avatism
Das neue Werk von Thomas Feriero alias Avatism sollte mit einer Gebrauchsanweisung kommen. Vorspulen verboten! In einer beeindruckenden Art und Weise baut Avatism Klangstrukturen und -formen auf, lässt sie in den Vordergrund der Songs treten und danach sanft im Hintergrund wieder verschwinden. Dies alles mit einem leicht düsteren Unterton, der „Adamant“ eine gewisse Ernsthaftigkeit verleiht. Langsam und bestimmt laufen die Tracks ab, mit vielen kräftigen Synthriffs und analoger Wärme. Kollaborationen finden mit Forrest, Mind Against, Clockwork, Federico Rizzo und Black Mountain Club statt. Vor allem „Bitter Reminiscence“ mit Clockwork ist zu einem hervorragenden Song gewachsen, der jegliche Novemberdepression musikalisch perfekt begleitet, dabei aber immer wieder einen Funken Hoffnung durchblitzen lässt. Die nicht gerade aufmunternde Betitelung der Songs zieht sich mit „Not Everything Is Lost“, „Blackened“, „I Never Thought I’d Find Myself Here“ und „Ghost Coil“ durch. Im Gegensatz zu den Titeln geht es aber nicht ganz so düster zu, viel mehr eine sehr gut umgesetzte Form der Melancholie, die als Soundtrack für anstrengendere Tage perfekt geeignet ist. Tiefgründig, aber nicht verkopft, dunkel aber nicht depressiv. Ein Album mit einer gut ausgemalten Story. 9/10 BRNK