Bettina Köster: Ikone der Neuen Deutschen Welle verstorben

Abschied von einer Ikone der NDW: Bettina Köster im Alter von 66 Jahren verstorben/ Bild: Imago/Future Image

Die elektronische Musikszene trauert um eine ihrer prägenden und bewegenden Stimmen. Bettina Köster, Mitbegründerin von Malaria! und Wegbereiterin der dunklen, kühlen Elektronik, ist am 16. März 2026 in ihrer Wahlheimat Capaccio Paestum in Italien mit nur 66 Jahren verstorben.

Während einige die „Neue Deutsche Welle“ mit bunten Pop-Attitüden assoziieren, stand Kösters Musik für das exakte Gegenteil. Ihr Sound brachte einen dystopischen Klang, Minimalismus und künstlerische Freiheit mit sich. Zusammen mit Gudrun Gut und Beate Bartel gründete sie 1979 zunächst Mania D, bevor aus diesem Projekt 1981 die Formation Malaria! wurde. Mit Malaria! nahmen sie internationalen Einfluss auf die Dark-Wave- und Elektro-Szene von London über New York.

Zu ihrem Markenzeichen gehörte ihre tiefe, fast sakrale Stimme, welche Klassikern wie „Kaltes klares Wasser“  einen ganz besonderen Schliff verlieh, irgendwo zwischen Post-Punk, Industrial und den Vorläufern von Techno. In der West-Berliner Szene bewegte sie sich im engen Zirkel rund um Nina Hagen und blieb zeit ihres Lebens eine Künstlerin, die sich Kategorisierung entzog. Köstner lebte eine Identität jenseits klassischer Geschlechterrollen und galt als Vorbild der Queer-Bewegung.

Die Beisetzung fand bereits zwei Tage nach ihrem Tod in einem privaten Rahmen statt. Das Grab sei jedoch jetzt für Fans frei zugänglich, um Abschied zu nehmen.

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