Israel_Isal van Staden (1)
dj_aroma_with records_webDJ Aroma ist seit über 15 Jahren als DJ aktiv. Sie gehörte zu den ersten Residents des Berghain-Vorgängers Ostgut, hat ihr eigenes Label Aromamusic gegründet und legt regelmäßig auch im Ausland auf, wie z.B. in Italien, England, Schweden, Russland, Spanien oder den Philippinen. Sie ist Resident-DJ im Ritter Butzke. Für uns hat sie exklusiv einen Teil ihres Israel-Tourberichts zur Verfügung gestellt.


„Unser Gastgeber ist ein unglaublich sympathischer Israelischer DJ. Wir machen wir einen Ausflug auf die Golanhöhen mit ihm und ein bisschen Sightseeing in Tel Aviv. Danach hängen wir nur noch am Strand ab, Jerusalem schaffen wir nicht mehr. Es ist einfach zu heiß.

Am dritten Tag unser Reise geht der Partymarathon los. Hier ist der Donnerstagabend wie bei uns ein Freitagabend. Bela Brandes, Lt. Dan und ich sollen im Shesek spielen. Obwohl es eigentlich eine Bar ist, wird getanzt. Der Sound klingt zwar nach lauter HiFi-Anlage, aber die Location macht einen sympathischen Eindruck. Im vorderen Teil befindet sich eine Bar mit dunklen Tapeten, im Anschluss daran die Tanzfläche, um die herum einige Bänke und Clubhocker stehen. Weiter hinten sind die Toiletten. Insgesamt passen wohl so um die 100 Leute gleichzeitig in den Laden, man erzählt uns jedoch, es können im Laufe der Nacht durchaus mehr werden, denn das Shesek liegt mitten im Vergnügungsviertel und man schaut hier gerne zum Anfang oder zwischen zwei anderen Partybesuchen mal eben vorbei.

Das Shesek, wird uns erzählt, ist eine Institution in Tel Aviv, weil es schon seit 15 Jahren immer gutes Programm bietet und angeblich gehen hier gute Partys. Kurz nach Mitternacht ist es ganz gut gefüllt. Das Publikum ist sympathisch – zwischen chic, etwas freakig und ziemlich jung. Anders als in Berlin sieht hier kaum einer älter als 30 aus. Sie haben Spaß, es wird geschaukelt, gewackelt mit Glas in der Hand und auch ein bisschen geschrien. Man blickt sich ins Gesicht, es gibt auch genug Licht dafür. Unter der großen Discokugel, die wie ein Damoklesschwert über der Tanzfläche hängt, lachen sich viele an, die offenen Gesichter strahlen. Plötzlich komme ich mir doof vor, ich konnte mir das im Vorfeld so schwer vorstellen, ob man in einem Land mit so vielen Anschlägen einfach in einen Club wie diesen gehen kann, aber offenbar habe ich ein völlig falsches Bild. Ich bin überrascht wie breit gefächert der Musikstil unseres Gastgebers Lt. Dan ist, ohne dabei beliebig zu sein. Teile der Entourage sind noch schnell um die Ecke in einem anderen Club, wo es etwas leiser ist, weil man im Freien ist. Irgendwie würde ich bei diesen Temperaturen auch lieber draußen Musik machen.

Man sagt es sei eine Tel Aviver Eigenart, von Bar zu Bar zu ziehen, ich wundere mich nur warum die Leute so schnell weglaufen. Keine 15 Minuten nachdem ich aufgehört habe aufzulegen ist der Laden halb leer, obwohl die Musik immer noch den gleichen Groove hat.

Vom Tag bleibt nicht viel, als wir zu Sonnenuntergang wach werden, wir gehen an den Strand und essen etwas. Dann geht es schon los in das Deli, dessen Eingang durch die Hintertür einer Sandwichbude geht. Im Club gibt es eine Bar und dahinter eine Tanzfläche in einem extra Raum. Es ist komplett dunkel, das Diskolicht flackert spärlich und der Sound klingt gut. Angeblich ist das musikalisch der beste Club der Stadt. Liest man die Liste der DJs , die schon hier waren könnte das sein.

Auf der Tanzfläche treffe ich einige der Gäste von Gestern aus dem Shesek. Es scheint also zu stimmen, dass Leute hier durchaus zweimal am Wochenende den selben DJ hören können. Und das ist das schöne am Feiern – so unverbindlich wie es ist, so herzlich ist es auch wenn man sich nach einer durchfeierten Nacht wieder sieht. Es fühlt sich nicht viel anders als zu Hause an und mir fallen in Deutschland eine Menge Orte ein, an denen ich mich fremder fühle als hier. Es ist ein schöner Moment, wenn die universelle Sprache der Musik funktioniert.“

Den kompletten Tourbericht findet ihr hier:
www.djaroma.de/telaviv

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Fotos Tel Aviv: Isal van Staden