
Das international bekannte Draaimolen Festival in Tilburg steht vor einer ungewissen Zukunft. Wie die Veranstalter in einer Pressemitteilung bekanntgaben, wird das Festival nach 2025 voraussichtlich nicht mehr im bisherigen Zuhause, dem MOB-Complex, stattfinden können. Da es derzeit keine Alternative gibt, droht nach über zehn Jahren das Aus.
Seit seiner Gründung 2013 hat sich Draaimolen zu einem der wichtigsten europäischen Festivals für elektronische Musik entwickelt. Die Mischung aus mutigem Booking, bildender Kunst, Natur und gesellschaftlichem Anspruch macht das Festival einzigartig. Der niederländische Sender VPRO bezeichnete Draaimolen als „wegweisend“, da es immer wieder Räume für neue Klänge, Genres und Künstler schaffe. Bemerkenswert ist, dass das Festival ohne große kommerzielle Headliner auskommt und dennoch regelmäßig ausverkauft ist – ein Beweis für das Vertrauen und die Loyalität des Publikums.
Seit 2019 bildet der MOB-Complex das Herzstück des Festivals. Die Fläche sei, so die Organisatoren, nicht nur Bühne, sondern auch ein ökologischer Anker: Unabhängige Studien hätten gezeigt, dass das Festival die Biodiversität vor Ort nicht gefährde, sondern sogar fördere. Ein Umzug an einen anderen Standort sei bislang ausgeschlossen – die Stadt verfüge über keine vergleichbare Fläche.
Die Veranstalter warnen: Sollte das Festival seine Heimat verlieren, ginge mehr verloren als ein kulturelles Event. Es wäre „die Zerstörung eines über Jahre aufgebauten Ökosystems“, das sowohl künstlerisch als auch nachhaltig Strahlkraft weit über Tilburg hinaus entwickelt habe. In einer Linie mit Formaten wie dem Roadburn Festival habe Draaimolen die Stadt weltweit auf die Kulturkarte gesetzt.
Um das Überleben zu sichern, startet Draaimolen nun eine Petition. Unterstützt von Besuchern, Künstlern und Akteuren aus der Kulturszene appellieren die Macher an Stadt und Provinz, den Fortbestand des Festivals zu garantieren. Ob Tilburg seine kulturelle Ikone retten wird, bleibt offen.
Hier könnt ihr die Petition unterschreiben.
Foto: Angelina Nikolayeva
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