
Manchmal schreibt die Straße die besseren Drehbücher – vor allem in Berlin. In Kreuzberg, wo Clubnächte auf Tagesschläfer und Spätis auf Speed treffen, ist ein mutmaßlicher Dealer auf ziemlich unsanfte Weise mit dem Gesetz kollidiert: Die Polizei hat ihn schlichtweg überfahren. Kein Scherz.
Die Szene? Mittwochabend, 18:30 Uhr, irgendwo zwischen Kottbusser Tor und Dealerhotspot. Zivilfahnder der Polizei observieren einen verdächtigen Mietwagen – klassischer Move bei den Koks-Kurieren. Der Fahrer, ein 22-jähriger Mann, lässt’s anscheinend laufen, bis ihm die Beamten den Weg blockieren. Und dann eskaliert’s.
Als der junge Mann die Beine in die Hand nehmen will, macht der zivile Streifenwagen einen Satz nach vorne – und nimmt ihn auf die Haube. Ob Absicht oder Aktion aus dem Reflex, das wird wohl ein Thema für den internen Bericht bleiben. Fakt ist: Der mutmaßliche Kurier landet auf dem Asphalt, die Handschellen klicken, und das Auto wird durchsucht.
Drogen und Bargeld
Der Fund: mehrere Hundert Gramm Koks, fein säuberlich verpackt, versteckt im Fahrzeug. Dazu Bargeld in für einen Abend im Berghain untypischer Höhe. Keine Longdrinks – nur Longnights im Knast. Der 22-Jährige schweigt bisher zu den Vorwürfen. Klassischer Anwaltstipp: „Keine Aussage ohne meinen Verteidiger.“
Der Wagen war übrigens gemietet. Auch kein untypischer Move in der Szene – auf fremde Namen, auf Zeit, anonym genug, um nicht sofort mit dem eigenen abgehörten Handy verknüpft zu werden.
Die Polizei hat jetzt nicht nur eine Menge weißen Staub aus dem Verkehr gezogen, sondern auch einen Fahrer, der sich seine Flucht definitiv anders vorgestellt hat. Ob die Berliner Einsatzkräfte beim Anfahren des Verdächtigen schon von der Ladung wussten oder nicht – das bleibt offen.
Eins ist jedenfalls klar: In Berlin ist selbst der Straßenverkehr nicht mehr sicher vor der Drogenfahndung. Und der Asphalt hat jetzt eine Story mehr zu erzählen.
Quelle: t-online.de
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