Amsterdam: Neuer Club öffnet und erntet Spott aus der Szene

Mit einer Launch-Party am Wochenende hat im Zentrum von Amsterdam ein neuer Club eröffnet – und sorgt direkt für Diskussionen.

Das Basement am Leidseplein versteht sich als House- und Disco-Club mit speziell abgestimmtem Funktion-One-Soundsystem. Eröffnet wurde der Club am Freitag, 20. Februar, vom italienischen Label Mother Tongue und der Crew Sounds Familiar mit ihrer neuen Residency „All Wrongs Reversed“.

Am darauffolgenden Abend spielte DJ Chuckie ein reines House-Set. In den kommenden Wochen stehen unter anderem Jamie 3:26, Emma Champagne Queen und Italo Deviance auf dem Programm.

Resident Advisor zitiert Programmchef Jimi Jua folgend: „Wir glauben, dass elektronische Musik in die Stadt gehört. Nicht nur an den Rand, sondern ins kulturelle Herz Amsterdams. Wir schaffen einen Ort, dem die Leute vertrauen können, nicht nur ein Line-up.“

Während sich das Basement als intime Venue mit Fokus auf House und Disco für Liebhaber positioniert, regt sich in sozialen Netzwerken Kritik. Auf Reddit und anderen Plattformen wird vor allem der Standort am Leidseplein belächelt.

Der Platz gilt als touristische Partymeile mit Mainstream-Bars, Großraumdiscos und „Nightlife Ticket“-Publikum. Wer authentische House- oder Techno-Nächte sucht, meidet häufig jene Bereiche, die von Pubcrawls, Barhoppern und Junggesellenabschieden geprägt sind.

„Basement ist das Gegenteil von kommerzieller Monokultur“, schreibt ein Reddit-User und ergänzt: „Wenn du einen Techno-Club am Leidseplein namens Basement eröffnest, ist schon irgendwie witzig.“

In der Szene werden ernsthafte Clubkultur und experimentelle Ansätze eher mit Stadtteilen wie Noord oder West sowie mit Off-Locations außerhalb der klassischen Ausgehzentren verbunden. Vor diesem Hintergrund wirkt die Ansiedlung im Zentrum für viele widersprüchlich.

Auch der Name „Basement“ stößt auf Spott. Er wird als generisch wahrgenommen, da zahlreiche Kellerclubs in Partygegenden ähnlich heißen. In einer Stadt, in der es bereits vergleichbare Marken gab, erscheint der Titel manchen eher als Marketing-Label denn als Zeichen echter Subkultur.

In Diskussionen über die niederländische Clublandschaft wird seit Jahren der Rückgang innovativer, unabhängiger Venues und die Verlagerung in kommerzielle Zonen kritisiert. Ein neuer Club mit generischem Namen im touristischsten Nightlife-Cluster der Stadt verstärkt bei vielen den Verdacht eines „Touri-Spot mit Club-Branding statt echter Clubkultur“.

„Selbst wenn der Club am Ende cool ist, wird die Crowd scheiße sein“, meint ein Kritiker auf Reddit und ist damit nicht allein. „Sieht cool aus“, so ein Kommentator, „aber es ist am Leidseplein. Ich bin mir nicht sicher, was ich davon halten soll.“

 

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Quelle: Resident Advisor / Reddit

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