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Das New Yorker DJ-Urgestein Armand van Helden hat in einem Interview mit der Internet-Seite www.inthemix.com seine Meinung zum Unterschied der DJ-Szene in den 1990er-Jahren im Vergleich zur heutigen dargelegt. Er sagte: „Ein Großteil der 90er bin ich als DJ mit Vinyl in schweren Plattenkoffern herumgereist. Man hat sich nicht bewegt, man hat oftmals nicht zur Crowd hinaufgeschaut. Man ist zu einem Gig erschienen und der Typ vor einem befand sich im kompletten Trance-Modus oder hat Trip-Hop gespielt. In dem Moment musstest du improvisieren und ein Set aufziehen. Es ist ein vollkommen anderes Ding im Vergleich zum heutigen DJing. Es ist (heute) alles ein Selbstläufer. Die müssen da oben nicht viel nachdenken – solange sie nicht hinfallen und sich beim Herumhüpfen den Fuß verstauchen.“

Des Weiteren sagte er, dass es deshalb nur so wenig Bildmaterial von DJs aus den 90ern gäbe, weil sie meist tief in ihren Schallplatten wühlten und so nur wenig Verbindung zur Crowd hatten. Dies sei oft in Verbindung mit großer Anstrengung gewesen. Doch es gibt seiner Meinung auch positive Veränderungen. Zum Beispiel Justice, MSTRKRFT oder dem DJ-Duo Crookers, die elektronische Musik mit Rock vermischten, haben große Innovationen in der Art zu performen hervorgebracht. Und es gibt eben technische Neuerungen, die es den DJs erleichtert, ihre Sets zu gestalten.

Van Helden hat auch selbst seine Erfahrungen mit dieser Veränderung gemacht. Hierzu kommt er auch seine gemeinsame Zeit mit A-Track als Duck Sauce zu sprechen: „Er kam aus dieser Generation, also hat er eine Show abgezogen. Er war für Eskapaden auf der Stage und dafür zu übertreiben. Aber ich verstehe schon. Man kann dort stehen und seine Schallplatten spielen und die Leute werden es trotzdem mögen, aber man kann es ebenso auf das nächst höhere Level heben und richtig abgehen. Ein paar verrückte Lichter dazu, Pyrotechnik, Tänzerinnen, was auch immer – veranstalte einen kompletten Zirkusakt.“

Auch wenn das Auflegen mit Schallplatten eindeutig die Königsdisziplin des DJing ist, können viele Künstler auch ohne Vinyl live sehr überzeugend sein. Aber es ist wohl wie die Frage mit dem Huhn und dem Ei und wird auch weiterhin für endlose Diskussionen sorgen.

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