
Für die Berliner Techno-Parade „Rave The Planet“ gelten in diesem Jahr besondere Sicherheitsvorkehrungen.
Rund 1.500 Polizisten sollen im Einsatz sein, dazu kommen Schutzzonen, mobile Poller und weitere Absperrungen. Gleichzeitig könnte die Hitze mit Temperaturen bis zu 37 Grad zur Belastungsprobe werden.
Die Party-Demo findet am Samstag zwischen 13.50 und 22 Uhr auf der Straße des 17. Juni statt. Die Route verläuft zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule durch den Tiergarten und damit unweit des Ortes, an dem am 25. Juli eine Frau getötet und mindestens 31 Menschen teilweise schwer verletzt wurden (FAZEmag berichtete).
Die Polizei plant für die Veranstaltung ein mehrstufiges Sicherheitskonzept. Neben der eigentlichen Versammlungsfläche ist eine zusätzliche Schutzzone vorgesehen, damit insbesondere Rettungsfahrzeuge jederzeit passieren können.
Auch angrenzende Bereiche sollen abgesichert werden. An besonders kritischen Stellen kommen unterschiedliche Sperrmaßnahmen zum Einsatz. Dazu gehören Polizeifahrzeuge sowie schwere mobile Poller.
Vergleichbare Absicherungen wurden nach dem CSD-Anschlag bereits an verschiedenen Stellen im Tiergarten eingesetzt. Auch außerhalb des Parks sind Maßnahmen vorgesehen. Unterstützung erhält die Berliner Polizei von Einsatzkräften aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt.
Außerdem sollen ein Polizeihubschrauber und Drohnen eingesetzt werden. Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel verwies dennoch auf die Grenzen eines solchen Konzepts.
„Wir gewährleisten, denke ich, in Berlin wirklich ein sehr hohes Maß an Zufahrtsschutz“, sagte Slowik Meisel dem RBB-Inforadio. Gleichzeitig könne man nicht jeden Parkweg sichern und auch nicht jedes Absperrgitter durch Einsatzkräfte überwachen. „Absoluten Schutz gibt es nicht.“
Auch Rave The Planet hat die eigenen Vorkehrungen nach dem Anschlag erneut mit der Polizei besprochen. Nach Angaben von Mitbegründerin Ellen Dosch-Roeingh habe bereits zuvor ein umfangreiches Sicherheitskonzept bestanden.
„Wir hatten schon vor dem 25. Juli ein sehr solides Konzept, Kleinigkeiten wurden aber noch einmal angepasst“, erklärte Dosch-Roeingh. Die Abstimmung über die Sicherheitsmaßnahmen sei ein fortlaufender Prozess.
Inhaltlich reagiert die Parade ebenfalls auf das Geschehen vom 25. Juli. Unter dem Motto „Imagine Love“ soll die Veranstaltung mit einer Schweigeminute beginnen. Anschließend sind Eröffnungsreden von Dosch-Roeingh, Julia Miosga vom Berliner CSD und Anna-Maria Seifert vom Karneval der Kulturen angekündigt.
Für die diesjährige Ausgabe haben die Veranstalter erneut eine maximale Teilnehmerzahl von 300.000 Menschen angemeldet. Nach Angaben von Dosch-Roeingh entspricht diese Zahl dem Richtwert für die höchstmögliche Auslastung der Strecke, der in einem Gutachten festgelegt wurde.
Wie viele Menschen tatsächlich zur Parade kommen, lässt sich allerdings nicht zuverlässig prognostizieren. „Wir können keine validen Angaben dazu machen, wie viele wirklich kommen“, sagte Dosch-Roeingh. Die Angaben zur Besucherzahl des Vorjahres gingen ebenfalls auseinander.
Während der Veranstalter 2025 von rund 200.000 Teilnehmern sprach, kam die Berliner Polizei auf gut 100.000 Menschen. Für die erwartete Menge sind deshalb mehrere Sperrpunkte vorgesehen, über die der Zugang gesteuert werden kann.
Neben der Sicherheitslage stellt das Wetter eine zusätzliche Herausforderung dar. Der Deutsche Wetterdienst erwartet für Samstag Temperaturen von bis zu 37 Grad. Die Polizei will deshalb mindestens einen Wasserwerfer einsetzen, dessen Sprühnebel zur Abkühlung beitragen soll.
Auch der Veranstalter trifft Vorkehrungen gegen die Hitze. Entlang der Route stehen drei Stellen mit mehreren Wasserhähnen bereit, an denen kostenlos Trinkwasser erhältlich ist. Im Großen Tiergarten sind außerdem Bereiche zum Ausruhen und Abkühlen vorgesehen.
Geplant sind insgesamt fünf Unfallhilfestellen. Im vergangenen Jahr mussten dort zahlreiche Menschen behandelt werden. Ein Feuerwehrsprecher bezeichnete die Beschwerden damals überwiegend als „klassische Veranstaltungssymptome“, also Probleme im Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen.
Parallel zu „Rave The Planet“ ist die „Fuckparade“ als Gegenveranstaltung angemeldet. Sie richtet sich gegen „Kommerzialisierung und Verdrängung von Subkulturen“. Nach Angaben der Polizei werden dort rund 1.200 Teilnehmer erwartet.
Quelle: Welt
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