
Der Karneval der Kulturen (KdK) steht vor einer Zerreißprobe. Nur wenige Wochen vor dem Pfingstwochenende benötigt das Event dringende Unterstützung, um eine finanzielle Lücke von rund einer Viertelmillion Euro zu schließen. Die Veranstalter*innen bitten dringend um Spenden, um die Finanzierung des Events, welches vom 22. bis zum 25. Mai stattfinden soll, zu sichern.
Hauptgrund für die finanzielle Misere sind jedoch keine Managementfehler, sondern rasant gestiegene Fixkosten. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ausgaben für Sicherheit, Produktion und Logistik um rund 200.000 Euro nach oben katapultiert worden. Das Event hat zudem mit einer etwas kurioseren Beschwerde zu kämpfen. Nach massiven Beschwerden über öffentliches Urinieren im vergangenen Jahr wurden die Auflagen für Sanitäranlagen massiv verschärft. Dadurch entstehen weitere Kosten für Personal und Miete der WCs.
Das Budget der Kulturverwaltung ist bereits ausgeschöpft. Die Macher*innen hoffen nun auf Hilfe aus anderen Ressorts. Der Berliner Senat prüft derzeit, ob andere Verwaltungstöpfe angezapft werden können. Im Gespräch dafür sind die Übernahme von Reinigungskosten seitens der Berliner Stadtreinigung, die Bereitstellung von Infrastruktur wie Absperrgittern durch die Innenverwaltung und Sachleistungen, die den Barwert der Kosten senken könnten.
Trotz der Finanzierungssorgen halten die Veranstalter*innen am geplanten Programm fest. Der große Straßenumzug am 24. Mai wird auch 2026 nicht durch seinen traditionellen Heimatbezirk Kreuzberg laufen, sondern aufgrund von Baustellen erneut die Frankfurter Allee in Friedrichshain beleben.
Um den Druck auf die Politik zu erhöhen und eine kurzfristige Lösung zu finden, wurde parallel ein Spendenaufruf gestartet. Seit seiner Gründung 1996 hat sich der KdK zu einem wichtigen Symbol für kulturelle Vielfalt in Deutschland entwickelt. Umso wichtiger, das 30-jährige Bestehen in diesem Jahr zu sichern.
Foto: bendeg via Flickr
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