Mittwoch, 3. Juli 2019, 6:50. Mein Flieger nach Budapest steht bereit und es sind um kurz vor sieben bereits 23 Grad. Für mich geht es von Düsseldorf zum ersten Mal nach Ungarn, um beim Balaton Sound Festival dabei zu sein und für euch vor Ort Eindrücke zu sammeln. Ein Festival, das seit 2007 in Zamárdi am wunderschönen Balaton (Plattensee) veranstaltet wird und mit insgesamt 150.000 Besuchern eine Menge zu bieten hat. In diesem Jahr haben unter anderem Künstler wie Armin van Buuren, Marshmello, Timmy Trumpet, Rudimental, Monika Kruse, Paul Kalkbrenner, Claptone, Jamie Jones, Dubfire, Deborah De Luca oder Hernan Cattaneo die zehn Stages zum Beben gebracht. 

Vor meiner Reise nach Ungarn war ich sehr gespannt, was mich am Plattensee erwarten wird, denn zum einen war es für mich der erste Besuch auf einem Festival dieser Größenordnung und zum anderen war ich anfangs ein bisschen skeptisch, ob die wunderschönen Beachvibes, die einem im Aftermovie 2018 vermittelt wurden, auch wirklich in dem Maße vorfindbar waren. Denn Aftermovies vermitteln einem natürlich immer nur die schönen Seiten eines Festivals. 

Als ich am frühen Abend dann zum ersten Mal auf dem riesigen Gelände des Balaton Sound Festivals stand und Don Diablo mit seinem Sound die Mainstage eröffnete, wurden alle meine vorherigen Zweifel über Board geworfen. Vor allem so eine riesengroße Bühne zum ersten Mal zu sehen ist einfach ein überwältigendes Gefühl. Ganz zu Schweigen von dem Sound, der aus der dazugehörigen Bühnenanlage ertönt. Nach dieser Erfahrung kann ich auf jeden Fall nachvollziehen, warum sich jedes Jahr zehntausende Raver auf den Weg zum Tomorrowland begeben. Highlight des ersten Abend waren für mich auf jeden Fall Monika Kruse und Deborah De Luca. Letztere hat mich bereits auf dem Sea You Festival 2017 mit ihrem straighten Techno in den Bann gezogen und fasziniert mich immer wieder nicht nur mit ihrem Sound, sondern auch mit ihrer Schönheit hinter den Decks.

Was mich im Nachhinein ebenfalls sehr fasziniert hat am Balaton Sound Festival sind die vielfältigen Stages und auch die Liebe zum Detail in vielerlei Hinsichten. Die Veranstalter – die unter anderem auch das Sziget Festival in Budapest veranstalten – haben meiner Meinung nach für jeden Geschmack etwas bereit gestellt: Wer über einen breiten und vielseitigen Musikgeschmack verfügt, wird auf jeden Fall in jeder Hinsicht auf seine Kosten kommen, denn neben elektronischen Musikgenres wie Techno und EDM gibt es auch Stages, die mit Hip Hop und Trap beschallt werden. Demnach waren auch Künstler wie Future oder G-Eazy auf dem ungarischen Festival zu Gast und haben für einheizende Konzertstimmung mit Moshpit-Flair gesorgt. 

Da wir vom Faze Magazin allerdings eher Anhänger des Technos sind, habe ich für das kommende Jahr eine besondere Stage-Empfehlung für euch, in der meiner Meinung nach auch einfach am meisten Liebe steckte. Die Dekoration auf der Elrow Stage war nämlich einfach der Hammer. Neben Konfetti und Luftschlangen liefen dort auf übergroße verkleidete Figuren durch die tanzende Menschenmenge. Diese bunte Stage war für mich Anlaufstelle Nummer eins, denn hier legten Künstler wie Paul Kalkbrenner, Monika Kruse, Claptone oder Jamie Jones von Mittwoch bis Sonntag feinsten Techno und Techhouse auf.

Neben dem großen Spektakel auf zehn Stages haben die Veranstalter des Balaton Sound Festivals ebenfalls an jedem Tag eine Bootparty organisiert, die ich euch auch sehr ans Herz legen kann. Unser Boot legte am Samstag um vier Uhr ab und kehrte gegen sieben Uhr wieder zum Festland zurück. Unsere Zeit auf dem Boot versüßte uns Hernan Cattaneo, an den anderen Tagen heizten unter anderem Monika Kruse, Dubfire und Alle Farben den Gästen auf dem Boot ordentlich ein.

Untergekommen sind wir über die fünf Tage in einem kleinen Apartment für drei Personen, das rund 10 Minuten mit dem Taxi vom Festivalgelände entfernt lag. Die Veranstalter haben gesagt, dass die Unterkünfte in und um Zamárdi bereits nach dem Festival für das kommende Jahr sehr schnell ausgebucht sind. Deswegen empfehle ich euch euren Trip zum Balaton Sound Festival frühzeitig zu planen, wenn ihr mit euren Freunden lieber in einem Apartment, Hostel oder Hotel unterkommen möchtet. Für diejenigen, die auf einem Festival natürlich auch ganz klassisch campen möchten, habe ich gute Nachrichten: Die Beach-Camping-Area befindet sich unmittelbar am Plattensee und ist ungefähr zwei Gehminuten vom Festivalgelände entfernt. Das reguläre Campinggelände ist in circa zehn Gehminuten zu erreichen. Wir haben uns auf beiden Campingplätzen einen Einblick verschafft und ich empfehle euch definitiv den Beach-Campingplatz, einfach weil man unmittelbar am Plattensee ist. Zudem befindet sich zwischen der Beach-Camping-Area und dem Plattensee eine Food-Area mit vielen Leckereien. Und wenn wir gerade beim Thema Essen wären: Plant auf jeden Fall den ein oder anderen Euro (bzw. Forint) mehr ein, denn es gibt so viele Stände mit gutem Essen auf dem Festivalgelände. Mich haben die frisch zubereitete Steinofenpizza und das traditionell klassische Lángos auf jeden Fall überzeugt. So sehr, dass ich beides sogar zwei Mal bestellen musste haha.

Insgesamt lässt sich sagen, dass das Balaton Sound die perfekte Mischung aus Tomorrowland, Coachella und Sea You Festival ist. Mir hat mein Aufenthalt sehr gefallen und ich würde im nächsten Jahr definitiv wieder nach Ungarn fliegen, weil neben einem vielfältigen Line Up und Camping am See definitiv auch ein Urlaubsfeeling aufkommt, wenn man bei 32 Grad in der Mittagssonne bei gutem Techno am Wasser entspannen und sich im Plattensee kurz abkühlen kann. Auch wenn ich eher ein Freund des straighten Technos bin, bin ich dort in vollen Zügen auf meine Kosten gekommen und konnte viele tolle Momente erleben. Und was will man mehr, wenn man aus dem Zelt steigt und nur ein paar Schritte zum Wasser braucht? Nicht viel mehr, um 5 Tage lang eine wunderschöne Zeit mit Freunden zu verbringen. 

In dem Sinne bedanke ich mich für die tolle Zeit auf dem Balaton Sound Festival und würde sagen bis nächstes Jahr!

 

Text: Denise Kelm @wayofdk
Fotos: Rockstar Photographers

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