Amsterdam: Ehemaliges Gefängnis wird Venue für 2900 Besucher

Amsterdam bekommt einen neuen Ort für elektronische Musik, Kunst und Kultur: In Teilen des ehemaligen Bijlmerbajes-Gefängnisses entsteht BAJES.

Die temporäre Kulturstätte im Osten der Stadt soll Konzerte, Clubnächte, Ausstellungen und weitere Formate beherbergen. Die ersten Veranstaltungen finden während des Amsterdam Dance Events vom 21. bis 25. Oktober statt.

Bis 2016 war der Gebäudekomplex ein Gefängnis. Nun werden Teile des Hauptgebäudes neu genutzt. Drei Bereiche tragen weiterhin Namen, die auf ihre frühere Funktion verweisen: Centrale Keuken in Block C, Expeditie in Block E und Ketel in Block K.

Zusammen bieten die drei Räume Platz für bis zu 2.900 Besucher. Der ursprüngliche Charakter des Gefängnisses soll dabei sichtbar bleiben. Die Räume werden zugleich für unterschiedliche Veranstaltungsformen genutzt – von größeren Events bis zu Konzerten in kleinerem Rahmen.

„Zusammen sind die Räume im Bajes-Komplex groß genug für eine Veranstaltung größeren Maßstabs und einzeln kompakt genug für ein intimes Konzert“, erklärt BAJES-Mitgründer Wouter Flipse.

Bei der Neugestaltung sei auf geeignete Ausstattung und Multifunktionalität geachtet worden, ohne den rauen Charakter des ehemaligen Gefängnisses zu verlieren. Die Planungen für die Betriebsgenehmigung begannen vor drei Jahren.

Vor sechs Monaten erteilte die Stadt nach einem langen Verfahren schließlich die Genehmigung. Danach konnte der Umbau beginnen. Das Viertel Bajeskwartier, zu dem BAJES gehört, befindet sich weiterhin im Bau.

Der Entwickler Bajeskwartier Ontwikkeling C.V. ermöglicht dem Bajes-Events-Team die vorübergehende Öffnung der ehemaligen Zentralküche und des Kesselhauses für die Öffentlichkeit.

BAJES soll dabei Raum für unterschiedliche kulturelle Initiativen und Künstler bieten. „In den kommenden zwei Jahren hoffen wir, einen Ort anbieten zu können, an dem Initiativen klein anfangen und groß werden können“, so Miteigentümer Bas van Wersch.

Es solle Raum für Experimente und ein vielfältiges Programm für die gesamte Stadt geben. Im Komplex hatte seit 2023 bereits der Club Levenslang betrieben. Dessen bisheriger Raum trägt nun den Namen Ketel beziehungsweise Block K.

Mit BAJES entsteht dort ein neues Konzept mit einem neuen Team und zusätzlichen Räumen. „Wir werfen nicht weg, was wir aufgebaut haben, sondern haben es neu erfunden“, sagt Thomas Oostdijk, Mitgründer von De Eeuwige Jeugd und Levenslang.

BAJES löse Levenslang als eigenständiges Clubkonzept ab und erweitere die Nutzung auf mehrere Bereiche des Komplexes. Das vollständige Programm für das Amsterdam Dance Event soll Anfang Oktober veröffentlicht werden.

Für den Eröffnungsabend am Mittwoch kündigt Mitgründer Denzel Zurburg zwei noch nicht genannte Acts aus Amsterdam an. Wer dahintersteckt, soll zunächst geheim bleiben. BAJES will später im Jahr außerdem bekannt geben, was für 2027 geplant ist.

Die neue Kulturstätte befindet sich an der H.J.E. Wenckebachweg 48 in Amsterdam-Oost und liegt nach Angaben des Veranstalters in fußläufiger Entfernung zur Metrostation Spaklerweg.

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