arca - mutant
File Under: Hierfür gibt es noch keinen Namen. Klangtüftler Alejandro Ghersi legt mit seinem zweiten Album noch eine Schippe in Sachen Nervenstrapazen drauf. Die 20 Stücke auf „Mutant“ klingen wie Exkursionen auf einen fremden Planeten, auf dem jeder Schritt Grime-Geräusche und vertrackte Beats hervorruft. Vor allem die kurzen Track- Skizzen sorgen für beklemmende Stimmung. „Hymn“ klingt wie ein sich langsam anbahnender Termitensturm, „En“ wie Atemgeräusche einer Alien-Spezies, die man nicht genauer kennenlernen möchte. Gemütlich geht anders – langweilig aber auch. Nur zwischenzeitlich fügen sich ein paar wärmende Ambient- Entwürfe in das Geschehen ein. Doch so originär die Klanginstallationen von Ghersi auch sind, der auch schon für FKA Twigs und Kanye West produzierte, richtig warm wird man nicht mit ihnen. Derjenige, der „Mutant“ ohne die Skip-Taste anzurühren, über sich ergehen lassen kann, hat jedenfalls einen Tapferkeitsorden verdient. 7/10 Kressmann