Ausstellung über Ryuichi Sakamoto in Berlin angekündigt

Der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart widmet Ryuichi Sakamoto die erste große Retrospektive in Europa. Die Ausstellung eröffnet im Rahmen der Berlin Art Week und präsentiert auf rund 1.500 Quadratmetern in den Rieckhallen sieben Arbeiten in fünf großformatigen Installationen.

Im Zentrum steht Sakamotos Auseinandersetzung mit Klang als räumlicher und körperlicher Erfahrung. Seit den 2000er-Jahren entwickelte der japanische Komponist und Künstler immersive Sound-Umgebungen, häufig in Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern wie Shiro Takatani, Carsten Nicolai und dem Filmemacher Apichatpong Weerasethakul.

Zu den gezeigten Arbeiten gehört „IS YOUR TIME“ aus dem Jahr 2017. Die Installation basiert auf einem Klavier, das beim Tsunami von 2011 zerstört wurde und über seismologische Daten von Erdbeben weltweit in Echtzeit zum Klingen gebracht wird. Weitere Installationen entstanden aus dem Umfeld seines Albums „async“. Zwei Filme von Carsten Nicolai greifen Musik aus Sakamotos letztem Album „12“ auf, das zwischen 2021 und 2022 als eine Art klangliches Tagebuch entstand.

Ryuichi Sakamoto, 1952 in Tokio geboren und 2023 verstorben, gilt als eine der prägenden Figuren elektronischer und experimenteller Musik. Mit dem Yellow Magic Orchestra schrieb er Ende der 1970er-Jahre Pop- und Technogeschichte, später arbeitete er gleichermaßen an klassischen Werken, Opern, Installationen und fast 45 Film- und TV-Soundtracks. Für seine Filmmusik wurde er unter anderem mit einem Oscar, zwei Golden Globes und einem Grammy ausgezeichnet.

Neben seiner künstlerischen Arbeit engagierte sich Sakamoto jahrzehntelang für Umweltschutz und Frieden. Die Berliner Ausstellung zeigt nun, wie konsequent er Musik, Technologie, Natur und bildende Kunst miteinander verband.

Weitere Informationen zur Ausstellung findet ihr hier.

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