Fusion 2016 – Foto: Paul Bankewitz


Dass Voyeurismus auf Festivals und in Clubs kein neues Phänomen darstellt, ist uns schmerzlich bewusst. Spätestens seit die Meldungen Anfang des Jahres von den Toiletten-Videos auf dem mecklenburgischen Festival Monis Rache und dann auch noch von der Fusion auftauchten, wurde man wieder daran erinnert, dass eben auch in der Szene, möge sie noch so linksorientiert sein, Diskriminierung erfolgt. Wie hoch hier die Dunkelziffer ist, bzw. wie viele solcher Aktionen auf anderen Festivals oder in Clubs bisher unentdeckt geblieben sind, das kann man wohl schwer einschätzen. Überwiegend sind Frauen betroffen, aufgrund von sexueller Belästigung bis hin zu Gewalt, aber auch Männer bleiben nicht schont.

Als erst Spanner-Videos auf den Dixi-Toiletten beim Festival Monis Rache und dann auch noch in den Duschen auf der Fusion auftauchten, wurde die brenzliche Thematik wieder aktuell und ging viral durch die Medien. Festivals reagierten und müssen zukünftig noch mehr tun, um für mehr Sicherheit gewährleisten zu können. Jetzt wollen Festivalbetreiber mit sogenannten Awareness-Konzepten für mehr Sicherheit sorgen. Die Zeit Campus hat ein Interview dazu veröffentlicht was genau diese Konzepte versprechen, wie zukünftig mit dieser Problematik umgegangen werde kann und was man als Einzelner für die eigene Sicherheit tun sollte.

  1. Festivals müssen viel mehr ein Bewusstsein für die Diskrimierung auf ihren Veranstaltungen schaffen. Somit können sie dem vorbeugen, denn die Leute werden achtsamer und sensibler für die Problematik. Plakate, Aufkleber und Stände mit geschultem Personal, die für Aufklärung sorgen und „Täter“ abschrecken müssen zum Standart von Festivals werden.
  2. Selbst ein Auge dafür haben und sich bewusst werden, dass auch Diskriminierung auf Festivals erfolgt.
  3. Wenn ein sexueller Übergriff, Missbrauch, Diskriminierung vorgefallen ist sollte man unbedingt Anzeige erstatten und den Weg nicht scheuen. Betroffenen wird geraten bei einem Strafverfahren sich mit zu beteiligen, weil so ein Vorgang an gesellschaftlicher Relevanz hat.
  4. Veranstalter müssen ihr Personal auf Festivals und in Clubs besser schulen, damit es weiß, wie es mit sexuellen Übergriffen, Diskriminierungsvorfällen und Missbrauch umzugehen hat. Betroffenen muss direkt vor Ort geholfen werden können und sie müssen sich sicher fühlen.

Das Fazit des Zeit-Campus-Artikels ist, dass Festivals keine komplett diskriminierungsfreien Räume darstellen können. Das sei utopisch. So ganz möchten wir das ja nicht glauben, aber die Vorfälle und Zahlen sprechen leider dafür. Trotzdem kann man Maßnahmen ergreifen und Verantwortung übernehmen, dass es erst gar nicht zur Diskrimierung kommt – das beginnt im Kleinen bei jedem Einzelnen!

Das komplette Interview von Zeit Campus könnt ihr hier nachlesen.

Quelle: Zeit Campus

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