ALLEN HEATH XONE:43
Im Juni brachte Allen & Heath den Xone:43C auf den Markt. Seines Zeichens der Bruder des Xone:43, der seit Mai erhältlich ist. Größter Unterschied: die interne Soundkarte. Generell handelt es sich bei den 43er Modellen um die technische Überholung des Xone:42, dem treuen Begleiter alle ambitionierter Home-DJs und Bars. Der 42 war für viele der Einstieg in die professionellen Mischpulte. Wer von den größeren Xone-Modellen geträumt hat, aber sich diese nicht leisten konnte oder wollte, bekam mit dem 42 immerhin schon fast alles, was er suchte. Die Soundqualität, die Filter, die Verarbeitung – der Xone:42 stand den größeren Modellen kaum nach, weswegen das Pult auch noch heute in zahlreichen Bars, kleineren Clubs und Homestudios zu finden ist. Dementsprechend war die Resonanz hoch, als der Nachfolger angekündigt wurde. Allerdings auch, weil viele rätselten, wann der Xone:92 ein Facelifting bekommt.


Wie schon beim Xone:23, der vor circa einem Jahr das Licht der Welt erblickte, hat Allen & Heath auch beim 43 die alten Designstrukturen aufgebrochen. Beide Modelle folgen dem Weg, der vom DB4, beziehungsweise dem DB2, eingeschlagen wurde. Eine schwarze Faceplate aus Metall, die einen sehr soliden Eindruck macht, die runden Knöpfe für Filter und Cue sind farbig-leuchten- den Buttons gewichen. Das Blau aus der LED-Kette der Signalzüge ist verschwunden, unterhalb des Equalizers befindet sich pro Kanal ein großer Dry/Wet-Regler für externe Effekte. Über dem Equalizer ist die Auswahl für den Input. Was früher ein Ratespiel war, ob der Knopf nun gedrückt oder nicht gedrückt und welcher Input damit ausgewählt war, wurde mit einem viel offensichtli- cheren Schieber ersetzt. Abgesehen davon, halten sich die Änderungen in Grenzen. Das Kopfhörersegment erlaubt immer noch den Anschluss von zwei Kopfhörern über 6,3 und 3,5 mm Klinke.
80 Auch die Mikrofonsektion hat sich nicht groß verändert, sie wurde nur um einen Aux-Eingang erweitert. Zudem gibt es eine weitere Einstellung für den Crossfader, der sich nach Wunsch auch komplett ausstellen oder durch einen Innofader tauschen lässt. Insgesamt zeigt Allen & Heath, dass es aus den sechs Jahren, die der 42 nun erhältlich war, gelernt hat, um das Design zu verbessern. Gerade der Aux-Anschluss ist eine nette Erweiterung, wenn man noch zusätzliche Geräte wie Drummachines oder Synthesizer für Live-Sets anschließen möchte.

Auf der Rückseite zeigt sich, dass der 43 ein sehr durchdachter Mixer ist. An allen Kanälen finden sich Phono- und Line-Eingänge. Über die eingebauten USB-Umschalter neben den Eingängen kann man zudem direkt Timecode-Vinyls oder -CDs in das Mischpult geben, ohne eine Serato-Soundkarte nutzen zu müssen. Traktor-User müssen derzeit noch auf eine externe Soundkarte zurückgreifen, ob es einen offiziellen Support geben wird, ist fraglich. Der Master-Ausgang erfolgt über XLR, während der Ausgang für die DJ-Booth als Cinch konzipiert ist. Zudem gibt es noch eine Effektschleife, aus Marketinggründen X:FX genannt, sowie einen Record-Out. Außerdem befinden sich noch der USB- Anschluss auf der Rückseite und die Buchse für X:Link, Allen & Heaths Weg, um die Controller aus der K-Serie ohne zusätzliche USB-Kabel miteinander zu verbinden. Vorteil davon ist, dass sich der K2, wenn verbunden mit dem Xone:43C, automatisch in Serato mappt, das heißt seine Kontrollelemente selbst belegt.

Der Klang
Nun, um es kurz zu machen, die englischen Soundingenieure haben nichts verlernt. Der Ton ist wie gewohnt sehr klar, auch in hohen Bereichen. Außerdem zeigt sich der 43 verzeihlich gegenüber hohen Pegeln. Bevor man hier ins Clipping kommt, muss man schon sehr extrem das Signal aufdrehen. Auffällig ist der sehr laute Pegel am Kopfhörerausgang, „these go up to eleven“ wortwörtlich genommen.
Des Weiteren hat sich subjektiv der Filter verändert. Während er immer noch im gleichen Frequenzband von 20 Hz bis 20 kHz einstellbar ist, hört sich der Mix auf der Hälfte schon sehr stark reduziert an. Im Vergleich zum Filter am Xone:4D oder 92 ist dort bei 50% etwas mehr als der Bass herausgefiltert. Subjektiv ist der Filter also ein wenig aggressiver.

Lohnt sich der Umstieg?
Der Xone:42 war lange Zeit eine Referenz für Mischpulte in der Mittelklasse. Während der Umfang fast nichts missen lässt, gab es nur preislich teilweise attraktivere Varianten für heimische Auflege-Sessions. Wenn man sich die derzeitige Konkurrenz anschaut, ist aber selbst das Argument hinfällig. Vergleichbare Mischpulte sind entweder teurer oder bieten weniger Umfang. Mischpulte, die sich im ähn- lichen Preisbereich bewegen, können zudem nicht immer mit dem Klang eines Xone mithalten. Wirkliche Konkurrenz bekommt der Mischer nur aus der Controllerecke. Da der 43C die Benutzung von Serato impliziert und auch als Soundkarte fungiert, muss man sich natürlich fragen, ob man immer sein Mischpult zum Auftritt tragen möchte oder eine zweite Soundkarte für die Tour kaufen will. Das ist jedoch generell nicht zu beantworten, da ein modulares Controller-Setup meist mehr erlaubt, als ein All-In-Controller und daher anders genutzt wird. Das Einzige, was am Xone:43C fehlt ist ein dedizierter Filter pro Kanal oder zumindest eine zweite Filtereinheit – so, wie es fast die komplette Konkurrenz macht. Warum Allen & Heath dort einen Sonderweg einschlägt, bleibt wohl ein Firmengeheimnis. Abgesehen davon ist der neue Xone:43C ein sehr gut durchdachtes, schön designtes und absolut hochwertiges Mischpult, ein würdiger Nachfolger des Xone:42.

Technische Details:
• Vier Kanäle (Phono, USB, Line)
• Mikrofon/Aux-Kanal
• XLR-Masterout, Cinch-Boothout
• Record-Out
• 16-Kanal-Soundkarte (96kHz 24bit)
• analoger Filter
• Dreiband-Equalizer mit Killfunktion
• Serato DJ und DVS Upgrade Ready
• X:Link
• Kompatibel mit Innofader
• 20 db Headroom
• Größe: 320x110x370mm
• Gewicht: 5,2 kg

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