
Ein sehr positives Beispiel für eine Art Krisenkommunikation: Am vergangenen Wochenende feierte eine bekannte Event-Reihe aus Berlin ihr Jubiläum – eigentlich als durchgehende Weekender-Veranstaltung ausgelegt. Doch es kam zu Ungereimtheiten mit dem Location-Betreiber, der Rave wurde frühzeitig beendet. Jetzt erklärten die Organisatoren die Situation.
Viele enttäuschte Besucher, Artists, die nicht spielen konnten, ein frühzeitiges Ende – so hatten sich die Veranstalter von SYNOID ihr neunjähriges Jubiläum sicherlich nicht vorgestellt, ebenso wenig alle anderen Beteiligten.
Am vergangenen Wochenende zelebrierte die Event-Reihe, die seit 2016 mit der Homebase Berlin besteht, einen ganzen Weekender-Rave. Auf dem Hauptfloor der Location sollte es von null Uhr freitags bis sechs Uhr montags durchgehend DJ- und Live-Sets geben. SYNOID ist dafür bekannt, einer undergroundigen, subkulturellen Techno-Szene mit eigenem Wertesystem, das etwa auf sozialer Gerechtigkeit basiert, einen Raum zu geben. Verschiedene Spielarten des Genres Techno finden auf den Events Einzug.
Die eigentliche Philosophie: Jeder ist willkommen, der die Werte der Veranstalter anerkennt, respektiert und mit lebt – eigentlich. Denn am vergangenen Wochenende blieben wohl einige Gäste aufgrund des frühzeitigen Endes des Events vor der Tür draußen stehen.
Für gewöhnlich stimmt das SYNOID-Team auch die Auswahl der DJs und Live-Acts sorgfältig aufeinander ab. Doch das war am Wochenende ebenso ab einem gewissen Punkt nicht mehr möglich. Einige Künstler konnten gar nicht mehr spielen, andere sagten ihren Gig von sich aus ab, wie SYNOID in einem Social-Media-Post gerade mitteilten.
Der Hintergrund, schon vor dem vorzeitigen Schluss: Der zweite Floor wurde geschlossen. Als Grund nennen die Veranstalter „Spannungen mit dem Veranstaltungsort“, die bis Sonntagfrüh nicht nur einmal aufgetreten sein sollen. Um 16 Uhr nachmittags am Sonntag habe man schlussendlich die Jubiläums-Feier komplett abbrechen müssen – 15 Stunden vor dem eigentlich vorgesehenen Ende, das laut Resident Advisor mit sieben Uhr montags früh angegeben war. Es sei einfach zu wenig los gewesen.
Der ursprüngliche Timetable des Weekenders:
Im Statement entschuldigte sich SYNOID für die mangelhafte Kommunikation vor Ort. Während man das Closing des zweiten Floors noch mitgeteilt habe, gab es offenbar Verwirrung um das abrupte Ende am Nachmittag.
Die Veranstalter begründen das so: Die Ereignisse hätten sich überschlagen, was dem Team Hoffnung und Energie geraubt habe. Man habe keine „Basis und Ressourcen einer angemessenen Kommunikation“ mehr gehabt.
Man habe Sonntagstickets direkt ab 20 Uhr storniert und die Rückerstattung veranlasst. Zudem hätten alle Ticketkäufer eine sofortige Erstattung bekommen. Gäste, die kurze Zeit vor dem Closing kamen, habe man ebenso entsprechend kompensiert.
Die Reaktionen auf den Post fielen unterschiedlich aus: Während manche Gäste Verständnis zeigten, wünschte etwa ein Kommentator SYNOID das Ende. Zwei Kommentare waren der Meinung, die talentierten Künstler hätten nicht das erhalten, was sie verdient hätten. Man solle die betroffenen Artists entsprechend entlohnen.
Das komplette Statement von SYNOID:
Quellen: Event-Eintrag bei Resident Advisor, Resident Advisor, Instagram
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