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Illegale Partys, die in Parks oder auf Grünanlagen stattfinden, häufen sich aktuell in akuter Form. Die nicht genehmigten “Veranstaltungen” sind der Polizei und der Politik ein großer Dorn im Auge, die Szene wehrt sich hingegen nach Kräften und fordert mit Verweis auf den Koalitionsvertrag eine Legalisierung.

Mit kontrollierten Raves ließe sich womöglich eine Einigung erzielen, allerdings stechen in den Medien immer wieder Partys hervor, die beim Großteil der Bevölkerung wohl nur ein starkes Kopfschütteln auslösen. Bestes Beispiel: der Rave in der Berliner Hasenheide, bei dem am letzten Wochenende rund 1000 Menschen zusammen feierten – ohne jegliche Form von Hygiene- oder Schutzmaßnahmen. Ebenfalls heikel: die Boots-Demo auf dem Landwehrkanal, die vor wenigen Wochen ein riesiges mediales Echo erzeugte und eine hitzige Debatte auslöste.

Es steht außer Frage, dass ein Großteil der aktuellen Rave- und “Demo”-Besucher ein nicht tragbares Verhalten an den Tag legen, was sich zwischen rücksichtslosem Konsumverhalten (Müll wird achtlos zurückgelassen) und keinerlei Bewusstsein für Hygiene und Infektions-Vorbeugungen einpendelt. Doch wären kleinere Open-Air-Raves denn nicht (legal) realisierbar, wenn man gewisse Vorkehrungen trifft und strenge Auflagen erstellt, die dazu beitragen, dass die Veranstaltung im Rahmen bleibt?

Die Antwort vieler Menschen und auch Politiker darauf lautet: “Ja, das wäre möglich!” Eine Stimme, die diese Einstellung teilt, ist die von Georg Kössler, der es für unwahrscheinlich hält, dass junge Menschen sich durch Aufrufe von Politikern zu Hause einschließen. Kössler ist clubpolitischer Sprecher der Grünen und setzt sich zum Ziel, die Feier-Kultur nicht zu verdrängen, sondern sie zu legalisieren. Demnach fordere er Open-Air-Partys, die unter der Einhaltung von Maßnahmen wie Lärm-, Müll- und Infektionsschutz stattfinden, so ein Artikel vom Tagesspiegel. Solange man die Auflagen erfülle, sollten Grünflächen auch als Kulturflächen genutzt werden, befindet Kössler.

Wie der Tagesspiegel festhält, ist dieser Vorschlag allerdings alles andere als neu: Im rot-rot-grünen Koalitionsvertrag von 2016 heiße es nämlich, dass es die Koalition anstrebe, Orte im öffentlichen Raum für nicht kommerzielle Kulturveranstaltungen (dazu gehören auch explizit Musik-und Partyveranstaltungen) zu nutzen.

Auf dieses klar ausformulierte Bestreben stützt sich nun offenbar auch die Szene, die sich allerdings vor Augen halten muss, dass es sich eben nicht um ein in Stein gemeißeltes Gesetzt handelt, sondern nur um eine Idee, die durch Corona nun wieder ausgiebiger diskutiert wird.

Was meint ihr dazu? Ist es realisierbar, derartige Open-Air-Veranstaltungen im legalen Rahmen durchzuführen?

 

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Quelle: Tagesspiegel