
Die Corona-Pandemie stürzte zahllose Spielstätten in eine beispiellose wirtschaftliche Krise. Während viele Clubs an ihr zugrunde gingen, konnten andere ihren Betrieb wiederum nur mit größter Mühe aufrechterhalten – mit fatalen finanziellen Konsequenzen, die auch den Clubgänger betreffen. Seit Corona schnellten Eintritts- und Getränkepreise in die Höhe und Feiern wurde für viele potenzielle Gäste ein Luxus, den man sich nur noch selten gönnt. Doch trotz der plausiblen Erklärung für den Anstieg der Preise, der bereits vor Corona in Ansätzen zu verzeichnen war, stößt die Verteuerung längst nicht bei jedem auf Verständnis. Das livekommbinat Leipzig hat dies nun zum Anlass genommen, den Kostenanstieg in einem Beitrag aufzuschlüsseln.
Unter dem Titel „Eintrittspreise im Club – Ein Blick hinter die Kulissen“ hat man einen Post auf Instagram abgesetzt, der die steigenden Eintrittspreise anhand einer Beispielrechnung aufschlüsselt. „Wir wollen die Kosten beispielhaft aufschlüsseln. Wir beziehen uns auf Clubs ohne institutionelle Förderung und ohne Vereinsstruktur (welche ehrenamtliche Arbeit ermöglicht). Also Betriebe, die rein wirtschaftlich arbeiten müssen.“, heißt es.
Der größte Faktor seien demnach die Personalkosten. In den letzten zehn Jahren ist der Mindestlohn um 63,5 % gestiegen. Dazu kämen neue Aufgabenbereiche wie etwa Awareness-Teams. Kostensteigerungen für Energie, die zunehmend für neue Lüftungsanlagen & Co. gebraucht wird, lägen zudem über dem Inflationswert – seit 2016 stieg dieser auf 29 %.
Dann geht es ans Eingemachte: „Was kostet so ein Clubabend?“, fragt das livekommbinat und rechnet uns exemplarisch die Personalkosten vor:
- 5x Security à 10-Stunden-Schicht
- 4x Awareness-Mitarbeitende á 4-Stunden-Schicht
- 2x Abendleitung á 7-Stunden-Schicht
- 1x Technikpersonal á 8-Stunden-Schicht
- 1x Kassenpersonal á 9-Stunden-Schicht
- 15 Arbeitsstunden für Auf-/Abbau und Reinigung
- 5 für Booking und Organisation
Bar- und Garderobenpersonal wird in der Rechnung außenvorgelassen unter der Annahme, dass sie sich durch den Getränkeverkauf selbst finanzieren. Das ergibt – bei einem Stundenlohn von 16 Euro – rund 2000 Euro zzgl. Lohnnebenkosten in Höhe von ca. 30 %. Addiert man nun die DJ-Gagen, in der Rechnung sechs Locals á 200 Euro sowie zwei Headliner á 600 Euro und 1000 Euro, ergibt sich kumuliert ein Wert von 5400 Euro.
Erhebt man dabei einen Eintrittspreis von 18 Euro, bräuchte der Club ein Minimum von 300 Gästen, um die Personalkosten zu decken. Nicht abgedeckt von den Eintrittsgeldern werden Faktoren wie Miete, Energiekosten, GEMA, Werbung, Reparaturen etc. All diese Kosten müssten also durch zusätzliche Gäste oder durch Getränkeverkäufe gedeckt werden.
Hier seht ihr den kompletten Beitrag:
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