Anwohner in Sorge: Dürfen Nachtschwärmer in Berlin bald länger draußen sitzen?

Berliner Nächte ohne Sperrstunde? Der Plan gegen das 22-Uhr-Limit / Bild von Artem Sapegin auf Pixabay

Nachtschwärmerinnen und Nachtschwärmer können sich in Berlin womöglich bald an neuen Freiheiten erfreuen: das bisher starre Bewirtungsverbot im Freien ab 22 Uhr könnte gelockert werden. Dafür soll der neue Gesetzesentwurf von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey von der SPD sorgen. Bis 24 Uhr (an Wochenenden) soll dann ein Ausschank im Freien möglich sein. Während das Vorhaben unter den Wirten die Hoffnung auf Mehreinnahmen weckt, wächst bei Anwohner*innen die Sorge vor schlaflosen Nächten.

Berlin lebt von seiner Gastronomie, dennoch endet pünktlich um 22 Uhr die Gemütlichkeit an frischer Luft abrupt. Die Gäste haben die Wahl: Entweder ziehen sie nach drinnen um oder sie gehen. Gerade mit Blick auf die Sommermonate sorgt dies immer wieder für Frust aufseiten der Gäste wie auch vieler Wirte.

Mit fast 200 000 Betrieben und rund 100 000 Beschäftigten ist die Branche einer der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt. Für Senatorin Giffey ist die Reform dementsprechend längst überfällig. Wenn die Außengastronomie schließt, wandern die Gäste oft in die nahegelegenen Parks ab. Das stellt die Wirte vor ein handfestes wirtschaftliches Problem, während die Umsätze für Spätkaufmöglichkeiten boomen. Ein längerer Ausschank unter freiem Himmel könnte hier die Rettung für viele knapp kalkulierte Betriebe sein.

Doch die Debatte spaltet die Gemüter. Wo mehr Leben ist, ist auch mehr Lärm. Besonders unter den Anwohner*innen sorgt dies für Bedenken. Denn für Personen, welche schon früh am Morgen wieder ins Arbeitsleben starten müssen, könnte dies den Verlust wichtiger Stunden an Schlaf bedeuten. Kritiker*innen befürchten, dass der Lärmschutz gänzlich auf der Strecke bleibt.

Der Senat hat den Entwurf bereits beschlossen. Es zeigt sich nun, wie die Umsetzung aufgenommen wird.

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