
Paul Kalkbrenner tritt am 27. Juni unter freiem Himmel auf dem Hamburger Heiligengeistfeld auf. Für das Open-Air-Konzert rechnen die Veranstalter mit bis zu 20.000 Besuchern. Die Genehmigung galt lange als unsicher.
Grund dafür waren vor allem strenge Lärmschutzauflagen. Auf dem Heiligengeistfeld darf es nur an zehn Kalendertagen pro Jahr lauter werden. Gleichzeitig dürfen in angrenzenden Wohngebieten maximal 70 Dezibel erreicht werden.
Das zuständige Bezirksamt Hamburg-Mitte genehmigte die Veranstaltung nun dennoch. Der Auftritt gilt dabei ausdrücklich als „Testlauf“, da Konzerte dieser Größenordnung auf dem Gelände bislang nicht stattgefunden haben.
Die Genehmigung ist allerdings an zahlreiche Auflagen geknüpft. Diese betreffen unter anderem Lärmschutz, Verkehrssteuerung und Müllvermeidung rund um das Event. So muss das Konzert spätestens um 22 Uhr beendet sein.
Auch der Auf- und Abbau darf ausschließlich tagsüber stattfinden. Während der Veranstaltung überwachen die Immissionsschutzbehörde und der bezirkliche Kontrolldienst die Lautstärke. Sollten die Grenzwerte überschritten werden, drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.
Das Thema Lärmschutz spielte im Genehmigungsprozess eine zentrale Rolle. Auch die Anreise der Besucher wird genau geregelt. Der Veranstalter soll ausdrücklich für die Nutzung von Bus und Bahn werben und darf die Anreise mit dem Auto nicht bewerben.
Stattdessen muss auf Parkhäuser und Park-and-Ride-Angebote außerhalb des Viertels hingewiesen werden. Zusätzlich sollen die Besucherströme auf verschiedene Wege verteilt werden, damit die U-Bahnhöfe Feldstraße und St. Pauli nicht überlastet werden.
Zur Entlastung des Nahverkehrs sind außerdem Sonderzüge vorgesehen. Parallel gelten auf dem Gelände weitere Vorgaben zur Nachhaltigkeit und Reinigung. Essen und Getränke dürfen ausschließlich in pfandpflichtigem Mehrweggeschirr ausgegeben werden.
Glasflaschen sind verboten. Während und nach dem Konzert sollen mobile Reinigungsteams Müll auf dem Gelände und den Hauptwegen beseitigen. Der Veranstalter muss nicht nur das Konzertgelände reinigen, sondern auch Straßen, Zugangswege und Bereiche rund um die U-Bahn-Stationen.
Zusätzlich ist am Folgetag eine Feinreinigung vorgeschrieben. Anwohner im Umfeld des Heiligengeistfelds sollen vorab schriftlich über die Veranstaltung informiert werden. Während des Konzerts wird zudem eine Hotline für Hinweise und Beschwerden eingerichtet.
Nach dem Event will das Bezirksamt sämtliche Erfahrungen, Verstöße und Beschwerden auswerten. Der daraus entstehende Bericht soll als Grundlage für mögliche weitere Großkonzerte auf dem Heiligengeistfeld dienen.
Quelle: t-online
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