
Submithub wurde 2015 gegründet, um den Prozess, Musik an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu senden, zu vereinfachen. Und wichtig: Kuratoren erhalten nur die Musik, die sie auch mögen. Per se wird Submithub am besten von jedem verwendet, der realistische Vorstellungen von Erfolg in der Musikindustrie im Jahr 2025 hat. FAZEmag präsentiert jeden Monat die Favoriten von Submithub-Einsendungen.
Death on the Balcony — Verse (Music With Emotion Records)
Seit einiger Zeit sorgen die beiden Briten Mark Caramelli & Paul Hargreaves unter ihrem Namen Death on the Balcony für ordentlich Aufsehen. Der Stil des Duos vereint dabei eine Reihe von Einflüssen – von Disco über House bis hin zu Deep-Techno. Und so releasen die beiden auf angesagten Labels wie All Day I Dream, Kindisch, Anjunadeep oder Nervous. Ihre aktuelle Nummer „Verse“ ist eine sich behutsam aufbauende, neunminütige, deepe House-Nummer mit viel Atmosphäre und Gefühl. Perfekt zum Runterkommen nach einer stressigen Woche.
DJ Katch — Foolish (DJ Katch)
Der britische Produzent und DJ kann schon auf diverse erfolgreiche Singles, gelungene Kollabos – u.a. mit The Chainsmokers – viele clubbige Mash-ups und über 700 Millionen Streams auf Spotify zurückblicken. Seine neue Produktion verbindet momentan angesagte Afro-House-Vibes mit einer sehr eingängigen, souligen Stimme und groovigen Beats. Genau das Richtige, um im Beachouse mit einem Cocktail in der Hand Richtung Meer zu schwofen.
Erik Hall — Music For A Large Ensemble (Steve Reich) (Western Vinyl)
Der von der internationalen Kritik gefeierte US-amerikanische Multiinstrumentalist aus Michigan hat sich darauf verlegt, zeitgenössische Werke elektronischer Komponisten neu zu interpretieren. Als Vorgeschmack auf sein im Januar erscheinendes neues Album gibt es jetzt die Vorab-Single, die sich mit dem einflussreichen Musiker Steve Reich beschäftigt. Zum Track sagt Hall: „Die Nummer ist eine geschätzte Komposition von Steve Reich und das abschließende Stück auf meinem Album. Über das konzeptuelle Interesse oder das experimentelle Gerüst hinaus besitzt Reichs Musik schlicht eine befriedigende emotionale Entwicklung, die für jedes Ohr zugänglich ist; etwas, das fast an ein Pop-Gespür erinnert. Die CD seiner Aufnahme von 1980 liegt seit Jahren in meinem Auto, und es war eine Freude, dieses Werk in die klangliche Welt meines Studios zu übertragen.“ Hört mal rein.
High Spaces — Headspinner (High Spaces)
Ryan Johnson aus dem australischen Perth ist ein richtiger Musiker. Die gibt es ja heutzutage nicht allzu oft, wenn wir über aktuelle Releases berichten. Wer mir nicht glaubt, sollte sich mal das IG-Profil von Ryan anschauen. Aber kommen wir zur Musik. Seine Single ist soulful Disco-House vom Feinsten. Anachronistisch bis in die funky Haarspitzen. Ich liebe es.
Indo Warehouse — Bombay Acid (Crosstown Rebels)
Das hier ist das US-amerikanische Künstlerkollektiv auf dem Label von Damian Lazarus. Das passt. Nicht ganz überraschend verbindet das Release Ethno-Sounds mit House-Rhythmen und stellt dabei die Floortauglichkeit zugunsten hypnotischer Momente hintenan. Ich hoffe sehr, es gibt noch längere Mixes als nur diesen dreiminütigen.
Jake Back — ed (JackeBackmusic)
Normalerweise bin ich nicht der größte Fan von experimenteller Elektronik, aber in diesem Fall waren es die troity Strings, die mich sogar an einen meiner Alltime-Favoriten „Altered States“ von Ron Trent erinnerten, die mich begeistert haben. Welche eventuell bekannte Producer-Persönlichkeit sich hinter dem Projekt Jake Back verbirgt, kann ich leider nicht zum Besten geben, da ich rein gar nichts gefunden habe und selbst bei den Spotify-Releases des Kollegen keine Angaben stehen. Aber das ist egal, die Musik spricht für sich. Das klare Piano steht hierbei in einem krassen und dabei sehr gut passenden Kontrast zu den Detroit-Einflüssen.
Low Communication — 12 AM Not For Sleeping (EC Underground)
DJ Track und Lamebot haben sich des ukrainischen Originals angenommen und zwei komplett unterschiedliche Versionen herausgebracht. Während der Belgier DJ Track anscheinend gerne DJ Assault hört, fokussiert sich der in Miami lebende Lamebot auf eher klassischen Drum ’n’ Bass und gewinnt damit für mich. Zum Glück übernehmen beide Mixe die flirrenden Synthies.
Low Steppa, Rue Jay, Reza feat. Chuck Roberts — The Creator (Toolroom)
Okay, Innovation darf man auf dem Label von Mark Knight nicht erwarten, aber dafür Dancefloor-Bomben. Wie die neue Nummer von William Bailey, den ihr entweder schon mal in London oder auf Ibiza hinter den Decks erlebt. Natürlich wird hier Chuck Roberts gesampelt, aber wenn das Backing so schön oldschoolig-housy ist, lasse ich mir das gerne gefallen.
Maxi Meraki — Wanna Make Love (Diynamic Music)
Über den funky Belgier Maxi Meraki haben wir an dieser Stelle schon einige Male berichtet, und immer aus gutem, housigem Grund. Nach gefeierten Releases u.a. auf Monaberry, Get Physical, Ultra oder Upperground ist Maxi also nun mit einer Maxi auf Solomuns Diynamic gelandet. Da gibt es schlechtere Adressen. Die Single ist dann aber auch so hittig, dass ich sie schon nach einmaligem Hören mitsummen musste. Kein Wunder, dass viele Big Player die Nummer spielen.
Monster Machine — Exalted (Monster Machine)
Monster Machine ist das Projekt der australischen DJ und Produzentin Penny Yang, die eine einzigartige Mischung aus Trap-Musik mit schweren Dubstep- und UKG-Elementen kreiert. Das Ergebnis ist ein Sound, der an eine Mischung aus ISOXO, Skrillex und Alison Wonderland erinnert. Und so wild, wie sich das Ganze auf dem Papier liest, klingt „Exalted“ auch. Über allem steht aber der Funk, und der macht den Track sehr cool — zumindest für mich.
Mozambo — KMJ (Jungle Disco Records)
Das französische Duo Mozambo ist in der weltweiten House-Szene bereits etabliert und konnte mit Remixen bekannter Stücke sowie eigenen Tracks schon fast 20 Millionen Streams erzielen. Die Marseillais zeichnen sich dabei durch eine Mischung aus House, Disco, Funk und Soul aus. Inspiriert von ihrer Heimatstadt, aber auch von der Epoche, in der sie aufwuchsen, spiegeln ihre Sounds ein spannendes Konglomerat von Einflüssen der 70er-/80er-Jahre wider, ebenso wie den French Touch der 2000er. Da aktuell Afro-House in aller Munde und Ohren ist, verwundert es nicht, dass das aktuelle Release afrohousy daherkommt. Gefällt.
Synnhaven — Trip (Nightshade)
Synnhaven ist das Alias von Nick Garcia, den einige unter euch vielleicht als House-Act kennengelernt haben dürften. Als Synnhaven lebt er seine Liebe zur Tiefe aus und lotet diese in seinen Produktionen aus. Dubtechno und Detroit-Einflüsse treffen hier auf House-Sounds, die alles andere als vordergründig sind. Der Groove steht im Vordergrund. Eine sehr atmosphärische Nummer.
Tegrada — Istanbul Forever (Tupi Guarani Musica)
Nun gut, der Sommer ist hierzulande nicht viel mehr als eine Erinnerung an 2025 und eine Hoffnung auf 2026. In Brasilien hingegen ist gerade Sommer. Da verwundert es nicht, dass der südamerikanische Produzent Tegrada mit seiner aktuellen Nummer den Sommer heraufbeschwört und ihm huldigt. Dass er dabei sehr smoothe türkische Vocals in seinen Afro-Tribal-Deep-House-Track integriert, schadet ihm nicht. Ganz im Gegenteil. Sehr charmant, das.
Aus dem FAZEmag 166/12.2025