Autor: Stefan

Chiller Waves (AP Records)

Und noch eine ChillOut-Compilation. Diesmal allerdings weniger was für cocktailschlürfende Werber, die allabendlich in der angesagtesten Lounge der Stadt ihre Kreise ziehen. Viel passender ist die „Chiller Waves“-Compilation da für die Halbschlaf-Phase nach der exzessiven Goa-Party. Jiga und Jinno von Analog Pussy haben so bekannte Namen wie Chi-A.D., EarGear oder Sonic Fusion mit ins Boot geholt und präsentieren ihre Definition von Ambient. Und dankenswerterweise gibt es hier weniger HipHop- und dopegeschwängerte Wischi-Waschi-Tracks sondern glasklare und sehr angenehme Ambient-Trance-Perlen. Technisch einwandfrei und intelligenter produziert, als man Trance-Aktivisten im Allgemeinen unterstellen mag....

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Fly – Ambient City Lounge (Coolmusic/Edel)

Fly, der ja schon diverse ChillOut-Compilations mit seinen Produktionen bereichert hat, stellt nun mit “Ambient City Lounge” sein erstes Album vor. Allerdings ist man beim Hören doch sehr hin- und hergerissen. Denn einerseits finden sich jede Menge angenehm wabernde, teils düstere Flächen, relaxte Drums, hier und da ein Fender Rhodes oder Wah-Wah-Gitarren, angereichert mit intelligent eingesetzten Samples. Um die 90 bpm. Schön. Wirklich schön. Andererseits wirken die schnelleren Tracks irgendwie dahingeschludert und erinnern stark an die Preset-Pattern aus Yamaha-Synthesizern (was vermutlich auch gar nicht so weit hergeholt, denn Fly hat in der Vergangenheit des öfteren Demosongs für Musiksoftware programmiert). Nett gedacht ist sicherlich der Remix von Klaus Kinskis „Nosferatu“, dieser schliddert allerdings durch seine sehr Enigma-mäßige Produktion haarscharf am Prädikat „grausam“ vorbei. Hätten irgendwann noch die Panflöten eingesetzt, hätte ich allen Ernstes auf den Tisch gekotzt. Der CD-Rom-Teil, programmiert von (achtung!) Clitora Eastwood, soll sicherlich auch ein tolles Gimmick sein, fällt aber im Gegensatz zur übrigen CD noch mehr ab, so dass wir über diesen Bereich einfach mal den Mantel des Schweigens hüllen. Im Endeffekt muss man sagen: das Potential ist sicherlich da und Fly zeigt ja, dass er gute Ambient-Musik produzieren kann. Nur etwas mehr Treffsicherheit wäre wünschenswert gewesen....

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Terracotta Presents: Bombay Spirits (ZYX)

Mit der „Bombay Spirits“-Compilation begibt sich ZYX auf indisches Terrain. „Terracotta“, ein englisch-indisches Projekt, das u.a. den Soundtrack zum UK Feature Film „Bahaji On The Beach“ beisteuerte, würfelt bekannte Ambient-/Chill-Muster mit schnarrenden Sitars und indischen Gesängen zusammen und heraus kommt eine Sammlung bunter, orientalischer Chill-Out-Musik. Mein Fall ist „Bombay Spirits“ nicht unbedingt, trotzdem ist das ganze Projekt in sich stimmig und wer denn auf so was steht, darf sich diese CD auch gerne zulegen. Selbstverständlich....

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Absinth2 – La muse de la bohême (ZYX)

Tjaja, Absinth ist also wieder erlaubt; lange verbotener Likör, Inspiration der Künstler; grüne Fee; usw. etc. pp. bla bla. Wissen wir ja mittlerweile alles. Und trotzdem meint ZYX, noch eine Compilation auf den Markt schmeißen zu müssen, die sich thematisch mit dieser sagenumwobenen Spirituose befasst. Nun gut. Der gemeine Musikredakteur und sicherlich auch der -konsument befürchtet nun an dieser Stelle wieder mal ein fürchterliches Gewaber an klebrigen Klängen, dünnen Downbeats und Delay-verseuchte Frauenstimmen, die leise „Fly away“ oder ähnliche Unnötigkeiten flüstern. Aber weit gefehlt. Absinth2 bietet einen locker-flockigen und vor allen Dingen spaßigen Mix aus House, Dub, Ambient und leichten Breakbeats, der nie sonderlich aufdringlich, aber auch zu keiner Zeit belanglos wird. Endlich mal eine angenehme Compilation, die nicht nur für die platten Stunden auf dem Sofa taugt sondern die man durchaus auch mal auf guten Hauspartys oder Sit-Ins in den Player legen darf. Und jaaaaa, auch gerne ein Gläschen Absinth dazu trinken....

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