Ob Plakate, eine Veranstaltungseinladung bei Facebook oder doch die Flyer und die Mundpropaganda unter Freunden … Es gibt heute viele Wege, auf das Event mit einem bestimmten Headliner aufmerksam gemacht zu werden. Am Abend selbst wird sich dann schick gemacht, mit Gleichgesinnten vorgeglüht, und spätestens zur Peaktime hat man seinen Platz auf dem Dancefloor gefunden, um seinen Lieblingskünstler gebührend zu feiern. Was der DJ an dem Abend aber sonst noch – neben seinem zweistündigen Gig – erlebt, bekommen die wenigsten mit. Abhilfe schafft jetzt Alex Bau. Bei seinem Trip nach Buenos Aires schaltete er quasi vom Abheben seines Fliegers bis zur Landung eine Digicam an. Fast schon dokumentarisch kann der Beobachter bei der im Dezember erscheinenden DVD „Wasabi Tunes – The Gringotechno Tunes“ verfolgen, was der ganz normale Partywahnsinn jedes Wochenende aufs Neue für einen Künstler so mit sich bringt.

Doch wie entstand die Idee, dieses Roadmovie in die Tat umzusetzen? „Das entstand sehr kurzfristig. Der Betreiber des Clubs meinte, er wolle an dem Abend filmen und ein paar Kameras und Mikros aufstellen. Also dachte ich mir, wäre es eine witzige Idee, das Ganze noch authentischer durchzuziehen – ohne gestellte Szenen oder mit High-End-Equipment. Quasi ist das ein echter, ungeschminkter Einblick in das, was alles so dranhängt an einem DJ-Gig. Wie man sich die Zeit vertreibt oder was einem dabei durch den Kopf geht. So entstand dann zwangsläufig die Idee, eine DVD zu machen und eben nicht nur die Party zu filmen. Das gesamte Material ist zwar recht ‚lo-fi‘, aber genau das war auch mein Ziel. Dazu gibt es noch die Aufnahmen aus dem Club. Interessant dabei zu sehen ist, dass man den Club nicht von einem Laden in Glasgow, Warschau oder Detmold unterscheiden kann. Es ist schon erstaunlich, wie global diese Szene geworden ist. Techno ist überall auf der Welt und funktioniert auch gleichermaßen – so klein der Club auch sein mag.“

Neben Ausschnitten von der Party gibt es dabei auch noch eine Menge Eindrücke aus der Stadt, durch die Alex fast einen gesamten Tag gelaufen ist. Buenos Aires wie es leibt und lebt – und das an einem Sonntag. „Es gibt nicht nur Sehenswürdigkeiten – sondern auch Bilder, die entstehen, wenn man kein wirkliches Ziel hat und einfach mal drauf losläuft. Sachen, die man eigentlich nicht sieht als DJ, weil man in der Regel direkt wieder weg muss. Um das Ganze abzurunden und für den Zuschauer auch verständlicher zu machen, haben wir dann noch ein Interview bei meiner Ankunft zuhause im Studio aufgenommen – das meiner Meinung nach den roten Faden bildet.“

Den roten Faden spannt Alex Bau in privater Hinsicht in diesem Jahr auch weiter, denn neben seinen zahlreichen Gigs zog er samt Studio auch noch um. „Ich bin froh dass ich endlich fertig bin. Durch den ganzen Stress bin ich leider nicht zu wirklich viel eigenem Material gekommen, da ich einige versprochenen Remixes fertigstellen musste. Bei den Gigs ging es in diesem Jahr für mich gut ab. Die Technik macht da einiges möglich. Dadurch komme ich immer mehr zu dem, was ich eigentlich performen möchte bzw. zu meiner Definition von Techno.“ In 2012 sind dafür umso mehr eigene Produktionen geplant – auch auf seiner Plattform Credo. „Es wird eine Serie namens ‚Recycled Tracks‘ geben. Außerdem stehen auch wieder Releases auf anderen Labels oder Remixes an, die zwar schon fertig, aber noch nicht veröffentlicht sind.“

www.alexbau.de