Autor: FAZE Redaktion

Seventeen Evergreen – Steady On, Scientist! (Lucky Numbers/Cooperative Music)

Fünf Jahre hat es nun gedauert, bis Seventeen Evergreen nach ihrem Debüt „Life Embarasses Me On Planet Earth“ ihren nächsten Longplayer an den Start bringen. Sicherlich hat das aus San Francisco stammende Duo um Caleb Pate und Nephi Evans geahnt, dass es nicht ganz leicht werden würde, an den grandiosen Erfolg aus dem Jahre 2007 anzuknüpfen. Doch auch nach fünf Jahren sind die Erwartungen groß. Leider werden sie jedoch auf „Steady On, Scientist!“ nicht ganz erfüllt. Zwar überzeugt der Opener „Polarity Song“ – die Nummer erschien bereits als EP – mit funkigem Groove und witzigen Electro-Effecten (sie sind übrigens so bunt wie das äußerst sehenswerte Video), damit können die darauf folgenden Tracks nur leider nicht mithalten. Schade, denn eigentlich hätten es die beiden Multi-Instrumentalisten wirklich drauf. Das ist in einigen „Steady On, Scientist!“-Sequenzen auch deutlich zu erkennen. Soundtechnisch bewegt sich das Duo irgendwo zwischen MGMT und My Bloody Valentine. Nur leider nimmt das Album einen nicht – wie der Vorgänger – mit auf einen kurzweiligen Trip, sondern eher auf eine beschwerliche Reise. Der Funke will eben einfach nicht so recht überspringen, zu verworren und holprig kommen die einzelnen Klänge stellenweise daher. 5 Points...

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Sendai – 
Geotope (Time To Express)

Hinter Sendai stecken Peter Van Hoesen und Yves De Mey. Ersteren kennt man natürlich als Macher von Time To Express und Lieferanten für superbe Floormusik. Dabei hat er aber weder in seinen Sets noch Produktionen je verleugnet, dass es ihn auch gerne mal abseits der Umzäunung in experimentellere Gefilde zieht. Yves De Mey hingegen komponierte schon für Dance Performances und Theaterprojekte. Auch diverse Installationen und Releases auf Labels wie Sandwell District gehen auf sein Konto. Ins Sendai Projekt bringt er ein modulares Soundsystem mit ein, was in Verbindung mit Van Hoesens Talent beim digitalen Komponieren eine ganz besondere Melange ergibt. Das so erschaffene „Geotope“ Album erweist sich als eine besonders konzentrierte Form von Klangforschung. Sorgsam lässt man allen überflüssigen Ballast beiseite. Die Stücke sind wohldosierte Trips und knusprige Rhythmusmalereien aus einer entrückten, seltsamen Zwischenwelt, in der man es aber ziemlich gut aushalten kann. 7/10...

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Scope – Seven Reasons (Large)

Ric McClelland debütiert auf dem Traditionslabel Large mit 10 Stücken, die ganz im Kontext von klassischem House stehen. Nach den Produktionen auf NRK und Urban Torque erweitert er nun sein Spektrum auf deepen Vocal House, das sein Album mit “Follow“ eröffnet. Feinfühlig schafft er eine moderne, fast soulige Interpretation dieser Musikgattung. Aus Belfast stammend, erinnert sein Output an englische Produktionen, in denen Einflüsse von Massive Attack (“Myles Groove“) oder Incognito Eingang fanden. Außerdem experimentiert er mit modernen Discoansätzen (“I Don’t Know“ oder “The Drop“) und verweist mit Stücken wie “Won’t Be Long“ oder dem Titelstück (acidlastig) auf Old School-Tradition aus den 80ern. Nicht ganz neu, aber schön umgesetzt. 7 Points Carsten...

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Reliq – Minority Report (Noble)

Beinahe zeitgleich mit Serphs EP“ Winter Alchemy“ erscheint die LP „Minority Report“, die der japanische Künstler unter seinem neuen Pseudonym Reliq veröffentlicht. Zwar ist Reliqs Sound minimaler und abstrakter als die fantasievoll-schillernden Klänge seines Alter Egos, Serph’sche Spuren sind aber eindeutig zu erkennen. Zum einen wird Reliqs Sound – ähnlich wie der Künstler Serph selbst – von einem geheimnisvollen Schleier umgeben. Zum anderen lassen aber auch die nahtlos ineinander gewobenen und gnadenlos übereinander gelegten Beats und Klänge eindeutig Serphs Handschrift erkennen. Mit „tea“ hat Reliq einen melodisch-treibenden Auftakt gewählt. Die Nummer geht – wenn auch ein wenig eigenwillig – sofort in den Gehörgang und löst sogleich den Kopfwackel- und Mitwipp-Reflex aus. „vale“ hingegen plätschert und rollt angenehm vor sich hin, kraftvoll-deepe Breaks und Bässe bringen Dynamik in den gleichmäßig fließenden Strom. Exotischer hingegen geht es bei „mini“ zu: Jede Menge Geklicker und Geklapper gepaart mit schnarrenden Effekten, beschwörenden Vocals und homogenen Melodien – zusammen gehalten durch einen schiebenden Beat – sorgen für ordentlich Wumms und lassen die Nummer zum Highlight des Albums werden. Danach wird es experimenteller und verworrener. Schade eigentlich. 4 Points...

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Public Lover – A Broken Shape Of You (Telegraph)

Bruno Pronsato und Ninca Leece legen endlich das Debütalbum ihres Public Lover Projekts vor. Und diese Platte könnte auf Anhieb jeden verzaubern, der hineinhört. Denn die Musik auf „A broken shape of you“ kommt so wunderbar zart und warmherzig daher und ist feinfühlig wie intelligent produziert. Dem Gesang von Ninca gelingt es, auf angenehme Weise zu betören. Überhaupt kann man sich dieser Stimme und dem Talent der Dame, vielschichtige Lyrics zu schreiben, kaum entziehen. Die dazu komponierten Klänge und Rhythmen schwingen und tänzeln wunderbaren Emotionen gleich. In manchen Momenten wähnt man sich gar in einer endlos traumwandlerischen Phase. Wer also auf derart klugen Elektronik-Pop fürs Herz steht, wird „A broken shape of you“ innigst verehren. 8/10...

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