Autor: FAZE Redaktion

Paul van Dyk – Evolution (Universal)

Der langjährige Wahl-Berliner meldet sich mit seinem sechsten Album zurück und hat hierfür erneut tief in die Trickkiste getroffen. Zahlreiche Kooperationen pflastern seinen Weg, doch setzt er im Vergleich zu anderen Größen des Dancegenres dabei mehr auf Zwischenmenschliches als auf reines Namedropping. Zwar sind zwei Jungs von Mando Diao aka Caligola dabei, mit denen er ein recht außergewöhnliches PvD-Stück produzierte. Der Rest der Kollaborationen aber sagt oft nur den Eingeweihten etwas. Giuseppe Ottaviani, Sue McLaren, Austin Leeds, Arty, Adam Young, Plumb, Ummet Ozcan, Johnny McDaid und noch einige mehr haben ihm zur Seite gestanden, seine Ideen ergänzt oder die Weichen ihrer eigenen von ihm neu einstellen lassen. Trance mischt sich mit Electro- und Techno-Elementen. Musik für die großen Clubs, Bigroom-Sound, mit Wiedererkennungswert und einem Pop-Appeal, den man ihm vorwerfen kann, aber ganz sicher nicht muss. Da gibt ihm gerade der massive internationale Erfolg wohl Recht. 8 Points...

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Niederflur – Wellenreiter (Snork 50 CD/NovaMD)

Kleines Jubiläum, das man bei Snork Enterprises zu feiern hat. Wir gratulieren zur 50igsten Veröffentlichung. Nicht immer gerade verlief der Weg des Labels. Snork ist mit seinen Releases nicht immer kompromissbereit. Das hat Vor- aber auch Nachteile. Verfechter des radikalen, technoiden Sounds sind mit den Weggefährten Christian Vogel, Syntax Error und Neil Landstrumm groß geworden. Bis 2011 das Kölner Duo Niederflur in Erscheinung trat. Niederflur kennen viele von euch aus den Anfangstagen von Richies M_nus Label. Jetzt sind Hannes Werner und Christopher Bleckmann in Mittelhessen, genauer gesagt in Gießen, für eine Zwischenstation angekommen. Das Angebot der beiden ist breit gefächert; jedoch immer mit dem Hauptaugenmerk auf soliden Technosound. So ist die vorliegende Werkschau eine gute Gelegenheit sich dem neuen-alten Sound von Niederflur zu widmen. Zwölf Tracks, die nahtlos ineinander verschmelzen und zu einer Einheit werden. Für Snork’sche Verhältnisse eigentlich untypisch gerade und nach vorne produziert; dadurch sehr stimmig und berechenbar. Lass dich mit auf eine Reise nehmen. 7 Points...

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NHK’Koyxen – Dance Classics Vol. 1 (Pan)

Kouhei Matsunaga aus Osaka ist musikalischer Illustrator. Hier öffnet er die Tore zu seiner minimal technoiden Welt. Die formiert sich zwischen Bass und elektronischen Spielereien. Da kann eingängig verlaufen (Stück 1, Stück 9 mit ordentlichem Minimaldrive) oder wie weitere Teile des Albums sehr quer und experimentell (Stück 2 und 3) oder mit Soundkollagen arbeitend (Stück 7 und 11). Mir erschließt sich nicht, welchen Zuhörerkreis er eigentlich adressieren will. Tanzen kann man dazu nicht, Zuhören ist schon sehr speziell. Da bleiben eingefleischte Anhänger von Aphex Twin oder Freunde des Warp Labels übrig. In der Konsequenz ist er dann aber auch einerseits nicht radikal genug, andererseits zu weit weg von einem kleinsten gemeinsamen Nenner (den vielleicht Stück 11 mit seiner Hip Hop Affinität vermittelt). 4 Points Carsten...

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Motor -Man Made Machine (CLRX Records)

Liebhaber von düsterem und kompromisslosem Electro-Pop sind bei Motor genau richtig. Zu ihren Fans zählen namhafte Größen der TV- oder Mode-Szene, die ihre Musik für Serien und Fashionshows verwenden. Aber auch viele Pioniere der elektronischen Musik wie etwa Gary Numan oder Depeche Mode protegieren die Band. Bei beiden agierte Motor schon als überaus beliebte Vorgruppe. Und beide, also Gary Numan und Martin L. Gore, finden sich auch als Gastvocalisten auf ihrem neuen, vierten Album „Man Made Machine“ wieder. Die Idee zur gleichnamigen Single mit Martin L. Gore entstand angeblich sogar bei einer dieser Support-Touren für Depeche Mode, als Dave Gahan krankheitsbedingt ausfiel und die ganze Truppe mit viel Freizeit in einem Berliner Hotelzimmer abhing. Als das Stück Ende letzten Jahres zum ersten Mal zu hören war, überschlugen sich die Reaktionen im Netz. Sogar von einem modernen „Personal Jesus“ war die Rede. Kein Wunder also, dass die Musikwelt gespannt dem 13.04. entgegen fiebert, wenn der neue Longplayer endlich erscheint. Die Liste der hochkarätigen Gastmusiker geht aber noch weiter. Auch Billy Ray Martin und Motowns aufsteigender Stern Reni Lane konnten für die Titel „Hyper Lust“ bzw. „Hello“ gewonnen werden. Letzterer zeigt sehr schön eine etwas ruhigere, weniger intensive Seite der Band. Düster bleibt’s aber auch hier. Das ist für mich auch der Knackpunkt des Albums. Musikalisch wirklich facettenreich produziert, vermag es einen beim Durchhören stimmungsmäßig durchaus runter zu ziehen. Diese Tatsache...

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Morning Parade – Morning Parade (EMI)

In ihrer Heimat UK werden Morning Parade aus Essex bereits eine ganze Weile gefeiert, nun erscheint auch bei uns ihr Debütalbum. Was wir hier zu hören bekommen, ist ein bisweilen gelungener, manchmal aber auch etwas belanglos wirkender Mix aus Indie, Brit-Pop und Dance, angereichert mit allem, was eine Pop-Scheibe sonst noch braucht, um auch bei der breiten Masse Gehör zu finden. Hier und da wird es mir persönlich dann doch etwas zu verkitscht und/oder mainstreamig. Insgesamt ist „Morning Parade“ aber ein okayer Erstling geworden, der seine Anhänger finden wird. 6 Points...

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