
Ein spektakulärer Eurovision Song Contest 2025 ist Geschichte, wobei nicht nur die Künstler überzeugt haben: Basel hat sich mit einem gigantischen Spektakel als Gastgeberstadt in Szene gesetzt. In der St. Jakobshalle begeisterte ein Feuerwerk aus Musik, Licht und Emotionen, während im Stadion St. Jakob Park das bislang größte Public Viewing in der Geschichte des ESC stattfand. Mehr als 36.000 Menschen haben das Finale auf Großleinwänden verfolgt und durften sich dann am Ende über ein echtes Feuerwerk über dem Stadionhimmel freuen. Gemeinsam mit den 6.500 Zuschauern in der Halle wurde die Rheinstadt für eine Woche zum Herz Europas.
Der große Triumph für Österreich
Er gehörte zu den Favoriten und hat eine hervorragende Performance hingelegt: Johannes Pietsch, kurz: JJ, hat den Sieg geholt. Der Österreicher hat mit seinem Song „Wasted Love“ für ausgelassene Jubelstürme beim Publikum und in seiner Heimat gesorgt. Für Österreich war der Sieg ein Triumph, der an den legendären ESC Moment aus dem Jahr 2014 erinnert, als Conchita Wurst mit „Rise Like a Phoenix“ die meisten Punkte bekam.
Die Show selbst war ein wahres Feuerwerk an Kreativität. Unter dem Motto „Let’s Celebrate A New Winner“ haben Hazel Brugger, Sandra Studer und Michelle Hunziker durch den Abend geführt. Musikalische Acts aus über 40 Ländern traten gegeneinander an, darunter vertraute Größen und spannende Newcomer. Doch der ESC in Basel war mehr als nur ein Musikwettbewerb.
Eine ganze Woche lang war die Stadt geprägt von Konzerten, Begegnungen und kreativen Projekten. So haben sich die Schulen im Unterricht mit der Geschichte des Wettbewerbs auseinandergesetzt, es gab eine „ESC Disco 60+“, an der über 1.200 ältere Fans teilnahmen, eine Party für Gehörlose unter dem Motto „Feel the Beat“ sowie auch einen Workshop für Songwriting. Zudem sind in Altersheimen Schulchöre aufgetreten. In der Messe Basel feierten dann mehr als eine halbe Million Besucher bei zahlreichen Events. Ein klarer Beweis dafür, dass der ESC weit über den eigentlichen Wettbewerb hinaus gewirkt hat.
Starke Einschaltquoten und positive Bilanz
Auch im Fernsehen war die Begeisterung sichtbar. Schon das erste Halbfinale am Dienstag, das unter dem Motto „Where It All Began“ stand und an die Premiere des Eurovision Song Contest 1956 in der Schweiz erinnerte, lockte die Menschen vor die Bildschirme. Das zweite Halbfinale unter dem Titel „Eurovision Fans – eine Party für alle“ fand am Donnerstag statt, das Finale dann Samstagabend. 26 Länder sind dann im Finale gegeneinander angetreten.
Die Veranstalter, die SRG und die Host City Basel, haben eine durchweg positive Bilanz gezogen: „Der ESC in Basel war ein einzigartiges Erlebnis – drei Shows voller Emotionen, Vielfalt und kreativer Höhepunkte. Doch der ESC war mehr als drei Live Abende: Die ganze Stadt hat geleuchtet und begeistert“, erklärten die Co-Produzenten Reto Peritz und Moritz Stadler. Sie betonten die Zusammenarbeit der Teams, die den Anlass erst möglich gemacht hätten. Für die SRG war es nicht nur ein musikalisches Großereignis, sondern auch ein organisatorischer Kraftakt, der einmal mehr zeigte, wie internationale Zusammenarbeit funktioniert.
Ein Stück Geschichte geschrieben
Dass der ESC in die Schweiz zurückgekehrt ist, hatte auch einen symbolischen Charakter. Vor fast 70 Jahren fand der allererste Wettbewerb in Lugano statt: 1956 haben gerade einmal sieben Länder an der Veranstaltung teilgenommen. Im Jahr 2025 waren es fast 40 Nationen, die gemeinsam ein Fest der Musik, Vielfalt und Gemeinschaft gefeiert haben. Basel nutzte diese Chance, um sich als weltoffene Kulturstadt zu präsentieren und das Publikum dankte es mit Begeisterung. Für viele war es ein ESC, der nicht nur in der Halle, sondern in der ganzen Stadt lebte: Straßencafés dekorierten mit den Flaggen der Teilnehmerländer, spontane Straßenkonzerte sorgten für Festivalstimmung und selbst das Rheinufer verwandelte sich in eine Bühne für Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt. Auch das Public Viewing im St. Jakob Park hat gezeigt, dass das Interesse am ESC enorm war. Während in der Regel im St. Jakob Park über den Fußball, den FC Basel als Heimteam oder die besten Sportwetten Schweiz diskutiert wird, blieb diesmal der Sport wohl auf der Strecke. Es gab zwar viele Zuseher beim Public Viewing, die gewettet haben, aber nicht auf Fußball, sondern auf den Gewinner des ESC.
Der Blick nach vorn
Der Sieg von Johannes Pietsch zeigt einmal mehr, dass beim ESC auch Newcomer die Chance haben, dass sie mit ihrer Leistung ganz Europa erobern können. Nach diesem erfolgreichen Finale richtet sich nun der Blick nach Österreich. Schon kurz nach der Entscheidung begann die Diskussion, welche Stadt den Zuschlag für die Austragung 2026 erhalten wird. Wien, Graz und Linz haben Interesse signalisiert, am Ende war klar: Wien wird nach dem Jahr 2015 abermals den ESC austragen. Der ESC 2026 wird vom 12. Mai bis zum 16. Mai 2026 in der Wiener Stadthalle stattfinden.