Berlin: Beliebte Open-Air-Location in Meerespark umgewandelt

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Die Rummelsburger Bucht, über Jahre eine zentrale Open-Air-Spielstätte für elektronische Musik, verwandelt sich derzeit in ein Großprojekt mit völlig anderem Zweck.

Wo einst Techno-Events und Labelshowcases zwischen Spreeufer, Betonflächen und Industriecharme stattfanden, entsteht nun der Meerespark „Ocean Berlin“. Am 14. November 2025 wurde an der Bucht Richtfest gefeiert.

Der Rohbau des Gebäudes steht, das Mauerwerk ist fertiggestellt und umschließt bereits die zentralen Becken. Die Arbeiten konzentrieren sich nun auf den Innenausbau und technische Systeme. Die Fertigstellung ist für April 2026 geplant, die offizielle Eröffnung soll Ende des Jahres folgen.

Bauleiter und Architekt Stefan Golmitz erklärte, dass über der „Caribbean Lagune“ ein ETFE-Dach installiert wird, ein luftgefülltes Membrandach, das noch in diesem Jahr montiert werden soll.

Das größte Becken erreicht eine Höhe von elf Metern, die Wassersäule acht Meter. Der begehbare Tunnel, der Besuchern einen Panoramablick ermöglichen wird, ist im Rohbau bereits erkennbar.

Das Acrylglas der Becken wurde laut Golmitz während des Rohbaus eingebaut. Die Scheiben variieren in der Dicke zwischen 16 und 37 Zentimetern, um dem hohen Wasserdruck standzuhalten.

Um Sicherheitsprobleme wie beim Aquadom in Berlin-Mitte zu vermeiden, wird jedes Element geprüft und alle zwei Jahre gewartet. Eine Einzelfallzulassung soll zusätzlich Sicherheit gewährleisten.

Da Meerwasser in Berlin nicht zur Verfügung steht, wird die Anlage mit aufbereitetem Stadtwasser betrieben. Dieses zirkuliert über UV-Filter und Osmoseanlagen, um stabile Lebensbedingungen für mehr als 400 Arten zu schaffen.

Neben dem Hauptbecken entstehen 40 kleinere Becken, die verschiedene Ökosysteme darstellen sollen. Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf Bildung und Wissenschaft. Unter der Leitung von Meeresbiologin Dr. Lisa Marie Braun läuft das Programm „MeerWissen“ bereits vor der Eröffnung.

Es richtet sich an Kitas und Schulen und vermittelt Grundlagen der Meereskunde. Nach Fertigstellung sollen Workshops, Vorträge und Ausstellungen das Angebot erweitern. Gründer Benjamin Kahn betonte beim Richtfest den pädagogischen Ansatz des Projekts.

„Ocean Berlin“ solle Verständnis für marine Lebensräume fördern und Bewusstsein für den Schutz realer Ozeane schaffen. Neben dem Aquarium entsteht ein Hotel, das unabhängig vom Meerespark betrieben wird und straßenseitig an der Mole gebaut wird.

Die Verantwortlichen sehen in „Ocean Berlin“ ein städtebauliches Projekt mit gesellschaftlichem Mehrwert. Dennoch bleibt es umstritten: Das Aquarium ersetzt eines der bekanntesten Berliner Open-Air-Gelände, auf dem lange Zeit Clubs wie Rummels Bucht oder FLY Open Air die elektronische Szene prägten. Mit dem Meerespark endet dort ein Kapitel Berliner Clubgeschichte.

Quelle: Entwicklungsstadt

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