dem gelben Kuschelviech verabschiedet und ist seither für eher brachiale, laute und knarzige Beats im typischen Ed Banger-Stil bekannt. Da bildet auch das neue Album keine Ausnahme. Sicherlich nicht die richtige Untermalung für den Arbeitsalltag oder einen kuscheligen...

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Moby – Destroyed Deluxe (Little Idiot/Embassy of Music)

Dass Moby nicht einfach nur ein Album veröffentlicht, kennen wir schon. Deluxe-Versionen gehören für ihn zum guten Ton. Gerade kurz vor Weihnachten macht sich das Release einer solchen aber auch besonders gut, sucht doch jeder noch nach einem feinen Geschenk für die Liebste oder einen guten Freund. Und dieses Paket hat mal wieder allerhand zu bieten. Neben dem Orignalalbum mit 15 Tracks, die wir seinerzeit an dieser Stelle ja sicherlich schon ausreichend besprochen haben, gibt es auf CD2 nun acht neue Stücke, sowie alternative Versionen bereits bekannter Albumnummern. CD3 ist vielmehr eine DVD und hat sämtliche Musikvideos zum Longplayer,...

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Justice – Audio, Video, Disco (Ed Banger/Warner)

Als Gaspard Augé und Xavier de Rosnay 2007 ihr Album „†“ auf dem auch durch ihr Zutun längst zum Kult avancierten Label Ed Banger veröffentlichten, ging ein enthusiastisches Armehochreißen durch die Szene. Endlich mal wieder etwas Innovatives aus Frankreich, wie man es seit den Anfangstagen von Daft Punk nicht mehr erlebt hatte. Diese Begeisterung ebbte dank zahlreicher Remixe der beiden Jungs aus Paris auch in den Folgejahren nicht ab. Grund hierfür war und ist wohl die bis dahin einzigartige Weise, Electro mit Rock zu verbinden, die geradezu eine Welle der Nachahmer mit sich brachte. Nun endlich erscheint Album Nr....

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Conforce – Escapism (Delsin)

Der niederländische Produzent veröffentlicht sein zweites Album und liefert wieder mal astreinen und intensiven Techno ab. Von Anfang an atmet die Platte, jeder Ton wird spürbar und verteilt ein wohliges Gefühl auf dem Dancefloor ohne dabei aber zu kuschelig oder langweilig zu werden. Zwischen den Tanztrips legt Conforce aber immer wieder mal eine Pause ein, garniert so seinen Techno mit Dub, Ambient oder House. Fein, sehr fein. 5 points...

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Elektro Guzzi – Parquet (Macro Recordings)

Das Analog-Technofieber greift immer mehr um sich. Ganze vorne und wegbereitend mit dabei: Elektro Guzzi aus Wien. Das Trio bestehend aus Bass, Gitarre und Drums, veröffentlicht nun sein zweites Studioalbum. Ihren Weg gehen sie mit dem neuen Werk konsequent weiter, tauchen noch mehr ab in technoide Klangstrukturen, die derart miteinander verschmelzen, dass es auch unerheblich ist die Instrumentierung hier aufzubröseln. In dieser flüssigen Gesamtheit inkl. diverser Ausbrüche Richtung Harmoniebögen liegt ihre Stärke und macht sie nahezu unantastbar und unerreichbar....

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Fussel – Planet Egmont (Zoikmusic 001)

Wenn in meinem Fach eine CD liegt, auf der ein Post-It mit der handgeschriebenen Notiz “Eine Herausforderung? Bitte rezensieren” klebt, könnte es einerseits daran liegen, dass das Obskuritäten-Paket an unseren Freund Hardmate schon verschickt ist und nur vergessen wurde, diese CD dazuzupacken, andererseits aber auch, weil sich nach einigen Jahren endlich herumgesprochen hat, dass auch ich manch seltsamer Musik nicht wirklich abgeneigt bin. Und ein erster Lauscher in das Album “Planet Egmont” des Duos Fussel zeigt: wir haben es hier mit dem richtigen Zeug zu tun. Erwachsenenquatsch für infantile Intellektuelle. Die ganze Reise beginnt mit dem Intro “Hello”, das so klingt wie ein Jahrmarkt in Farfisa-City, da drängt sich direkt der Vergleich mit Mambo Kurt auf, der sich angesichts dieser 22 grandios absurden akustischen Ungeheuerlichkeiten allerdings verschämt in seinen Keller verzieht, um dort heimlich zu lachen. Die Reise führt weiter durch C64-Gegenden, an Casiotone- und Nintendo-Albernheiten vorbei und findet sich immer mal wieder in arschcoolen Deichkind- und heimlichen Kraftwerk-Referenzen wieder. Grandios. Absurd. Gut. Böse. Intelligent. Debil. Alles drin. Da kann sich der Audiolith-A&R angesichts dieses Albums nur selbst in den Arsch beißen, weil dieses Knallerteil nicht bei seinem Label erschienen ist. Gut gemacht, Zoikmusic! Willkommen in meinen Jahrescharts! Ihr Witzbolde! (6/6)...

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Gregor Tresher – A Thousand Nights (Great Stuff)

Irgendjemand in der Redaktion scheint meine Rezensionen doch zu lesen, denn kaum habe ich in der letzten Ausgabe eindringlich und unter Androhung von wüstem Schütteln darum gebeten, mir möglichst bald das Album auszuhändigen, liegt ebendieses nun auf meinem Tisch. Und es ist groß! Seit der oftmals als Album missverstandenen Doppel 12-Inch “Neon” hat sich im Hause anscheinend so einiges getan. Die Tracks kommen auf den Punkt, zerren an den richtigen Stellen an den Euphorie-Nerven der Hörer und bleiben auch mal verhalten, wenn großes Brimborium gar nicht von Nöten ist. Auf dem Album findet sich enorm viel Material für den Club; keine einzige Nummer, die in diesem Kontext nicht funktionieren würde. Dennoch sticht meines Erachtens insbesondere “Anti” besonders heraus, kaum ein Titel in Technoland verursacht derzeit nervösere Blicke und euphorischere Stimmungen auf der Tanzfläche. Doch ist es insgesamt eher müßig, die besten Stücke aufzuzählen, jeder wird hier mit Sicherheit seine Lieblingstracks finden – Potential dazu haben sie alle. Erwartungen voll erfüllt; ein Album zum Behalten und ich bin mir sicher, dass wir Treshers nun wirklich ersten Longplayer in allerlei Jahrescharts 2007 finden werden. (6/6)...

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Boris Brejcha – Die Maschinen sind gestrandet (Harthouse Digital 004)

Mensch Harthouse, was macht ihr für Sachen? Da hat man mit Boris Brejcha wirklich eines der hoffnungsvollsten Talente an der Hand, der bereits letzten Monat für allerlei erstaunte Gesichter in der Raveline-Redaktion und bestimmt auch anderswo gesorgt hat – und dann veröffentlicht man sein erstes Album, das gespickt ist mit allerlei Überraschungsmomenten, derb groovenden und knarzigen Sequenzen, Soundexperimenten und einfach kickenden Tracks ALS MP3 ONLY?? Ich versteh es nicht. Bereits “Who Is Your Man” (HH17) und Brejchas Remix von Zoo Brazils “Stars In Your Eyes” (HH16) bringen wahrscheinlich nicht nur meine Plattennadeln seit einiger Zeit zum Glühen, da schreien die Tracks dieses 16 Stücke dauernden Albums doch geradezu nach Clubeinsatz per schwarzer Scheibe! Mit einem derartig gelungenen Album gebührt Brejcha einfach eine breite Aufmerksamkeit, die sich durch ein reines mp3-Release doch gar nicht erreichen lässt. Bleibt also zu hoffen, dass sämtliche DJs dieses Planeten von jetzt auf gleich auf digitales Mixing umsteigen, denn dieses Album muss einfach dort hin, wo es hin gehört: in den Club! Ich sehe schon enorme Verkaufssprünge bei Traktor, Serato und Co. (6/6)...

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Trentemøller – The Trentemøller Chronicles (Audiomatique)

Natürlich würde ich nie auf die Idee kommen und schreiben: “Diese Kuh hat noch viel Milch”, aber nachdem das Trentemøller-Album auf Poker Flat so dermaßen die Runde gemacht hat und sogar mit der “Impala Silber” für 50.000 (!) verkaufte Einheiten ausgezeichnet wurde, drängt sich hier ein bisschen das Gefühl auf, man möchte noch mal mitnehmen, was man so kriegt. Denn wirklich neu ist hier kaum etwas, auf zwei CDs gibt es quasi eine Art Best-Of der gelungensten Songs und Remixes, manch eine Nummer, die bisher ausschließlich auf Compilations zu hören war ist auch dabei, und – okay – eine...

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