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Wenn man den bisherigen Werdegang des Oldschool-Veterans Andreas Gehm alias Elec Pt.1 Revue passieren lässt, stellt man schnell fest, dass vieles richtig gut lief. So gab es in den vergangenen Monaten und Jahren eine beachtliche Zahl an Releases auf hoch angesehenen Szenelabels wie Bunker, Abstract Acid oder auch dem Chicagoer Mathematics-Label, bei dem er als erster und einziger Deutscher eine bzw. gleich mehrere EPs veröffentlicht hat – eine davon zu allem Überfluss sogar von Steve Poindexter präsentiert. Alle Achtung. Auch seine erst vor einigen Monaten gestarteten Ambitionen als Live-Act haben erfolgreich mehrere Hundertschaften Acidheads und solche, die es in der Nacht geworden sind, geflasht nach Hause geschickt.

Doch keine Zeit für Verschaufpausen auf verdienten Lorbeeren. Dieser Tage erscheint sein erstes reguläres Artistalbum namens „Black Pukee“ bei dem Label Solar One Music: „Das Label gehört den Exaltics, bei denen ich bereits eine Split-EP veröffentlicht habe. Nach einem Gig in Jena kamen die Jungs zu mir und erzählten, dass sie meine neuen Artistfotos sehr gelungen fanden und der Meinung seien, dass man davon doch eigentlich mal ein Albumcover machen müsse. Ich habe dann sehr kurzfristig ein Tracklisting zusammengestellt, das die Jungs auch super fanden, und so war das Album in nicht mal einer Woche komplett durchkonzipiert.“ Entsprechend der musikalischen Ausrichtung Gehms erscheint „Black Pukee“ neben dem digitalen und CD-Format auch ganz klassisch auf Doppel-Vinyl. „Acid und Deep House, wie ich ihn verstehe, gehört einfach auf Schallplatte. Die Jungs aus Jena sehen das genauso und investieren sehr viel Energie und sicherlich auch Geld in das Vinylformat, was ich natürlich super finde.“

Rein musikalisch hält sich Gehm an die klassischen Tugenden und sieht keinen Grund, daran etwas zu ändern: „Große musikalische Entwicklungen, die für mich relevant wären, habe ich die letzten Jahre überhaupt nicht gesehen, deswegen mache ich doch lieber den Sound, der mir schon seit 1987 gefällt. Heutige Musik ist für mich in erster Linie ein technischer Schwanzvergleich, bei dem die Inhalte viel zu kurz kommen. Wenn ich die neuesten Plugins hören will, checke ich die Keys-Heft-CDs, aber doch nicht die gängigen DJ-Charts! Die Musik, die auf meinem Album zu finden ist, habe ich in der Form auch schon vor fünf Jahren gemacht, und auch vor zehn Jahren hätte das alles vermutlich ähnlich geklungen. Was mich aber an der heutigen Zeit freut, ist die Tatsache, dass man mit dieser Musik wieder die Clubs füllen kann und der Chicago House-Sound eine immer breitere Zuhörerschaft findet, während das vor einigen Jahren das noch eine abgeschottete, in sich geschlossene Szene war.“/Stefan Gubatz

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