Dortmunder Kult-Disco soll Kartbahn und Hotel weichen

Eine der bekannten Clubadressen im Dortmunder Norden steht jetzt offenbar vor dem Aus. Auf dem Gelände der Diskothek Rush Hour sollen künftig  tanzende Menschenmassen und ein reges Nachtleben gegen rasende Kart-Autos eingetauscht werden. Geplant ist ein groß angelegtes Freizeitprojekt: Eine Indoor-Kartbahn mit angeschlossenem Hotel soll auf der Fläche entstehen. Hinter dem Vorhaben steht JP Performance rund um den Unternehmer und Medienmacher Jean Pierre Kraemer.

Bereits im vergangenen Jahr wurde die Immobilie an der Straße Im Spähenfelde von JP Performance übernommen. Der aktuelle Mietvertrag des Clubs läuft zum Jahresende aus. Es bleibt noch offen, ob und wie lange der Clubbetrieb noch fortgeführt wird. Mit einer möglichen Umnutzung des Standorts würde eine weitere etablierte Adresse der Dortmunder Clublandschaft verschwinden.

Nach Angaben von JP Performance soll kein klassisches Kartbahn-Projekt entstehen, sondern vielmehr eine groß dimensionierte Erlebnisanlage. Neben der Rennstrecke ist auch ein Hotel vorgesehen, welches unterschiedliche Zielgruppen ansprechen soll: Von Motorsportfans bis hin zu Geschäfts- und Eventgästen.

Für die lokale Club- und Musikszene nimmt der Druck auf Spielstätten und die Nachtkultur zu. Steigende Immobilienpreise, Umnutzungen und neue Nutzungskonzepte führen zunehmend dazu, dass Clubs ihre Standorte verlieren und verdrängt werden. Das Rush Hour würde sich durch dieses Projekt in das Clubsterben einreihen.

Ein möglicher Baubeginn für das Projekt wird frühestens in ein bis zwei Jahren erwartet. Bis dahin bleibt offen, wie lange die Türen des Rush Hour noch geöffnet bleiben.

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