Berliner Gericht entscheidet: Jazz-Radio verliert Sendefrequenz an Techno-Radio-Sender

Berliner Gericht entscheidet: Jazz-Radio verliert Sendefrequenz an Techno-Radio-Sender Foto-Quelle: Instagram-Seite von pure fm

Techno vs. Jazz: Das Berliner JazzRadio muss seine UKW-Frequenz zum Jahresende abgeben. Ab dem 1. Januar 2026 übernimmt ein auf elektronische Musik spezialisierter Sender mit den Namen pure fm den Platz. Das hat das Berliner Verwaltungsgericht im Eilverfahren entschieden.

JazzRadio, das seit fast 30 Jahren sendet und als einziger terrestrischer Jazz-Sender Deutschlands gilt, hatte gegen den Entzug der Lizenz geklagt. Geschäftsführer Julian Allitt kündigte an, mögliche weitere rechtliche Schritte zu prüfen. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig. Er wurde vom Berliner Verwaltungsgericht in einem Eilverfahren entschieden. Der Radiosender kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg dagegen einlegen. Bisweilen sendet JazzRadio auf der Frequenz 106,8 MHz.

Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) begründete ihre Entscheidung mit einem größeren Beitrag zur Programmvielfalt: Ein Sender, der sich der Berliner Techno- und Clubszene widmet, passe stärker in die aktuelle Medienlandschaft als ein reines Jazzformat.

Ganz verschwinden wird JazzRadio aber nicht: Ab sofort ist das Programm auch über DAB+ (Kanal 7B) empfangbar. Außerdem startet am 1. Januar 2026 ein zweites Jazzformat unter dem Namen jazz fm auf den UKW-Frequenzen 91,0 MHz (Berlin) und 90,7 MHz (Potsdam).

Unterdessen ruft JazzRadio auf seiner Website zur Rettung des Senders auf und bezeichnet die Entscheidung der MABB als verheerend. Man habe mit dem eigenen innovativen Programm Qualität geschaffen, die weltweit von Radioprofis und Jazzkünstlern anerkannt worden sei und sogar ausgezeichnet wurde – zweimalig mit dem New York Radio Programming Awards, der verhältnismäßig vergleichbar mit den Oscars wäre. Damit habe man Maßstäbe gesetzt.

Außerdem verliere „(e)ine ganze Generation „Weltklasse-Jazz“ auf seinem gewohnten Programmplatz. Hier geht es zum Appell.

Gleichzeitig wirbt pure fm auf seiner Website schon damit, ab dem 1. Januar 2026 auch über UKW empfangbar zu sein. Der Sender liefert Programmformate wie „(…) IN THE MIX“, „Der Morgen“, „Lunchtime“, „Drivetime“ oder auch „Relax“. Neben der Top 10 präsentiert man auf der Website zudem verschiedene Events. Hier entlang.

Quellen: RBB, JazzRadio, pure fm

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