Autor: FAZE Redaktion

Jazzanova – Upside Down (Sonar Kollektiv/Alive)

Nach 2003 erscheint dieser Tage das zweite Remixpaket der Berliner Jungs, die in den 90ern mit frischen Wind im Jazz Beat Business für Furore sorgten und die die clubbige Broken Beat Variante und Weiterentwicklung der österreichischen Stilikonen Kruder & Dorfmeister darstellten. Und folgerichtig finden sich einige internationale wie hauseigene Wegbegleiter des Kollektivs: Henrik Schwarz, Âme, Atjazz, Motorcity Drum Ensembe, Mr. Scruff oder Ye:Solar drücken mit Bearbeitungen von Perlen wie “Let Me Show Ya“ oder “I Can See“ iIhren eigenen Stempel auf und kitzeln nochmals andere Höreindrücke des Originals heraus. Als Zugabe gibt es noch zwei neue Mixe von Soldiers Of House und Midnight Marauders (klingt namenstechnisch nach 80er Metal) und im digitalen Format werden vier weitere Mixe (u.a. DJ Naughty) dazugepimpt. Wer vor acht Jahren vom ersten Remixausflug begeistert war, wird auch an Nummer zwei viel Freude entwickeln. Als Neueinsteiger erschließen sich einem freundlich-spannende, komplexe Welten. 8 Punkte Carsten...

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James Levy & The Blood Red Rose – Pray To Be Free (Heavenly Recordings/Cooperative Music)

Mit Alison Pierce von The Pierces scheint James Levy nun endlich die ideale Partnerin gefunden zu haben. Während der Musiker aus Vermont in den vergangenen Jahren mit seiner Band Levy mehr oder weniger erfolgreiche Veröffentlichungen auf den Markt brachte, könnte er nun zusammen mit der blutroten Rose einen richtigen Knaller landen. Levys sonore, markige Stimme bildet eine fantastische Symbiose mit Pierces zartem, filigranem Gesang. Da haben sich tatsächlich zwei gesucht und gefunden: Ihr erstes gemeinsames Werk gleicht musikalisch einer Liebesgeschichte – so romantisch, selbstverständlich und homogen kommt der Sound daher. Das Ganze erinnert ein wenig an die 60er Jahre, an Serge Gainsbourg, Brigitte Bardot oder Jane Birkin – wie zum Beispiel die Nummer „Give Me Happiness“. „Hung To Dry“ hingegen driftet ein wenig in Richtung Country ab, versprüht aber nicht minder Flair und Atmosphäre. Grandios auch der Titelsong, er erinnert ein wenig an Nick Caves und Kylie Minogues „Were The Wild Roses Gros“. Ein platter Abklatsch  bereits Dagewesenem ist „Pray to be free“ aber keinesfalls. Der Longplayer endet mit „Precious Age Of 13“. Hier lässt Levy seine jüdischen Wurzeln einfließen und singt stellenweise auf Hebräisch. Produziert wurde das Album übrigens von Coldplay-Bassist Guy Berryman – ein weiterer Erfolgsgarant. 9 Points...

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It’s A Musical – For Years and Years (Morr Music)

Für alle, die gerade unter Winterdepressionen leiden, ist die neue LP von It’s A Musical genau das richtige Heilmittel. Denn ab der ersten Sekunde versprüht „For Years and Years“ Freude, Fun und Leichtigkeit. Bereits mit dem Titeltrack wird klar, was es auf diesem Album geschlagen hat: Eingängige Melodien, catchy Vocals und jede Menge Retro-Effekte. Da könnte man inhaltlich beinahe seichten Singsang erwarten. Weit gefehlt, denn gerade im Verweben realer und prägnanter Texte – zum Beispiel über das Erwachsenwerden – mit unbeschwerten und schwungvollen Sound liegt das große Talent des Indietronic-Duos. It’s A Musical – das sind die Schwedin Ella Blixt (aka Bobby Baby) und der Berliner Robert Kretzschmar, beides Multi-Instrumentalisten und engagierte Vollblutmusiker. Kein Wunder, dass bereits das 2008er Debüt überzeugte. Schon damals sorgten die euphorischen Refrains und hintersinnigen Texte für Furore. „For Years and Years“ knüpft nahtlos an den Vorgänger an. Wie bereits vor vier Jahren schreiben Ella und Roberts auch 2012 Gleichberechtigung groß. Da rutscht keine Stimme, kein Ton in den Hintergrund. Dadurch ist es den beiden gelungen, ein homogenes Klangkunstwerk zu schaffen. Auch wenn es an der einen oder anderen Stelle ruhig ein bisschen knarzen oder quietschen könnte, so erhält „For Years and Years“ alles im allem das Prädikat empfehlenswert. 8 Points...

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Hobo – 
Iron Triangle (Minus)


Das, für mich, erste Albumhighlight kommt in diesem Jahr aus dem Hause Minus, besser gesagt von Joel Boychuk aka Hobo. Er versetzt uns mit „Iron Triangle“ in träumerische Klangwelten die zum Abheben einladen. Minimalistische Klangkunst vom Feinsten. Sehr melodiös und mit viel Liebe zum Detail. Man kann sich zum Beispiel zuhause in den Sessel werfen, nach dem Genuss einer Selbstgedrehten und sich den Tracks wie „Blackwell“, „Get F“, „Here Comes Everybody“ oder „South Endlan“ einfach willenlos hingeben und dahingleiten in ferne Galaxien. Zum anderen kann man aber auch zu den clubkompatibleren Tracks wie „Iron Triangle“, „Camlachie“, Junebug“ oder „Omega Point“ schön im Club abtanzen. Sein Konzept scheint hier aufgegangen und wird so manchen Freund elektronischer Tanzmusik in seinen Bann ziehen. 8 Points...

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Here Is Why – HRSY (Riotvan/Groove Attack)

Wo ist mein Kalender? Welches Jahr haben wir? 2012? Sicher? Nicht 1984? Ich dachte kurz … Na ja, das liegt dann wohl am Debütalbum von Here Is Why aus Leipzig, klingen diese doch wie eine Mischung aus Heaven 17, Human League, ein bisschen Depeche Mode und ein klein wenig nach Spandau Ballett. Das ist nicht unbedingt schlecht, wie gerade ich als Kind der 80er-Jahre finde. Es ist vor allem konsequent, verzichtet man doch darauf, das Beste von einst irgendwie stupide ins Hier und Jetzt zu übersetzen, sondern macht schlicht und einfach 100 Prozent Retro-Electronica-Synthie-Pop. Ob ihre Musik auch Unter-40-Jährige verstehen, ist dabei fraglich. Und ob alle über 40 nicht doch lieber auf die Originale zurückgreifen, wohl auch. Egal, ich mag’s. 7 Points...

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