
Er prägte den Begriff der Neuen Deutsche Welle, nahm die Einstürzenden Neubauten als erster unter Vertrag und prägte die deutsche Popkultur wie kaum ein anderer: Alfred Hilsberg ist im Alter von 77 Jahren verstorben.
Es gibt jene Persönlichkeiten, die sich erst durch Selbstvermarktung groß inszenieren müssen und es gibt solche, die durch ihr Können und Tun bekannt werden und eine einflussreiche Rolle erhalten. Alfred Hilsberg gehörte zu zweiterem.
Der Musikjournalist, Label-Betreiber und Konzertveranstalter verstarb am 18. August in Hamburg, der Stadt, von der er jahrzehntelang mit Einfluss wirkte.
Der auch als „Underground-Papst“ oder „Papst des Punks“ betitelte Pionier produzierte in den frühen 80er-Jahren als einer der ersten Popmusik in deutscher Sprache jenseits des damals allgegenwärtigen Schlagers. Damit prägte und revolutionierte er die Kulturlandschaft hierzulande nachhaltig – Pop-Avantgarde auf progressivem Level.
Mit seinem Schallplattenlabel ZickZack nahm er Bands wie Einstürzende Neubauten oder Blumfeld unter Vertrag. Den Vertrag mit der avantgardistischen Gruppe Einstürzende Neubauten schloss er über einen Bierdeckel ab. Letztjährig remixte etwa Dubfire einen Track der Truppe.
Und auch ansonsten war der Punk-Bekenner Hilsberg kein Mensch der kommerziellen Attitüde, sondern einer, der für künstlerisch Radikales und Kompromisslosigkeit einstand – egal, wie groß der Erfolg war. Erfolgreich waren die alternativen Projekte dann trotzdem, wenn nicht sogar wegweisend für die deutsche Popkultur der folgenden Jahrzehnte.
Wegweisend war auch der Begriff der Neuen Deutschen Welle, den Alfred Hilsberg, vor seiner Karriere in der Musikbranche als Dozent an einer Hochschule tätig, als Musikjournalist geprägt haben soll. Für das Musikmagazin Sounds nutzte er diese Beschreibung im Jahr 1979.
Unter anderem erwähnte Westbam Alfred Hilsberg in einem Nachruf an William Röttger. Westbam nannte Hilsberg unter „den Machern und Managern, die die Grundlagen schaffen“. Genauso wie Röttger, der der deutschen Rave-Kultur ihren Weg ebnete, wird das Wirken Hilsbergs noch lange nachwirken.
Quellen: Deutschlandfunk Kultur, Spiegel Kultur, Zeit, NDR
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